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Zehn neue Hauptstadt-Hotels

Jeden Monat eröffnen in Berlin neue Hotels. Wir haben die interessantesten unter die Lupe genommen und können zehn Häuser empfehlen - vom stilvollen Designhotel bis zum schrägen Loft mit Wohnwagen.

Von Till Bartels

Der Tourismus in Berlin boomt. Mehr als 22 Millionen Übernachtungen verzeichneten die Hotels, Pensionen und Hostels im vorigen Jahr. Die Attraktion der Hauptstadt scheint ungebrochen zu sein. Grund genug für internationale Hotelketten und Investoren, in Berlin neue Hotels zu eröffnen. Wir haben uns speziell neue Häuser angesehen, die erst seit wenigen Monaten in Betrieb sind. Bei der Recherche haben wir auch kleine inhabergeführte Häuser und einen neuen Typus von Hostel entdeckt - mit Preisen ab 12 Euro pro Nacht.

  Kunst trifft auf Design: Rezeption des Indigo in der Hardenbergstraße

Kunst trifft auf Design: Rezeption des Indigo in der Hardenbergstraße

Hotel Indigo: Kunst am Zoo

Aus einem Bürogebäude gegenüber der Universität der Künste wurde ein Boutiquehotel, dem ersten Haus der Indigo-Hotelkette in Deutschland, die zur Intercontinental-Gruppe gehört. Das Vier-Sterne-Haus setzt auf weiß getünchte Wände, farbige Beleuchtungsakzente und großformatige Fotos von Martin Mlecko über den Betten. Und das Haus legt Wert auf angenehme Details: In jedem der 83 Zimmer stehen Espressomaschinen, liegen flauschige Bademäntel in den Bädern bereit, und der Orangensaft beim Frühstücksbüfett wird frisch gepresst. Witzig sind die "Do-not-disturb-Schilder": Wer seine Ruhe haben will, hängt ein rotes Papp-Ampelmännchen an die Zimmertür.
Preise: EZ und DZ ab 85 Euro, Frühstück 17 Euro.
Adresse: Hardenbergstr. 15, U- und S-Bahn: Zoologischer Garten, www.hotelindigoberlin.com/de

  Farbtupfer in Neukölln: Arzu Celebi, die Inhaberin der 2A-Hostel

Farbtupfer in Neukölln: Arzu Celebi, die Inhaberin der 2A-Hostel

2A-Hostel: Übernachtungs-Überraschung in Neukölln

Arzu Celebi kennt die Bedürfnisse von Rucksackreisenden, denn sie selbst war ein halbes Jahr auf Weltreise, bevor sie mit ihrem Bruder eine Hostel am S-Bahn-Ring in Neukölln eröffnete. Mit 40 Zimmern ist der Neubau direkt am S- und U-Bahnhof alles andere als ein Massenbetrieb. Nicht nur Backpacker, auch Familien und Paare fühlen sich hier wohl, denn die Zwei-Bett-Zimmer mit Flachbild-TV wirken eher wie ein modernes Hotelzimmer.
Preise: EZ ab 52 Euro, DZ ab 56 Euro, im Vier-Bett-Zimmer 15 Euro oder zu acht in einem Raum ab 13 Euro.
Adresse: Saalestr. 76, am S- und U-Bahn: Neukölln, www.2a-hostel.de

  Designermöbel und hohe Messingbetten vor Yves-Klein-blauen Wänden: The Dude

Designermöbel und hohe Messingbetten vor Yves-Klein-blauen Wänden: The Dude

Hotel The Dude: Im Design-Palais

Bitte klingeln, hier kommt nicht jeder rein. Schräge Typen wie Jeffrey Lebowski ("Dude") aus dem Film "The Big Lebowski" sollen wohl draußen bleiben. Doch nach der hohen Schwelle empfängt Managerin Britta Bettendorf die Gäste überaus freundlich an der Rezeption unter unzähligen in Venedig handgefertigten Lampenschirmen. Blickfang des 1822 erbauten Stadtpalais ist das spiralförmige Treppenhaus, eines der schönsten in Berlin. Im 19. Jahrhundert residierte hier der Stadtkämmerer und Revolutionär Heinrich Runge. Jetzt steigen in den 27 Zimmern anspruchsvolle Individualreisende ab. Das Frühstück wird im hauseigenen Deli Deluxe serviert. In diesem inhabergeführten Hotel fühlt man sich wie bei Freunden zu Gast.
Preise: EZ ab 129 Euro, DZ ab 160 Euro, Suite ab 300 Euro.
Adresse: Köpenicker Straße 92, U-Bahn: Märkisches Museum, www.thedudeberlin.com

  Vorhänge aus handgehäkelten Papierschnüren als Raumteiler: Lobby im Almodóvar Hotel

Vorhänge aus handgehäkelten Papierschnüren als Raumteiler: Lobby im Almodóvar Hotel

Almodóvar Hotel: Ökohotel im Osten

Überraschung im Eingangsbereich des Biohotels in Friedrichshain: Die runden Findlinge auf dem schneeweißen Fußboden sind keine harten Steine, sondern kuschelige Filzkissen. Überhaupt geht es in dem erst im Juni 2012 eröffneten Almodóvar etwas anders zu: Auf stromfressende Minibars wird in den 33 Zimmern bewusst verzichtet. Dafür gibt es in allen Zimmern eine Skulptur und so viel Fläche, dass immer genügend Platz für die Yogamatte bleibt, die zusammengerollt im Regal bereit steht. Im Bistro Bardot, wo eine "sinnlich-mediterrane vegetarische Bioküche" serviert wird, sitzen die Gäste an großen Palisanderholztischen. "Wir kochen so, dass man nicht das Gefühl von Verzicht hat", erklärt Gastgeberin Alexandra Müller-Benz. Im Herbst will sie im vierten und fünften Stock des Neubaus mit weiteren Räumen und einem Wellness-Bereich expandieren.
Preise: DZ ab 85 Euro, Bio-Frühstücksbuffet 12 Euro.
Adresse: Boxhagener Straße 83, U-Bahn: Samariterstraße, S-Bahn: Ostkreuz, www.almodovarhotel.de

  Herzstücke des Hüttenpalastes: links der Wohnwagen "Herzensbrecher", rechts das "Schwalbennest"

Herzstücke des Hüttenpalastes: links der Wohnwagen "Herzensbrecher", rechts das "Schwalbennest"

Hüttenpalast: Camping in einer Fabriketage

Der Bezirk Kreuzkölln, der Grenzbereich zwischen Neukölln und Kreuzberg, wird von geschäftstüchtigen Maklern zum Szeneviertel hochgejubelt - die Mietpreise steigen. Noch aber bleibt genug Raum für ungewöhnliche Projekte wie den "Hüttenpalast" in den Hallen einer ehemaligen Staubsaugerfabrik. Neben sechs Hotelzimmern (auch für 3-4 Leute) gibt eine intime Tal- und Berghütte und als besonderen Clou drei alte Wohnwagen mit den Namen "Kleine Schwester", "Herzensbrecher" und "Schwalbennest". Bei dieser Form des Retro-Campings fühlt man sich in die 70er Jahre versetzt, bleibt aber selbst beim Verlassen der Wohnwagen garantiert trocken. Frühstück gibt es im Sommer im Patio.
Preise: EZ ab 65 Euro, DZ 85 Euro, Wohnwagen und Hüten ab 65 Euro, kleines Frühstück 5 Euro.
Adresse: Hobrechtstraße 66, U-Bahn: Schönleinstraße, www.huettenpalast.de

  Heller Olivenholzfußboden symbolisiert den Strand, viel Blau an den Wänden das Wasser: im Hotel Pestana

Heller Olivenholzfußboden symbolisiert den Strand, viel Blau an den Wänden das Wasser: im Hotel Pestana

Hotel Pestana: Meer über dem Tiergarten

Die Angestellten der 25 Botschaften in der Nachbarschaft kommen gerne zum Lunch auf der Terrasse des Pestana am Rande des Tiergartens. Kein Wunder, denn der Küchenchef ist gelernter Fleischer. Morgens dürfen Hotelgäste den selbstgemachten Honig genießen, die die hauseigenen Bienen auf dem Dach produzieren. Das erste Haus der portugiesischen Hotelkette in Deutschland gehört zu den wenigen Vier-Sterne-Hotels Berlins mit einem Indoor-Pool. Leitmotiv des Hauses ist das Meer - von Seegeräuschen im Fahrstuhl bis zu großflächigen Wellenbildern in den 142 lichtdurchfluteten Zimmern. Die Flurwände zieren Zitate portugiesischer Autoren wie José Saramago oder António Lobo Antunes.
Preise: DZ ab 99 Euro ohne Frühstück.
Adresse: Stülerstraße 6, Bus 200 hält vor der Tür, www.pestana.com/de

  Großzügiges Entrée: das H10 am Kudamm

Großzügiges Entrée: das H10 am Kudamm

H10 Berlin Kudamm: Vom Schulhaus zur Herberge

Hinter der rot geklinkerten Gründerzeitfassade eines Schulhauses versteckt sich der Neubau der spanischen Hotelgruppe H10, gesprochen "Atsche diez". Wo einst der Pausenhof war, erstreckt sich eine großzügige Lobby mit vielen Sesseln, Kunst und Blumenarrangements. Neben den 177 Zimmern im neuen Trakt sind die 22 Lofts im Altbau besonders zu empfehlen. Durch die hohen Decken haben sie zum Teil zwei Ebenen und verfügen über eine Kitchenette. Weiteres Plus: Der Kurfürstendamm liegt nur eine Gehminute weit entfernt.
Preise. EZ ab 89 Euro, DZ ab 99 Euro, Frühstück: 15 Euro.
Adresse: Joachimstaler Straβe 31-32, U-Bahn: Kurfürstendamm, www.hotelh10berlinkudamm.com

  Noch alles neu: Die One80º Hostel Berlin hat erst im Mai 2012 aufgemacht

Noch alles neu: Die One80º Hostel Berlin hat erst im Mai 2012 aufgemacht

One80º Hostel Berlin: Hereinquartiert am Alex

Das ist Berlins neuste Hostel, die außer Etagenbetten nichts mit dem Mief einer Jugendherberge gemein hat: Die Lobby wirkt eher wie eine Chill-out-Lounge mit Schlafgelegenheit. "Wir sind 180 Grad anders", sagt Chris von der Rezeption beim Rundgang, "bei uns mischen sich die Leute." Kein Wunder: Der Neubau in dem Hotelkomplex auf der Nordseite des Alex hat Platz für 700 Betten, die in Zimmern zu viert, sechst oder acht gruppiert sind. Zwischen den Geschlechtern wird nicht getrennt, aber es gibt "women only"-Räume, die gerne von Backpackerinnen aus Asien und arabischen Ländern genutzt werden, wie Chris erklärt. Im Keller legt drei Mal die Woche abends ein Resident DJ Platten auf. Wer Luft schnappen oder rauchen möchte, zieht sich in den großen Innenhof zurück.
Preise: im Achter-Dorm ab 12 Euro, im Vierer ab 17 Euro, Frühstück 4,90 Euro.
Adresse: Otto-Braun-Straße 65, U- und S-Bahn: Alexanderplatz, www.one80hostels.com

  Hinter dem Eingangsbereich liegt das "Grey": die Bar und das Restaurant des Hotello K80

Hinter dem Eingangsbereich liegt das "Grey": die Bar und das Restaurant des Hotello K80

Hotello Berlin: Purismus am Savignyplatz

Anthrazit, Braun und Beige sind die dominierenden Farben in dem siebenstöckigen Neubau in Charlottenburg. Die 83 Zimmer sind die Kategorien Business, Komfort und Studio unterteilt und vollkommen schnörkellos. Ideal für Reisende, die klares Design und Understatement schätzen. Während der Rushhour fahren die S-Bahnen im Minutentakt an den Fenstern vorbei.
Preise: EZ ab 112 Euro, DZ ab 142 Euro inklusive Frühstück.
Adresse: Knesebeckstra0e, 80, S-Bahn: Savignyplatz, www.hotello.de

  Graue Farben, Milchglaswände zum Bad und ein großer Spiegel vergrößert den Raum: Titanic Hotel hinter dem Spittelmarkt

Graue Farben, Milchglaswände zum Bad und ein großer Spiegel vergrößert den Raum: Titanic Hotel hinter dem Spittelmarkt

Titanic Hotel: Das Schiff in Mitte mit Kabinen ab 55 Euro

Dem Gebäude ist die Vorgeschichte kaum anzumerken: Wo heute Geschäftsreisende und Touristen absteigen, arbeiteten einst die Staatsbediensteten der Baubehörde der DDR. Mit geschickten Umbauten und Bullaugen als Oberlichter im Lobbydach entstand der erste Berliner Ableger des aus Antalya bekannten Urlauberresorts. Die 226 Zimmer sind mit 13, 15 oder 17 Quadratmetern relativ klein, dafür haben die Einzelzimmer große Betten und alle Bäder große Duschbecken. Pluspunkte sind der angenehm zeitlose Stil und die rund um die Uhr geöffnete Bar im Hause; der Nachtteil ist die Großbaustelle vor der Tür - deshalb ein Zimmer nach hinten Richtung Spree verlangen.
Preise: EZ ab 55 Euro, DZ ab 65 Euro, Frühstück 12 Euro.
Adresse: Elisabeth-Mara-Straße 5, U-Bahn: Spittelmarkt, www.titanic.com.tr

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Die stern.de-Redaktion gibt Übernachtungs-Tipps für Städtereiseziele wie zum Beispiel München, Hamburg, Leipzig, London oder Paris.

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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