Was Flugbuchungsportale taugen

1. August 2013, 11:47 Uhr

Welche Website findet den besten Flugpreis? "Computer Bild" hat acht Flugsuchmaschinen getestet. Das Ergebnis: Alle Seiten sind nur Mittelmaß. Von Till Bartels

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Nur "befriedigend": Testsieger momondo.de erhielt die Note 2,8.©

Im vorigen Jahr wurden in Deutschland 18 Millionen Flüge online gebucht. Dabei spielen Flugsuchmaschinen eine immer größere Rolle. Im Gegensatz zu den Homepages der Airlines oder zu Online-Reisebüros wie Expedia, Opodo und flug.de vergleichen Meta-Sucher wie Swoodoo oder Skycheck die Angebote verschiedener Ticketverkäufer.

Der Vorteil: Wer auf der Suche nach dem günstigsten Flug ist, muss nicht viele Seiten einzeln abklappern. Stattdessen gibt der User in das Formular der Suchmaschine einfach seinen Abflugsort, den Zielflughafen und das gewünschte Reisedatum ein. Schon nach wenigen Sekunden erscheinen die Resultate mit den günstigsten Flugpreisen auf dem Bildschirm. Ein weiterer Mausklick leitet den potenziellen Käufer zum jeweiligen Anbieter weiter. Erst auf der Seite der Fluggesellschaft oder des Reiseportals erfolgt dann die Buchung, und die Meta-Suchmaschine kassiert eine Provision.

Die Zeitschrift "Computer Bild" hat in ihrer jüngsten Ausgabe zusammen mit dem Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ) acht auf Flüge spezialisierte Suchmaschinen getestet. Das Ergebnis: Bei Kurz- und Mittelstrecken sind die Preisunterschiede von nur wenigen Euro minimal, aber bei Langstreckenflügen liegt das mögliche Sparpotenzial im Schnitt bei 8,5 Prozent. Auch beim Service gibt es erhebliche Unterschiede.

Sechs Mal "befriedigend"

Zur Preis-Analyse wurden die günstigsten Angebote der Vergleichsportale von zehn definierten Testflugreisen - zum Beispiel von London nach Köln oder von Frankfurt nach Dubai - bewertet. Dabei schnitt das Portal Momondo mit der Note 2,8 (befriedigend) am besten ab. "Fast durchweg zuverlässige Bestpreis-Angebote", schreibt "Computer Bild". "Die Suchfunktionen sind auch sehr üppig, aber dafür hapert es an Infos und Service." So gibt es keine Informationen zu Flughäfen, Airlines oder zum Flugzeugtyp. Dabei macht es einen Unterschied, ob man eine Langstrecke im leisen Airbus 380 oder in einem alten Jumbojet zurücklegt.

Auf dem zweiten Platz mit der Note 2,91 landet Checkfelix. Das Portal kommt preislich nicht gegen den Testsieger Momondo an, verweist aber im Service die Konkurrenz in die Schranken. Ebenfalls ein "Befriedigend" haben Billigflieger (Note 3,12), Kayak (Note 3,27), Billigfliegervergleich (Note 3,34) und Swoodoo (Note 3,49) erhalten. Bei Letzterem loben die Tester die vielen Such- und Sortierfilter, kritisieren aber die Patzer beim Datenschutz. Beim Flugportal Skycheck (Note 4,09) reicht es wegen zu weniger Schnäppchen nur für ein "Ausreichend". Skyscanner wird mit Note 5 ("mangelhaft") Schlusslicht des Testes: Zu teurer sind die Angebote. Auch wegen englischsprachiger AGB und voreingestellter Werbe-E-Mails wird die Seite abgewertet.

Bestnoten in der Gesamtbewertung hat kein Portal erhalten, weil keine Meta-Suchmaschine den wirklichen Bestpreis aller Anbieter anzeigt, sondern immer nur den des jeweils eingebundenen Tickethändlers. So erhält der User stets einen Preisvergleich, der nur einen Teil des Marktes miteinbezieht.

Tipp der Experten

Die Tester bemängeln bei den überprüften Musterreisen auch, dass es bei der Aktualität der Preisangaben hapert. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass bei keinem Flugpreisportal sämtliche untersuchten Flugpreise zum angezeigten Bestpreis buchbar waren. "In 29 von 90 Fällen war das als günstigste empfohlene Angebot der Portale auf den externen Buchungsseiten zu diesem Preis dann nicht (mehr) verfügbar", so das Fazit der Marktforscher vom Deutschen Institut für Service-Qualität.

Auch waren die Tester über Popup-Seiten verärgert, die sich bei zwei Drittel aller Anbieter nach dem Suchstart automatisch öffnen. Diese Form voreingestellter Werbung muss per Mausklick wieder geschlossen werden.

Einen Vorteil haben jedoch die Meta-Seiten: Mit vergleichsweise wenig Aufwand lassen sich mit den Flugsuchportalen schnell günstige Flugtickets aufspüren. "Man sollte jedoch stets den Ausgangspreis beachten", rät Bianca Möller vom Marktforschungsinstitut DISQ. "Erhöht er sich auf den Buchungsseiten, auf die der Nutzer geleitet wird, prüft man besser noch weitere Angebote auf dem Vergleichsportal."

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