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Deutsche Bahn stellt Anglizismen aufs Abstellgleis

Handzettel statt "Flyer", Information statt "Service Point": Weil die Deutsche Bahn englische Begriffe inzwischen häufig vermeidet, ist sie als "Sprachwahrer des Jahres" 2013 ausgezeichnet worden.

  Aufatmen bei den Vielfahrern: Die Deutsche Bahn will künftig möglichst auf englische Begriffe verzichten. Dafür wurde der Konzern jetzt zum "Sprachwahrer des Jahres" gekürt.

Aufatmen bei den Vielfahrern: Die Deutsche Bahn will künftig möglichst auf englische Begriffe verzichten. Dafür wurde der Konzern jetzt zum "Sprachwahrer des Jahres" gekürt.

"Thank you for travelling with Deutsche Bahn": Englische Durchsagen im Zug rufen wegen ihrer häufig "angedeutschten" Aussprache ("Senk ju vor träwelling") höchstens bei Gelegenheitsfahrern noch so etwas wie Erheiterung hervor. Vielnutzer des Schienenverkehrs empfinden sie hingegen schon länger als äußerst nervig. Darauf wurde seitens der Deutschen Bahn zuletzt reagiert: Mehrsprachige Ansagen kamen immer seltener zum Einsatz, englische Begriffe wurden wieder zurück ins Deutsche übersetzt.

Für diese Rückbesinnung auf die deutsche Sprache und der Absicht, auch künftig auf englische Begriffe möglichst zu verzichten, ist die Deutsche Bahn nun als "Sprachwahrer des Jahres" 2013 ausgezeichnet worden (19 Prozent der Stimmen).

"Inflation englischer und scheinenglischer Begriffe bremsen"

Bahn-Chef Rüdiger Grube sorge dafür, "dass die Bahn möglichst durchgängig die deutsche Sprache verwendet", teilte der Chefredakteur der Zeitung "Deutsche Sprachwelt", Thomas Paulwitz, mit. Beispielsweise würden "Service Points" durch "Information" ersetzt und "Flyer" durch "Handzettel". Zudem habe das Unternehmen ein rund 2200 Einträge umfassendes Glossar erarbeitet, mit der Mitarbeiter "ihren alltäglichen Sprachgebrauch kritisch unter die Lupe nehmen können, um eine inflationäre Verwendung englischer und scheinenglischer Begriffe zu bremsen", wird ein Konzernsprecher auf der Homepage des Vereins für Sprachpflege e. V zitiert.

Kinderbuchautor und Blasmusikgruppe ausgezeichnet

Auf Platz zwei wählten die Leser den im vergangenen Jahr gestorbenen Kinderbuchautor Otfried Preußler, der verhindern wollte, dass der Verlag sein Buch "Die kleine Hexe" politisch korrekt umschrieb. Die bayerische Blasmusikgruppe "La Brass Banda" kam auf den dritten Platz.

Der "Sprachwahrer des Jahres" wird seit dem Jahr 2000 gewählt. Mi der Auszeichnung soll ein vorbildlicher Einsatz für die deutsche Sprache gewürdigt werden. Den Preis erhielten bisher unter anderen Frank Plasberg (2012), Loriot (2011) und Papst Benedikt XVI. (2005).

mod/DPA/DPA
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