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18. November 2009, 17:46 Uhr

Bald darf Whisky wieder ins Handgepäck

Beunruhigt sind besonders die Airportbetreiber

Beunruhigt sind besonders die Airportbetreiber. Fällt das Flüssigkeitsverbot 2012 nur an großen Drehscheiben, würden Passagiere auf kleinen Flughäfen diskriminiert, sagt Jens Gieseke, Leiter des Flughafenverbands ADV: "Wenn ein Fluggast von einem Hub an einen Regionalflughafen und zurück fliegt, darf er auf dem Hinweg Flüssigkeiten in unbegrenzter Menge mitnehmen, auf dem Rückweg aber nicht. Dies ist mit logischen Argumenten nicht zu vermitteln."

Die Betreiber wollen die EU-Regeln aufgehoben sehen, wenn die Flüssigkeitsscanner reif sind für den flächendeckenden Einsatz. Bei einem Preis von 300.000 Euro pro Gerät halten sie es für sinnlos, an den Hubs schon 2012 Pioniergeräte aufzustellen, die häufig Fehlalarm auslösen und zwei Jahre später durch bessere ersetzt werden müssten.

Doch Hersteller solcher Scanner wie Rapiscan, Reveal Imaging und Smiths wittern ein großes Geschäft. Und das EU-Parlament drückt aufs Tempo: Der britische Labour-Abgeordnete Brian Simpson, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, pocht auf den Einsatz der Geräte ab 2013. "In den USA sollen die Scanner ja schon 2011 marktreif sein", sagte er. Das Parlament hat zwar kein Mitspracherecht in der Sache, könnte einen Beschluss der Mitgliedsstaaten aber durch ein Veto stoppen.

Von Reinhard Hönighaus und Jennifer Lachman
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KOMMENTARE (4 von 4)
 
mid63 (19.11.2009, 18:39 Uhr)
Perfekte Lobbyarbeit ...
... der Herstellerfirmen solcher Kontrollgeräte. Zuerst wird so viel Frust und Verärgerung bei den Fluggästen aufgebaut, dass die in die Enge getriebenen Flughafenbetreiber als zwangsweise Beta-Tester doch schnellstmöglich diese Scanner beschaffen müssen. Umsatz und hohe Marge winken fröhlich in die erstaunte Runde! Nur die Leute in der Warteschlange beißen sich in den Allerwertesten, weil ihnen die Wundergeräte doch nicht helfen, ihren Flieger pünktlich zu erreichen.

Inwieweit diese politisch gewollten Sicherheitsüberprüfungen zur Flugsicherheit beitragen, bleibt für uns Fluggäste sowieso schleierhaft. Von Erfolgen selbst im kleinen Maßstab höre ich gar nichts. Wahrscheinlich aber nur aus ermittlungstaktischen Gründen - :-))
susiwolf (19.11.2009, 15:39 Uhr)
Water as Whiskey can ...
Antonio Tajani, derzeitiger VerkehrsEU-Kommissar, präsidiert durch diese beschriebene und vorgesehene Maßnahme nicht nur ein unabwendbares Chaos; sondern es seien auch die Fragen erlaubt:
1. Hat dieser Mann noch nie eine
Warteschlange mit all den Aufgeregt-
heiten frequentiert ?
2. Schon jetzt hat man manchmal den
'Eindruck, es sei mehr Kontrollpersonal'
vorhanden, als Passagiere !
3. Kann es sein, daß die Lobby der 'Mit-
bringselindustrie' hier einen erhebli-
chen Einfluß ausübt ?
... und last but not least ...
4. Die alles entscheidene Frage ist doch,
daß dieser Mann mit solchen Hirnge-
spinsten zur falschen Zeit am falschen
Ort residiert - verantwortlich ... und
5. Es riecht doch sehr nach dem Stall
Berlusconi's, wo solche Eigenartigkei-
ten wohl gang und gebe sind. (Gene
statt Vernunft)
***
Einer konsequenten Vereinfachung würden sicherlich alle Beteiligten eher zustimmen; zumal das zusätzliche Chaos durch EU-bestimmte Rückzahlungen (bei Verspätungen) dem Ganzen noch den Kronleuchter aufsetzt. Schrill und blendend.
Nardo (19.11.2009, 15:21 Uhr)
Na klar gibt es Flüssigsprengstoff. Und Transportieren kann man den auch - mit Stickstoffkühlung, sonst geht der bei der kleinsten Erschütterung hoch.
Es war doch schon vor diesem blödsinnigen Verbot klar, dass das Ganz nix bringt außer zusätzlichen Umsatz in den Shops hinter den Kontrollen und jetzt für die Scannerbauer.
Die ganze Debatte ist ein gutes Beispiel, wie man mit der Terrorhysterie Geld machen kann. Nicht mehr und nicht weniger.

Sinnvoll ist eigentlich nur, diesen Schwachfu bis gestern ersatzlos zu streichen. Aber da sind dann wohl zu viele Lobbyisten dagegen ...
DarkSpir (19.11.2009, 15:11 Uhr)
Wieviele Tonnen Flüssigsprengstoff...
...sind bei diesen Kontrollen eigentlich schon gefunden worden?
 
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