Beunruhigt sind besonders die Airportbetreiber. Fällt das Flüssigkeitsverbot 2012 nur an großen Drehscheiben, würden Passagiere auf kleinen Flughäfen diskriminiert, sagt Jens Gieseke, Leiter des Flughafenverbands ADV: "Wenn ein Fluggast von einem Hub an einen Regionalflughafen und zurück fliegt, darf er auf dem Hinweg Flüssigkeiten in unbegrenzter Menge mitnehmen, auf dem Rückweg aber nicht. Dies ist mit logischen Argumenten nicht zu vermitteln."
Die Betreiber wollen die EU-Regeln aufgehoben sehen, wenn die Flüssigkeitsscanner reif sind für den flächendeckenden Einsatz. Bei einem Preis von 300.000 Euro pro Gerät halten sie es für sinnlos, an den Hubs schon 2012 Pioniergeräte aufzustellen, die häufig Fehlalarm auslösen und zwei Jahre später durch bessere ersetzt werden müssten.
Doch Hersteller solcher Scanner wie Rapiscan, Reveal Imaging und Smiths wittern ein großes Geschäft. Und das EU-Parlament drückt aufs Tempo: Der britische Labour-Abgeordnete Brian Simpson, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, pocht auf den Einsatz der Geräte ab 2013. "In den USA sollen die Scanner ja schon 2011 marktreif sein", sagte er. Das Parlament hat zwar kein Mitspracherecht in der Sache, könnte einen Beschluss der Mitgliedsstaaten aber durch ein Veto stoppen.