Touristen müssen sich in den kommenden Tagen gleich in mehreren europäischen Ländern auf eine Streikwelle einstellen. Davon sind Italien, Belgien, Portugal und Spanien betroffen.

Massive Streiks stehen in Italien, Belgien, Portugal und Spanien bevor: Iberia-Mitarbeiter protestieren in Madrid gegen die Gründung der Tochterfirma Iberia Express© Dominique Faget/AFP
Streikaktionen gleich in mehreren Ländern erschweren. Nach Angaben der Gewerkschaften soll durch die Arbeitskämpfe teilweise das komplette öffentliche Leben lahmgelegt werden. Besonders betroffen sind Zug- und Flugverbindungen.
In Italien haben die Gewerkschaften ab Donnerstag um 21 Uhr zu einem eintägigen Generalstreik aufgerufen. Es sei mit erheblichen Einschränkungen im Bus-, Bahn- und Flugverkehr zu rechnen, sagte eine Sprecherin des italienischen Fremdenverkehrsamts Enit. Laut Staatsbahn Trenitalia sind zahlreiche Zugverbindungen gestrichen. Im Regionalverkehr fahren zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 18 und 21 Uhr immerhin einige Züge.
Die Verbindung zwischen dem Bahnhof Termini in Rom und dem Flughafen Fiumicino werde jedoch aufrechterhalten. Im Flugverkehr beteiligen sich laut italienischen Medienberichten die Piloten und Flugbegleiter von Meridiana an dem Ausstand. Die Flugbegleiter von Alitalia sowie die Mitarbeiter der beiden römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino wollen von 13.30 bis 17.30 Uhr streiken. Auf den Straßen sind zudem seit einigen Tagen Lkw-Fahrer im Ausstand. Sie blockieren wichtige Straßen.
Fluggäste nach Spanien müssen sich ebenfalls auf Flugausfälle einstellen. Erneut wollen die Piloten von Iberia in den Ausstand treten, diesmal am 27. und 30. Januar. Die Pilotengewerkschaft Sepla will mit den Ausständen gegen das Vorhaben Iberias zur Gründung einer Billigfluggesellschaft protestieren. Die Tochterfirma Iberia Express soll im März den Betrieb aufnehmen.
Belgien steht am 30. Januar ein Generalstreik bevor. Nach Angaben einer Sprecherin des belgischen Fremdenverkehrsamtes werden neben allen öffentlichen Verkehrsmitteln auch Banken, Postämter und der komplette öffentliche Dienst lahmgelegt. Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb des Landes seien an diesem Tag fast nicht möglich.
In Portugal ist für den 2. Februar ein 24-stündiger Streik angekündigt. Laut portugiesischen Medienberichten sind davon sowohl die portugiesische Bahn als auch der öffentliche Nahverkehr in Lissabon und Porto betroffen. Nähere Angaben konnte ein Sprecher des Tourismusbüros jedoch nicht machen.
Die Streiks in Frankreich im vorigen Jahr haben zur Konsequenzen geführt: Frankreich will Streikaktionen im nationalen Luftverkehr zum Auftakt von Ferien oder Feiertagen per Gesetz beschneiden. Die Pariser Nationalversammlung verabschiedete in der Nacht zu Mittwoch einen Gesetzesentwurf, der ähnlich wie bei der Bahn oder den Metro-Betrieben einen Minimaldienst vorsieht. Mitarbeiter, die streiken wollen, müssen danach ihre Aktionen individuell mindestens 48 Stunden vorher bekanntgeben. Die Arbeitgeber wiederum sollen verpflichtet werden, mindestens 24 Stunden vorher entsprechende Vorsorge zu treffen.
Die Abgeordneten wollen so chaotische Szenen an den Airports des Landes vermeiden, die häufig zur Urlaubszeit durch Streikaktionen entstehen. Der letzte große Ausstand des Air-France-Flugpersonals zu Allerheiligen hat die nationale Airline nach deren Schätzungen mehr als 20 Millionen Euro gekostet.