7. September 2012, 19:04 Uhr

Lufthansa und Gewerkschaft vereinbaren Schlichtung

Passagiere der Lufthansa müssen zunächst nicht mit weiteren Streiks rechnen: Airline und Gewerkschaft haben sich für eine Schlichtung ausgesprochen. Zuvor hatte die Lufthansa Zugeständnisse gemacht.

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Damit ist vorerst Schluss: Streikende Flugbegleiter der Lufthansa am Flughafen in Frankfurt am Main©

Die Lufthansa und die Flugbegleiter haben eine Schlichtung vereinbart. Die Streiks werden ausgesetzt, sagte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Freitag in Frankfurt. Zunächst blieb offen, ob davon bereits die am Freitag begonnenen Streiks betroffen sind. Ein Schlichter wird nach Angaben von Baublies noch gesucht. Während der Schlichtung gilt Friedenspflicht.

Im Schlichtungsverfahren geht es nach Angaben von Ufo in erster Linie um die Vergütungsfragen. Parallel dazu sollen aber über alle anderen strittigen Fragen wie Leiharbeit verhandelt werden. "Damit ist die Ufo sehr zufrieden", sagte Baublies. Es sei der Gewerkschaft immer um ein Gesamtpaket gegangen. Die Ankündigung der Lufthansa, künftig keine Leih-Stewardessen mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen, sei ein "wichtiges Signal" gewesen.

Die Flugbegleiter hatten am Freitag voriger Woche zunächst für mehrere Stunden die Lufthansa am Standort Frankfurt bestreikt und den Arbeitskampf dann schrittweise ausgedehnt. An diesem Freitag kam es dann zum bislang wirkungsvollsten Streik in der Geschichte der Airline.

Airline musste mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen

Vor der Vereinbarung einer Schlichtung hatte die Lufthansa bereits eine wichtige Forderung der Streikenden erfüllt. Die Fluggesellschaft kündigte an, künftig keine Leih-Stewardessen mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen. Während am bislang größten Streiktag bei Lufthansa bundesweit mehr als die Hälfte der 1800 geplanten Verbindungen ausfiel, liefen parallel in Frankfurt Sondierungsgespräche für weitere Verhandlungen.

Wegen des Streiks musste Europas größte Fluggesellschaft am Freitag weit mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen, rund 100.000 Reisende waren von dem beispiellosen Ausstand betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung. Chaos gab es aber weder an Flughäfen, Bahnhöfen noch auf den Autobahnen. Es war bereits die dritte Streikwelle nach zwei regional begrenzten Ausständen seit Freitag vergangener Woche.

jar/DPA
 
 
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