Bahnkunden sollen Wunschplatz reservieren können

10. März 2012, 14:36 Uhr

Künftig sollen Bahnkunden ihren Wunschplatz wie beim Einchecken am Flughafen exakt wählen können. Interessanter für Bahnfahrer dürfte aber eine aktuelle Pünktlichkeitsanalyse sein.

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Gang oder Fenster? Dieser Wunsch wird Bahnfahrern auch schon jetzt erfüllt. Künftig sollen sie auch entscheiden können, wo im Wagon sie sitzen wollen©

Bislang kann der Bahnfahrer bei einer Sitzplatzreservierung wählen, ob er im Großraum oder im Abteil sitzen möchte, im Ruhewagon oder zwischen Telefonierenden, am Gang oder am Fenster. Künftig sollen sich die Kunden der Deutschen Bahn ihren Sitzplatz im Zug exakt wählen können. "Wir planen, dass Bahnreisende möglichst noch in diesem Jahr ihren Wunsch-Sitzplatz über das Internet reservieren können", sagt der Chef des Onlinevertriebs der Bahn, Mathias Hüske, der am Montag erscheinenden "Wirtschaftswoche". Damit könnten Kunden dann etwa entscheiden, ob sie nahe an den Türen oder lieber in der Mitte des Wagens sitzen wollen. Die Details will das Unternehmen nach Angaben eines Sprechers "zu gegebener Zeit" bekanntgeben.

Wahl der Fahrtrichtung bleibt schwierig

Schwieriger wird es hingegen mit der Wahl der Fahrtrichtung: Viele Züge ändern diese im Laufe ihrer Fahrt mehrmals, Kunden müssen Zug und Strecke für die richtige Wahl also genau kennen. Unklar ist zudem noch, ob die genaue Platzwahl auch an Fahrkartenautomaten möglich sein wird. Probleme bereiten dem Unternehmen laut "Wirtschaftswoche" derzeit noch die verschiedenen Zugtypen, deren Innenausstattung sehr unterschiedlich sei.

Züge auf Haupttrassen häufiger verspätet

Im Zweifel dürfte den Bahnfahrern aber wichtiger sein, dass ihr Zug pünktlich das Ziel erreicht. Und das ist derzeit nicht wirklich zuverlässig gegeben. Auf wichtigen ICE-Trassen in Deutschland kommt es einem Medienbericht zufolge häufiger zu Verspätungen der Bahn als sonst im Fernverkehr auf Schienen. Immer wieder zu spät kommen die weißen Schnellzüge demnach auf den ICE-Haupttrassen Würzburg-Hannover, Berlin-Hamburg, Frankfurt-Köln sowie auf Strecken rund um den Knotenpunkt Hannover. Das hat eine von süddeutsche.de in Auftrag gegebene Analyse ergeben. Grundlage waren dem Bericht zufolge Angaben der Bahn. Probleme mit der Pünktlichkeit soll es zunehmend auch auf Schnellstrecken in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern geben.

Seit mehr als fünf Monaten sind die offiziellen Verspätungsangaben für Fernzüge auf der Internet-Seite der Bahn in einer umfangreichen Datenbank protokolliert. Unter der Internetadresse zugmonitor.sz.de sind die mitgeschnittenen Fahrten interaktiv in Echtzeit und in der Retrospektive nachzuvollziehen, inklusive Verspätungsursachen und -dauer. Auch einzelne Züge und Bahnhöfe lassen sich herausfiltern, die Rohdaten werden öffentlich zur Verfügung gestellt. Die aktuelle Auswertung der Bahn-eigenen Angaben bezieht sich auf einen Zeitraum von Anfang Oktober 2011 bis Anfang März 2012.

Neue ICE ab Winter

Ein Mittel gegen die Verspätung sollen die neuen ICE-Züge sein. Die sollen zum neuen Winterfahrplan auf die Schiene gesetzt werden. Der Technologiekonzern Siemens will der Deutschen Bahn noch in diesem Jahr einen großen Teil der lange versprochenen neuen ICE-Züge liefern. "Ich gehe fest davon aus, dass der Deutschen Bahn für den nächsten Winterfahrplan bis zu zehn Züge zur Verfügung stehen werden", sagte Siemens-Chef Peter Löscher der "Bild am Sonntag". Insgesamt hat die Bahn 16 ICE bei Siemens bestellt, die Lieferung zögert sich seit längerem hinaus.

Offen ist laut Löscher noch, bis wann die restlichen Züge zum Einsatz kommen: "Das hängt davon ab, wie die Züge technisch ausgestattet sind, und darüber sprechen wir noch mit der Bahn", sagte er der "BamS". Ein Bahn-Sprecher sagte zu der Ankündigung Löschers lediglich: "Wir nehmen das zur Kenntnis." Die Lieferverzögerungen hatten genauso wie technische Probleme zuletzt dafür gesorgt, dass die Zugreserve der Bahn extrem klein war und unter anderem bei hartem Winterwetter Verbindungen ausfielen.

Nach London erst ab 2015

Durch verspätete Zuglieferungen von Siemens wird sich voraussichtlich auch die geplante ICE-Verbindung von Frankfurt und Amsterdam durch den Eurotunnel nach London verzögern. Im Dezember hatte es in Bahn-Kreisen geheißen, der Technologiekonzern könne die notwendige Signaltechnik fürs Ausland an Bord der Züge nicht rechtzeitig einbauen. Starten können die Züge nach London nun voraussichtlich erst Ende 2015 statt wie bisher geplant Ende 2013.

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