Startseite

Passagier-Entschädigung auch bei Umsteige-Flügen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat erneut die Rechte von Verbrauchern bei verspäteten Flügen gestärkt. Entschädigungen gelten auch bei Verspätungen durch verpasste Anschlussflüge.

  Auch bei Umsteigeverbindungen können Fluggäste Schadenersatz einfordern: Wenn der Flug am Zielort drei oder mehr Stunden verspätet ist.

Auch bei Umsteigeverbindungen können Fluggäste Schadenersatz einfordern: Wenn der Flug am Zielort drei oder mehr Stunden verspätet ist.

Wenn Passagiere ihren Anschlussflug verpassen und am Zielort mit einer großen Verspätung von drei Stunden oder mehr ankommen, haben sie Anspruch auf Entschädigung. Mit diesem Urteil vom Dienstag stärkte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erneut den Verbrauchern den Rücken. Das Gericht stellte klar, dass für eine mögliche Ausgleichszahlung nur die Verspätung am Zielort maßgeblich ist. Ob der Abflug oder einer der Teilflüge dabei womöglich weniger als drei Stunden verzögert ist, spiele dabei keine Rolle.

Erst im vergangenen Oktober hatte das Gericht entschieden, dass Airlines bei einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden ihren Kunden einen Ausgleich zahlen müssen. Schon damals war angedeutet, dass sich die Verspätung auf das "Endziel" beziehe. Das hat nun der EuGH mit seinem Urteil über mehrteilige Flüge konkretisiert.

Rechtsstreit mit Air France

Das höchste EU-Gericht äußerte sich zu einem Rechtsstreit zwischen einem deutschen Ehepaar und der Fluggesellschaft Air France. Die Ehefrau war von Bremen über Paris und São Paulo nach Asunción im südamerikanischen Paraguay geflogen. Weil sich der Abflug in Bremen um fast zweieinhalb Stunden verzögerte, verpasste sie den Anschluss in Paris und kam schließlich mit elf Stunden Verspätung am Ziel an. In erster und in zweiter Instanz wurde der Frau ein Schadenersatz in Höhe von 600 Euro zugesprochen. Dagegen legte Air France beim Bundesgerichtshof (BGH) Revision ein.

Der BGH wollte nun vom EuGH wissen, ob die Passagierin überhaupt Anspruch auf Ausgleichszahlungen habe, da die EU-Verordnung eigentlich eine Verspätung über die Abflugzeit definiere. Mit dem aktuellen Urteil hat der EuGH bestehendes EU-Verbraucherrecht und die eigene Rechtsprechung präzisiert.

Anspruch auf bis zu 600 Euro

Flugpassagiere können sich bei Flugstreichungen oder starken Verspätungen auf eine EU-Verordnung berufen, die 2005 in Kraft trat. Zusätzlich urteilte der EuGH, dass eine Verspätung von mehr als drei Stunden mit der Annullierung eines Fluges gleichzusetzen sei. Dabei hätten Passagiere Anspruch auf Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro. Die Summen staffeln sich nach der Distanz: Bei Flügen über eine Entfernung von 1500 Kilometern oder weniger sei ein Schadenersatz von mindestens 250 Euro fällig. Maximal können es 600 Euro sein. Bei Verspätungen von mehr als fünf Stunden können sich Betroffene das Flugticket zudem komplett erstatten lassen.

Schadenersatzansprüche gelten aber weiterhin nicht, wenn Verspätungen auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen sind. Dazu zählten extreme Wetterverhältnisse und in der Regel auch ein Streik. Entschädigungen halbieren sich, wenn ein zeitnaher Ersatzflug möglich ist. Darauf wies das Gericht im aktuellen Fall erneut hin.

tib/DPA/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools