Hier ist Kindergeschrei verboten

26. August 2013, 20:20 Uhr

Brüllende Babys haben hier keinen Platz: Jetzt bietet bereits eine dritte Airline in Asien garantiert kinderfreie Sitzplätze in ihren Maschinen an. Diskriminierung oder sinnvoller Service?

Familienunfreundliche Airlines, Kinder an Bord, kinderfreie Zonen, Scoot, Malaysia Airlines, Air Asia X

Für Juni 2012 kündigte Campbell Wilson, Chef einer Tochterfluggesellschaft von Singapore Airlines, den Start von Scoot an.©

Für eine Handvoll Euro Aufschlag verspricht die Airline einen besonders ruhigen Flug: Scoot, der in Singapur beheimatete Low-Cost-Carrier, platziert Fluggäste gegen einen Aufpreis von umgerechnet zehn Euro auf einem der 41 Sitzplätze, auf denen Kinder unter zwölf Jahren unerwünscht sind. In ihren fünf Boeing 777, die zwischen asiatischen und australischen Zielen unterwegs sind, bleiben die Sitzreihen 21 bis 25 ausschließlich für Erwachsene reserviert.

Beschwerden über Kindergeschrei an Bord von Flugzeugen gibt es immer wieder. Laut Umfragen gehört unruhiger Nachwuchs neben alkoholisierten und verschwitzten Passagieren zu den drei Hauptärgernissen bei Flugreisen. Immer mehr Airlines in Asien entsprechen dem Wunsch, Babys aus bestimmten Sitzbereichen der Kabine zu verbannen.

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Bei Malaysia Airlines sind in den sechs doppelstöckigen Flugzeugen vom Typ Airbus A380 Kinder und Familien ins Hauptdeck verbannt.©

Vorreiter Malaysia Airlines

Schon vor zwei Jahren entschloss sich Malaysia Airlines in bestimmten Flugzeugtypen die Erste Klasse zur Tabuzone für Kinder zu erklären.

Zunächst in den inzwischen verkauften Jumbojets und jetzt in den Großraumflugzeugen vom Typ Airbus A380. Hier ist das Oberdeck, das überwiegend mit Business-Class-Sessel ausgestattet wurde, möglicht nur Erwachsenen vorbehalten. Begründung der Fluglinie aus Kuala Lumpur: Ins untere Hauptdeck könnten Familien mit Kindern schneller zusteigen. Auch stünden dort eine größere Anzahl an Toiletten zur Verfügung.

Facebook-Userin Catherin S. zeigte Begeisterung für die Maßnahme und bedankte sich bei der Airline: "Damit haben Sie das Reisen für alle zum Paradies gemacht, die sich unaufhörliches Geschrei von ungezogenen Kindern auf Langstreckenflügen nicht antun wollen."

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Azran Osman-Rani, Chef des Billigfliegers Air Asia X, kündigt neben Zielen in Asien, Australien und Ozeanien weitere Flugverbindungen nach Japan an.©

Für fünf Euro Aufpreis ohne Kinder neben sich fliegen

Anfang diesen Jahres zog die Billigfluglinie Air Asia X nach. Die ebenfalls in Malaysia angesiedelte Flugline spricht von "Frieden und Stille" in den Reihen eins bis sieben ihrer Economy Class. Die zehn Jahre alte Airline, die mit mehr als hundert Maschinen in Asien sehr populär ist, verlangt für die "Preferred Seat Option" einen Aufschlag von fünf Euro. Zur Anwendung kommt das Konzept auf allen Langstreckenflügen der Airline.

Für Fluggesellschaften in Europa und den USA sind kinderfreie Zonen in ihren Maschinen jedoch kein Thema. Denn sie möchten sich nicht Diskriminierung vorwerfen lassen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Flugbegleiter von Lufthansa, Air Berlin und Charterflieger wie Tuifly und Condor kümmern sich besonders um Kinder. Sie überraschen die jungen Fluggäste gerne mit Geschenken wie Malbüchern und Plüschtieren. Denn die kleinen Passagiere sind die Kunden von morgen.

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