Türkischen Reiseveranstaltern droht die Pleite

5. Juni 2013, 11:49 Uhr

Der Reiseveranstalter GTI Travel hat einen Insolvenzantrag angekündigt. Die zum Unternehmen gehörende Sky Airlines hat ihren Flugbetrieb bereits eingestellt. Hunderte Türkei-Urlauber sind betroffen.

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Zur türkischen Kayi-Gruppe gehören der Reiseveranstalter GTI, die Fluggesellschaft Sky Airlines und das Hotel Adam & Eve in Belek bei Antalya.©

Bei Urlaubsflügen in die Türkei könnte es in diesem Sommer Engpässe geben. Die türkische Fluggesellschaft Sky Airlines, die unter anderem den Urlaubsort Antalya anfliegt, hat ihren Flugbetrieb für den deutschen Markt eingestellt. Das teilte der wie Sky Airlines zur türkischen Kayi-Gruppe gehörende Reiseveranstalter GTI in Düsseldorf mit.

Für rund 3500 Kunden an Urlaubsorten in der Türkei, auf Mallorca und in Bulgarien werde derzeit der Rückflug organisiert, sagte ein GTI-Sprecher. Es sitze aber niemand fest. GTI und der Anbieter Buchmal Reisen sind den Angaben zufolge zahlungsunfähig. Beide haben deshalb ihren Betrieb eingestellt. Alle Reisen in die Türkei sind zunächst bis zum 10. Juni storniert worden.

400.000 Plätze für Flüge nach Antalya fehlen

Derzeit bereitet GTI Travel den Insolvenzantrag vor. Mit anderen Veranstaltern wird über eine mögliche Übernahme der noch nicht abgeflogenen Reisen verhandelt. Die Passagiere sollen auf andere Flüge umgebucht werden. Für die Nur-Fluggäste von Sky Airlines sieht es schlechter aus: Die Airline ist im Gegensatz zum Veranstalter nicht gegen Insolvenz versichert.

Nach Einschätzung des Duisburger Reiseveranstalters Alltours fehlen nach der Einstellung des Flugbetriebs von Sky Airlines für den deutschen Markt rund 400.000 Plätze für Flüge nach Antalya. Alltours habe deshalb für die kommenden Tage Neubuchungen für Türkeireisen gestoppt, teilte das Unternehmen in Duisburg mit. Last-Minute-Angebote für Türkeireisen werde es in diesem Sommer wohl nicht geben.

Sicherungsschein bei Pauschalreisen hilft

Verbraucherschützer und Reisebranche empfehlen GTI-Kunden, bei Fragen und Unsicherheiten Kontakt mit dem Unternehmen und dem Versicherer HanseMerkur aufzunehmen. Erster Ansprechpartner sei das Unternehmen selbst, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Akut Betroffene, wie etwa Reisende in den Urlaubsgebieten, könnten sich dort Hinweise zu Unterkunft oder Rückreise und dem weiteren Vorgehen einholen. Auch die Kooperationspartner des Reiseveranstalters vor Ort könnten weiterhelfen, von denen die Urlauber mitbetreut werden. Reiserechtsexpertin Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfahl Betroffenen, "frühzeitig" Kontakt zum Versicherer HanseMerkur aufzunehmen. "Dort gibt es auch Informationen über das weitere Verfahren", sagte Wagner.

Reiseveranstalter seien EU-weit dazu verpflichtet, sich gegen Zahlungsunfähigkeit zu versichern. Die Versicherer müssten für alle ausfallenden Leistungen aufkommen. Als Nachweis für den Konkursfall diene Reisenden der sogenannte Sicherungsschein, der mit der Reisebestätigung ausgehändigt werde.

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