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28. Dezember 2009, 15:29 Uhr

Das müssen Passagiere jetzt wissen

Höhere Sicherheitsstandards

Die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen wurden nach dem vereitelten Anschlag von Detroit erhöht. "Die Bundesregierung nimmt den Anschlagversuch in den USA sehr ernst", so Innenminister Thomas de Maizière. Was das für Passagiere bedeutet, listet stern.de auf. Von Swantje Dake

Wer in den kommenden Tagen per Flugzeug reisen will, sollte für die Sicherheitskontrollen etwas mehr Zeit einplanen, egal ob die Reise in die USA geht oder das Ziel innerhalb Europas oder Deutschlands liegt. Für Passagiere, die in die USA fliegen, ändert sich noch mehr.

Was ändert sich vor Abflug?

Unmittelbar nach dem vereitelten Anschlag auf dem Delta-Flug nach Detroit wurden die Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Flughäfen erhöht. Was genau bei den Kontrollen intensiviert wird, will die Bundespolizei aus taktischen Gründen nicht bekanntgeben. Nur so viel: Die Bundespolizei setzt nicht mehr Personal ein, aber es kommt zu "zielgerichteten, manuellen Kontrollen". Sprich: Passagiere werden verstärkt abgetastet, Handgepäck wird häufiger als bislang durchsucht. Dadurch dauert die Sicherheitskontrolle unter Umständen etwas länger. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bat die Fluggäste um Verständnis für die intensiveren Kontrollen und rät, möglichst wenig Handgepäck mitzunehmen

Während die Bundespolizei empfiehlt, zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, raten die meisten Airlines dazu, einen Drei-Stunden-Puffer bei US-Flügen einzurechnen. Da aber Passagiere für deutsche, innereuropäische und andere Fernziele durch die gleiche Kontrollstelle müssen, wie Fluggäste mit Ziel USA, sollte man derzeit unabhängig vom Ziel spätestens zwei Stunden vor Abflug einchecken und durch die Sicherheitskontrolle gehen.

Was ändert sich an den Flughäfen?

Der Frankfurter Flughafen bittet alle Passagiere rechtzeitig vor Abflug einzutreffen. Die Sicherheitskontrollen sollen zunächst bis zum 30.12.2009 verschärft bleiben.

In München wurden die Maßnahmen der neuen Lage angepasst. "Es ist tatsächlich so, dass es eine Erhöhung der Sicherheitsstandards gab", sagte ein Sprecher des Luftamtes Südbayern. USA-Reisende müssen am Terminal 2 des Münchner Airports eine Sonderkontrollstelle passieren.

In Berlin wurde dazu geraten, "überpünktlich" am Flughafen zu erscheinen, um USA-Flüge ohne Probleme zu erreichen.

In Düsseldorf wurde allen USA-Reisenden empfohlen, drei Stunden vor Abflug zu erscheinen, so wie es bisher schon geraten wurde. Alle anderen Reisenden sollten mindestens zwei Stunden vor Abflug eintreffen.

In London gilt ab sofort: Maximal ein Stück Handgepäck pro Passagier. Außerdem müssen die Reisenden vor dem Gate noch einmal kontrolliert werden.

Was müssen Passagiere während des Fluges beachten?

Die Bestimmungen für Flüge in die USA legen nicht die Fluglinien fest, sondern regelt einheitlich die Transportation Security Administration (TSA) . Die US-Luftsicherheitsbehörde hat nach dem versuchten Anschlag verfügt, dass Passagiere in der letzten Stunde des Fluges vor der Landung auf ihren Sitzen bleiben. "Bislang wurde die Anschnallzeichen ungefähr für die letzten 45 Minuten vor der Landung eingeschaltet", so ein Lufthansa-Sprecher. Auch dürfen die Passagiere in dieser Zeit nicht mehr an ihr Handgepäck. Während des gesamten Fluges sind Gegenstände auf dem Schoß vorerst nicht gestattet. Bei einigen Fluglinien wird derzeit auf die Anzeige der Flugroute auf den Bildschirmen verzichtet, damit sich potentielle Attentäter nicht orientieren können.

Gibt es neue Bestimmungen für das Handgepäck?

Bislang nicht. Nach den versuchten Anschlägen von London von 2006 wurden die Bestimmungen für Handgepäck von der EU verschärft. Messer, Scheren und Feuerzeug mussten ohnehin schon draußen bleiben. Seit 2006 sind Flüssigkeitsbehältnisse, die größer als 100 Milliliter sind, aus dem Handgepäck verbannt. Wer Cremes, Duschgel und Zahnpasta in kleineren Mengen in die Kabine nehmen will, muss diese Gegenstände in einen durchsichtigen, wieder verschließbaren Plastikbeutel einpacken, der nicht mehr Volumen hat als ein Liter. Diese Bestimmungen sollten eigentlich im April 2010 wegfallen. Doch bereits vor einigen Monaten wurde beschlossen, die Richtlinien mindestens bis 2012 aufrecht zu erhalten. Viele Airlines raten ihren Passagieren so wenig Handgepäck wie möglich mitzunehmen.

Was ist generell für die US-Einreise zu beachten?

Wer ohne Visum in die USA, zum Beispiel für einen Urlaub, einreisen will, muss sich spätestens 72 Stunden vor Abflug im Internet registrieren. Auf der Seite des US-Heimatschutzministeriums muss ein Formular ausgefüllt werden, das sogenannte Esta-Formular. Die Einreise wird dann bereits vor Abflug bewilligt, kann aber bei Ankunft von den Zoll- und Grenzschutzbehörden immer noch verweigert werden. Die Registrierung ist kostenlos. Achtung: Es gibt jedoch Agenturen, die für die Registrierung Geld verlangen. Wer keinen Internetzugang hat oder Schwierigkeiten beim Ausfüllen kann sich im Reisebüro helfen lassen.

Auf dem Flug in die USA müssen erneut Formulare ausgefüllt werden, eines für den Zoll und eines in dem nochmals ähnliche Fragen wie auf dem virtuellen Esta-Formular abgeklopft werden. Wer mit Visum in die USA einreisen möchte, muss sich nicht vor Abflug im Internet registrieren, wohl aber die beiden Formulare auf dem Flug ausfüllen.

Zusätzlich zur Registrierung ist ein maschinenlesbarer Reisepass nötig, der auch biometrische Daten wie ein digitales Foto enthält. Auch Kinder benötigen ein solches Dokument.

Was auch weiterhin bestehen bleibt, ist die Übermittlung der Passagierdaten durch die Fluggesellschaften an die US-Behörden. Die kennen den potentiellen Besucher, bevor er amerikanischen Boden betritt: Name, Adresse, Flugroute, Sitznummer, mit welcher Kreditkarte gezahlt wurde, welches seine erste Anlaufadresse in den USA ist und ob er womöglich Moslem ist und daher das Schweinefleisch zum Mittagessen im Flugzeug abbestellt hat.

KOMMENTARE (10 von 13)
 
Malt (29.12.2009, 11:01 Uhr)
Ich glaub'....
....wenn ich eine Stunde vor der Landung nicht mehr aus Klo darf (was für ein MEGABLÖDSINN zum Beispiel... wenn ich das Flugzeug sprengen will und dazu auf die Toilette muss, dann mach ich es eben 2 Stunden vor der Landung - wer hat sich denn das ausgedacht?) dann piss ich halt unter den Sitz meines Vordermannes... oder scheiß zwischen die Stuhlreihen... ich muss dann ja nur noch eine Stunde in dem Flieger sitzen, da halte ich den Geruch sicher eher aus als neren Druck. Ausserdem stellt sich die Frage, wie lange die Airlines diese schwachsinnsregel weiter aufrecht erhalten würden wenn das mehrere Leute machen würden....
Nardo (29.12.2009, 09:08 Uhr)
Aha
Aha.
Wieder mal ein pöhser, pöhser Terrorist, der die Grundfesten der Westlichen Welt erschüttert hat.
Und wie immer wird das zum Anlass genommen, zusätzliche [sarksamus] "Sicherheits"-Maßnahmen [/sarksamus] (netter Euphemismus, passender wäre Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen) zu fordern.
Man kann über die Terror-Datenbanken der Amis trefflich streiten, aber dieser Fall zeigt mal wieder eins: sie lassen sich umgehen - wie alle Überwacungsmaßnahmen.

Ich frage mich nur, ab wann alle Flugpassagiere nackt und am Stuhl gefesselt fliegen müssen, natürlich nur und ausschließlich, um deren "Sicherheit" zu gewährleisten ...
Sandygirl (28.12.2009, 20:32 Uhr)
Der Bundestag muss sicher sein!
Also ich bin dafür, dass am Bundestag immer die selben Kontrollen gemacht werde, wie am Flughafen. Wenn Frau Merkel durch den Nacktscannert geht, dann ist es wohl nciht so schlimm... Aber bitte keine 2 Klassen Gesellschaft! ;-)
chatahootchee (28.12.2009, 20:13 Uhr)
@KUNOO
So'n Schmarrn wie dem Raechen eines verwoehnten Nigerianer-Terroristen an den Amerikanern habe ich lange nicht gehoert. Also Haendchenhalten?
Hatten wir nicht schon diese Diskussion mit den erpresserischen Forderungen der Afrikaner, dass diese Geld fordern, welches dann in einzelne Taschen versickert? KUNOO, Sie hoeren mitten im Satz auf: Wie soll man sich Gedanken machen, es denn verbessern?

@NERVENTANZ:Ich bin Million-Miler bei Delta; jede Kontrolle ist leider angebracht.
nerventanz (28.12.2009, 18:15 Uhr)
Die haben ein Rad ab
Die sollten mal von den Sicherheitsexperten von der IT lernen. Es gibt keine absolute Sicherheit. Sicherheit lässt sich mit genügend Geld immer "umgehen".

Ist schon Blödsinn mit Einschränkungen bzgl Medikamenten und Wasser, aber das was die in USA machen sprengt jegliches Maß an Unvernunft.

Diese Feigheit gegenüber Terroristen ist einfach unerträglich. Am besten alle Freiheiten aufgeben, damit wir "gewinnen"! Klar, Leute... Sind das eigentlich die ersten Auswirkungen von BSE, die wir hier bei unseren "Beschützern" erfahren?
facilidad_de_ser (28.12.2009, 18:08 Uhr)
Ich kann diese Unsicherheit...
...nicht mehr ertragen. Deshalb bitte ich die USA, endlich in Nigeria einzumarschieren, um uns vor diesen Terroristen zu beschützen.

Was sagt denn Wikipedia über Nigeria´s Wirtschaftszweige

Der Hauptschwerpunkt liegt in der Rohölförderung. Etwa 90% der Exporterlöse des Landes und 80% der Staatseinnahmen stammt aus der Erdölförderung. Nigeria ist der weltweit sechstgrößte Ölproduzent, im Jahr 1976 lag das Land noch auf Platz sieben.

Der Einmarsch könnte sich also lohnen!
Mobat (28.12.2009, 17:56 Uhr)
Kenntnis
Kunoo,

Wenn es denn nicht die Lust am Töten ist, die einen Terrorist dazu bringt, die Passagiere in den Tod zu reißen, was ist es dann? Selbstverteidugung? Nun, wer hat den Mann den angegriffen? Patriotismus? Das hatten wir in Deutschland auch schon mal. Neid und Verachtung auf die USA? Hass erntet Hass, das funktioniert in beide Richtungen.

Dieser Mann gehört in eine geschlossene Anstalt - und wie tragen die Konsequenzen, weil Fliegen für uns alle anstrengender wird. Lieber aber lasse ich mit als Unschuldiger filzen, damit ich nicht Passagier auf einem zweiten Lockerbyflug werde.
bigcpoint (28.12.2009, 17:47 Uhr)
Nicht vergessen !
Ohne Passagiere gäbe es keine Airlines und Sicherheitsbeamten.
Denken Sie daran, wenn Sie mal wieder ein Sicherheitsbeamter oder Steward behandelt als wären die Passagiere ein ärgerliches Übel.
kunoo (28.12.2009, 17:27 Uhr)
Ursache und Wirkung ...
Bei allem Verständnis für die Empörung und die Verdammung des 'bösen nigerianischen Terroristen' - wir vergessen gern, wie die Amerikaner und Europäer und zunehmend auch die Chinesen Afrika ausbeuten und missbrauchen. Richtig, die afrikanischen Völker, bzw. Volksstämme sind untereinander zerstritten und scheinbar nicht fähig, funktionierende Staatsgebilde zu gründen. Genau dieses aber nutzen die Länder der 'ersten Welt', allen voran die USA, seit Jahrhunderten aus. Frei nach dem anglo-amerikanischen Prinzip 'teile und herrsche', werden in Afrika Marionetten-Regierungen installiert und gestützt, damit Unternehmen wie Shell und Esso und andere 'Global-Player' diese Länder gnadenlos und ungestört ausplündern können. Dabei werden jahrein - jahraus tausende unschuldiger Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt und ihnen die Möglichkeiten menschenwürdiger Mindeststandards, geschweige denn einer Entwicklung vorenthalten.

Wenn aber einer dieser 'Untermenschen' dann hergeht und versucht, sich an den unschuldigen (weil uninteressierten und gleichgültigen) Amerikanern zu rächen, bzw. ein Zeichen zu setzen, dann gilt die Empörung und Verurteilung nur ihm.

Es wird höchste Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen, was diese Menschen dazu treibt, derartige Attentate zu begehen. Kleiner Tipp: Es ist NICHT die Lust am Morden ...!! Vielleicht wacht die Menschheit ja irgendwann doch noch einmal auf und besinnt sich der Wurzeln dieser Aggressivität. Verschärfte Flughafenkontrollen und ein einstündiges Aufstehverbot vor der Landung wird die Probleme mit Sicherheit nicht lösen. Darüber sollten wir 'mal nachdenken.
undueberhaupt (28.12.2009, 17:11 Uhr)
Na...
was hat man sich im fernen Hawaii noch so alles ausgedacht. Eine Rakete ins Weiße Haus? Oder wie marschiert man in den Iran noch anders am besten ein? Vielleicht mal in Texas anrufen, " der " war schließlich auch ideenreich!
 
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