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20. Juli 2010, 16:20 Uhr

Pasagiere mussten 70 Grad Hitze ertragen

Die Hitze in den ICE während der Klimaanlagen-Panne war offenbar deutlich höher als bisher berichtet. Laut "Frontal 21" ergab die Störfallanalyse der Bahn über 70 Grad. Der Konzern dementiert das.

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Draußen 35, drinnen 70 Grad? Offenbar waren die Temperaturen in den ICE sehr viel höher als bislang gedacht© Wolfgang Kumm/DPA

Während der Klimaanlagen-Panne hat die Deutsche Bahn einem Medienbericht zufolge in ihren ICE-Zügen Temperaturen von bis zu über 70 Celsius gemessen. Dies gehe aus einer "internen Störfallanalyse" des Konzerns hervor, berichtet das ZDF-Magazin Frontal 21 am Dienstag. Reisende hatten von Temperaturen von rund 50 Grad berichtet, eine Lehrerin, die mit einer Schulklasse in einem der betroffenen Züge unterwegs war, aber hatte auch schon von über 70 Grad gesprochen.

Wegen hochsommerlicher Temperaturen hat die Bahn derzeit Probleme mit Klimaanlagen in Teilen ihrer ICE-Flotte. Die Anlagen in den Zügen der zweiten Generation sind nur für Temperaturen bis 32 Grad ausgelegt. Am vorvergangenen Wochenende hatten drei der Hochgeschwindigkeitszüge auf dem Weg von Berlin nach Köln und Düsseldorf wegen ausgefallener Klimaanlagen und extremer Temperaturen im Zuginneren stoppen müssen. Die Fahrgäste waren teils dehydriert und mussten ärztlich behandelt werden.

Die Bahn erklärte, sie habe keine Kenntnis von einer internen Störfallanalyse, derzufolge in einem ICE 70 Grad gemessen worden seien. Den Bericht von "Frontal 21" bezeichnete ein Konzernsprecher als "unseriös". Jedoch sei Tatsache, dass in den vergangenen anderthalb Wochen "wegen Störfällen an der Klimaanlage rund 50 Züge gestoppt oder ausgesetzt" worden seien.

Hitze setzt auch Signalen und Weichen zu

Unabhängig vom Ausfall der Klimaanlagen hat die Bahn laut "Frontal 21" mit zahlreichen anderen Störungen zu kämpfen. So seien etwa am vergangenen Freitag mehr als 200 Störfälle bei Signalen, Weichen und in Stellwerken aufgetreten, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf interne Bahn-Unterlagen. 670 Züge seien betroffen gewesen - knapp ein Drittel der Bahnen, die täglich in Deutschland unterwegs sind.

Die Bahn räumte für den Tag vemehrte Störungen am Schienennetz "aufgrund der Witterungsverhältnisse" ein, wollte aber keine Zahlen nennen. Das ZDF stufte den Freitag als "ganz normalen Verkehrstag" ein. Tatsächlich war er ein heißer Sommertag, am späten Abend örtlich mit Gewittern, Hagel und starken Regenfällen.

joe/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
volkskamera (21.07.2010, 14:18 Uhr)
@elevenstar
Das mit Mehdorn ist genau das gleiche wie mit den Verbrechern im Management von Großbanken.

Die kommen für ihre großartige Leistung, Millionen in den Sand gesetzt zu haben maximal eine Bewährungsstrafe. Im Gegenzug dürfen sie sich dann eine saftige Gratifikation fürs nächste Jahr selbst aushandeln.

Ich sag nur: Nieten in Nadelstreifen.
elevenstar (21.07.2010, 11:45 Uhr)
..und Herr Mehdorn?
Die Ausfälle, die Unzulänglichkeiten, die Defekte aufgrund von Einsparung, die Gier an die Börse zu kommen ist alles auf den Mist von Herrn Mehdorn gewachsen - und was passiert? Nichts! Der Mann kommt tatsächlich damit durch! H. Mehdorn hat wohl die allerbesten Kontakte in den elitären Kreisen von Politik und Justiz! Recherche seitens der Medien auch gleich Null! Merkwürdig!
kldrkur (21.07.2010, 09:23 Uhr)
Verantwortungslos
Die Überschrift steht im Gegensatz zum Text und auch allen sonstigen Berichten.
Hier wird wieder einmal belegt, dass
Journalismus in erster Linei Verantwortungslosigkeit ist.
volkskamera (21.07.2010, 07:20 Uhr)
sollte, müsste, könnte, dürfte....
.... alles viel zu viel Möglichkeitsform.

Es wird wieder passieren, wo Technik ist, wird es Defekte geben.

Dagegen sagt auch keiner was, die Kritik richtet sich eher gegen die Bahn bzw. deren Mitarbeiter über die miserable Reaktion und Koordination.
Corazito3333 (20.07.2010, 22:46 Uhr)
Es ist vorbei.........
und es sollte nicht mehr passieren!!!!
Leseratte79 (20.07.2010, 22:09 Uhr)
@all
Was ist am querlesen denn auch falsch?Seine Meinung bildet (höhö) man sich immer noch selbst- dafür ist es mehr als schlau fast alle zu lesen von Bild bis Focus- erweitert das Blickfeld.
volkskamera (20.07.2010, 21:33 Uhr)
@Satorihans
Das mit dem Hotel ist ein ganz schlechtes Beispiel.
Dort kann man entweder ein Fenster öffnen oder einfach das Zimmer verlassen.

Versuchen Sie das mal bei einem ICE, der mit mehr als 200 km/h durch Deutschland fährt.

Das Problem ist nicht die ausgefallene Klimaanlage, sondern die Tatsache, dass die Passagiere keine Möglichkeit hatten, der Hitze zu entgehen.
Rubicon (20.07.2010, 21:22 Uhr)
@tobix (2. Versuch @stern -.-)
Den Standpunkt kann ich gut nachvollziehen und stimmt dem auch vollkommen zu, "aber":
Zugegebenermaßen lese ich regelmäßig bild.de, aber entweder schüttle ich anschließend den Kopf, weil ich gern einen Account hätte, um diese dummen Leserkommentare zu kommentieren oder ich lache über das Artikelniveau. Bild rockt!
Was ich sagen will, wenn man genug in der Birne hat, schadet einem Bildniveau nicht. Qualität suche ich eigentlich gar nicht, ich mach sie mir quasi selbst. ;)
jomimo (20.07.2010, 21:17 Uhr)
@Satorihans
Sie sind zu ungeduldig.
Gerade erst bekamen die deutschen Hoteliers den Sanierungsrettungsanker und schon erwarten Sie, dass sogar die Klimaanlagen funktionieren.

Nun warten Sie doch mal ein volles Jahr ab - Chance geben - und Sie werden sehen, dass JEDES Hotel in D zu einer blühenden und äußerst fruchtbaren Landschaft wurde.

LG
tobix (20.07.2010, 21:07 Uhr)
@Rubicon
Das Problem ist, dass sich zuviele Medien dem Bildzeitungsniveau annähern oder es unterbieten. Das fängt bei reißerischen Schlagzeilen an (wie bei diese Artikel: die 70°C sind nicht gesichert, aber die Überschrift erweckt den Eindruck). frontal21 halte ich - gerade für ein ÖR-Format - für recht fragwürdig, da gibt es so manch komischen Beitrag...

Verstärkt wird das ganze durch den Online-"Journalismus", bei dem jeder der erste sein will. Eine echte Recherche oder Reflektion findet nicht statt, stattdessen mischt man 2-3 Agenturmeldungen mit ein paar Gerüchten/Vermutungen oder Blogeinträgen/Tweets zusammen.
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