Blaue Flecke hat sich die Bahn bei Facebook und Twitter schon geholt. Jetzt fordert das Unternehmen die Web-Gemeinde heraus: Jeder kann auf Twitter alles fragen, das Unternehmen antwortet binnen Minuten. Der erste Tag verläuft spaßig. Von Annette Berger

Haben schon über 4000 Follower: das neue Twitter-Team der Bahn© Sceenshot
Nach mehreren Kommunikationspannen geht die Bahn bei Social Media aufs Ganze: Per Twitter-Feed können seit Mittwoch früh, sechs Uhr, alle Nutzer des Webdienstes Fragen, Beschwerden und Anregungen an die Bahn richten. Ein paar Augenblicke später posten dann Janice, Maik, Marlen oder ein anderer der insgesamt zwölf Profi-Zwitscherer die Antwort in dem Onlinedienst unter www.twitter.com/DB_bahn.
Zwar ist es nicht der erste Ausflug der Bahn auf Twitter. Unter www.twitter.com/db_info verschickt das Unternehmen schon seit einiger Zeit Informationen ins Internet. Aber bisher reagierte es nicht direkt auf Fragen. Die einseitige Kommunikation wird jetzt zum Dialog.
Und der wird eifrig geführt. "Wir sitzen seit einer halben Stunde ohne Info in Monschau fest. Keiner sagt uns Bescheid. Was ist los?", fragt der Nutzer "Stadioncheck". Tja, was ist los? Vermutlich wollen Ortsunkundige jetzt wissen, wo Monschau liegt: Die 13.000-Einwohnergemeinde befindet sich in der Nähe von Aachen, kurz vor Belgien. Außerdem hat Monschau zwar einen Bahnhof, aber keinen, wo Züge verkehren.
Durch einen ähnlichen Fragendschungel müssen sich vermutlich auch die Kommunikationsprofis der Deutschen Bahn hacken. Deren Antwort für "Stadioncheck" lautet: "Lt. unserem System verkehren nur Busse. Dazu liegen uns keine Informationen vor."
Zeitweise werden an diesem Mittwoch Einträge im Minutentakt gepostet. Der Dienst ist quasi eine Hotline, die alle mitlesen können. Vertraulich kann auch kommuniziert werden, über eine "Direct Message".
Eigentlich hat die Bahn mit gut 300 Anfragen täglich gerechnet, die montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr beantwortet werden sollen. Aber schon in den ersten acht Stunden kommt die Bahn-Seite auf 288 Tweets. Die nächsten Tage würden zeigen, ob sich der Arbeitsaufwand in der geplanten Größenordnung einpendelt, sagt ein Bahn-Sprecher FTD.de.
Gefunden in der Onlineausgabe der Financial Times Deutschland