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Die Anerkennung von Abchasien und Südossetien durch Russland hat für Unverständnis in Georgien und im Westen gesorgt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem der schwersten Konflikte in der Nachkriegszeit. Georgiens Präsident Micheil Saakaschwili rief die Weltgemeinschaft zum Handeln auf.
Vor einem Jahr brach der Krieg zwischen Russland und Georgien aus. Nun klärt die EU, wer diese Eskalation verschuldete. Fest steht: Vielen Georgiern hat der Konflikt dauerhaftes Leid gebracht. Andreas Albes hat Menschen besucht, deren Bilder damals die Welt bewegten.
Die Beobachter der Europäischen Union in Georgien sind am ersten Einsatztag nicht behindert worden. Sie sollen die Waffenruhe nach dem Krieg um die abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien überwachen. Allerdings will Russland verhindern, dass die EU-Vertreter die Provinzen betreten.
Russland hat diplomatische Beziehungen zu den von Georgien abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien aufgenommen und gleichzeitig mit dem Abzug seiner Truppen aus georgischem Kerngebiet begonnen. Die Europäische Union bemüht sich unterdessen darum, ein Übergreifen der Georgien-Krise auf die Ukraine zu verhindern.
Vermittlungserfolg für Nicolas Sarkozy: Nach Beratungen mit dem französischen Staatschef in Moskau stimmte Russlands Präsident Dimitri Medwedew der Forderung zu, Beobachter der EU in Georgien zu akzeptieren. Medwedew sagte außerdem den kompletten Abzug der russischen Truppen aus dem georgischen Kernland zu.
Der russische Regierungschef Wladimir Putin rief vor dem Krisengipfel der Europäischen Union zum Kaukasus-Konflikt die EU zu einer "vernünftigen Position" auf. Moskau seien mögliche Sanktionen "nicht gleichgültig". Gleichzeitig erneuerte er seine Vorwürfe an die US-Regierung.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat nach der Anerkennung der abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien eine militärische Antwort auf das geplante US-Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien nicht ausgeschlossen. Moskau wünsche sich aber keinen neuen kalten Krieg, da dies nur Probleme für alle mit sich bringe.
Im Kaukasus-Konflikt stehen die Zeichen weiter auf Konfrontation: Das russische Parlament forderte Präsident Dmitri Medwedew auf, die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens anzuerkennen. Bush appellierte an Medwedew, die Separatisten-Regionen nicht als unabhängig anzuerkennen.
Beide Kammern des russischen Parlaments haben sich dafür ausgesprochen, die abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten zu akzeptieren. Die Parlamentarier forderten Präsident Dmitri Medwedew einstimmig zur Anerkennung auf. Deutschland kritiserte die Voten scharf.
Die Bundesregierung hat Russland aufgefordert, den Abzug aus Georgien "jetzt unverzüglich" zu vollenden. Kanzlerin Merkel regte außerdem eine Nachbarschaftskonferenz an. Unterdessen kontrollieren russische Truppen weiterhin die georgische Hafenstadt Poti.
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Poti ist eine Hafenstadt in der Region Mingrelien in Georgien. Sie hat 47.149 Einwohner (Volkszählung 2002) und liegt am Schwarzen Meer an der Mündung des Flusses Rioni im kolchischen Tiefland.