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Stilvolle Unterkünfte ohne Kompromisse

Sie möchten zum Donauinselfest, zum Prater oder auf den Spuren Sissis wandeln und suchen ein Hotel in Wien? Wir stellen acht Häuser vor, die neuen Schwung in die Wiener Hotelszene bringen.

Von Till Bartels

Die österreichische Hauptstadt bietet ihren Gästen die große Auswahl: Mehr als 400 Hotels in Wien buhlen mit insgesamt 53.000 Betten um Besucher. Allen voran die großen Fünf-Sterne-Hotels an der Ringstraße um die Innere Stadt. Legendäre Häuser wie das Sacher, Imperial oder Grand Hotel kultivieren heute noch das Klischee der kaiserlich-königlichen Doppelmonarchie aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Aufregender und bezahlbarer sind dagegen neue Hotelentwicklungen: Kleine, individuelle Häuser, die in jüngster Zeit von Quereinsteigern ins Leben gerufen wurden. Wir haben acht Hotel-Tipps, wie Sie in Wien dem Biedermeierstil entfliehen können. Allen gemeinsam ist eine zentrale Lage und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - ideal für einen Wochenaufenthalt in Wien.

  Wiens neustes Designhotel: das Topazz mit 33 Zimmern und ungewöhnlichen Fensteraugen zur Inneren Stadt

Wiens neustes Designhotel: das Topazz mit 33 Zimmern und ungewöhnlichen Fensteraugen zur Inneren Stadt

Wiens innovativer Solitär: Topazz

Schon architektonisch setzt die avantgardistische Fassade mit den versetzt angeordneten Bullaugen im Herzen Wiens ein besonderes Zeichen: Im 1. Bezirk, nur wenige Gehminuten vom Stephansdom entfernt, eröffnete im April 2012 auf einem 147 Quadratmeter kleinen Grundstück ein Designhotel. Dem 11 Millionen Euro teuren Projekt gelingt in den 33 asymmetrisch geschnittenen Zimmern eine Melange von der Handwerkstradition der Wiener Werkstätten vor über 100 Jahren mit den ästhetischen Hightech-Ansprüchen des 21. Jahrhunderts. Die ovalen Fenster des Niedrigenergiehauses, in deren geschwungen Fensterbänken man sich auf Polstern schmiegen und die vorbeizuckelnden Fiaker beobachten kann, sind dreifachverglast, die TV-Bildschirme hinter Vorhängen versteckt, und im Salon im Souterrain stehen den ganzen Tag über Getränke und nachmittags Süßes wie frische Buchteln bereit. Preise: für Frühbucher ab 135 Euro, Frühstück inklusive.
Adresse: Lichtensteg 3, U-Bahnhof: Stephansplatz, http://hoteltopazz.com

  Innenhof des Hotels Stadthalle Wien: Gäste, die mit dem Zug anreisen, erhalten 10 Prozent Ermäßigung.

Innenhof des Hotels Stadthalle Wien: Gäste, die mit dem Zug anreisen, erhalten 10 Prozent Ermäßigung.

Das Null-Energie-Hotel:

Violetter Lavendel blüht auf dem Dach, Wein wächst an den Wänden des begrünten Innenhofs, Solarzellen verzieren die Brandmauer: Dieses Drei-Sterne-Hotel in der Nähe des Westbahnhofs ist anders. Besitzerin Michaela Reitterer behauptet, das "weltweit erste Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz" geschaffen zu haben. Das Regenwasser wird für die Toilettenspülung gesammelt, über einen eigenen Grundwasserbrunnen die Raumtemperatur gekühlt und mit einer Photovoltaikanlage Strom erzeugt. Im Sommer wird die gewonnene Überschussenergie ins Netz eingespeist. Nur die Windräder auf dem Dach sind noch Zukunftsmusik, denn Behörde und Nachbarn verhindern bisher eine Realisierung. Wer öko-spartanische Zimmer erwartet, liegt falsch: Die 80 Räume (38 davon im neuen Passivhaus) wirken modern und komfortabel. Preise: EZ ab 78 Euro, DZ ab 108 Euro inklusive Frühstück. Zum Haus gehört die benachbarte Pension Stadthalle (Hackengasse 33) mit günstigen Preisen: EZ 39 Euro, DZ 59 Euro.
Adresse: Hackengasse 20, U-Bahnhof: Westbahnhof, www.hotelstadthalle.at

  Schmückstücke in den Suiten des 25 Hours: Wandgemälde im Stil der 50er-Jahre-Künstlerin Bele Bachem und Mobiliar vom Flohmarkt

Schmückstücke in den Suiten des 25 Hours: Wandgemälde im Stil der 50er-Jahre-Künstlerin Bele Bachem und Mobiliar vom Flohmarkt

In der Manege: 25 Hours Hotel Wien

Die Rezeption befindet sich auf dem "Dachboden" des Hauses, einem ehemaligen Studentenwohnheim, dem eine Glashaube aus drei Etagen aufgesetzt wurde. Die luftige Lobby ist eine Mischung aus Flohmarkt, Lounge und Zirkuszelt, denn das Thema Manege zieht sich bei diesem Themenhotel durch alle 34 Suiten. Über den Betten Wandmalereien, kuriose Möbel und Kochnischen aus weißem unbearbeiteten Holz, die an alte Zirkuswagen erinnern. "Wir haben viele Familien zu Gast", sagt Fanny Holzer, die Direktorin des 2011 eröffneten Beherbungszirkus. Erst im Frühjahr 2013 sind die 200 kleineren Zimmer in dem kernsanierten Gebäude bezugsfertig. Einzigartig: die bodentiefen Fenster mit dem Blick auf Wien mit seinen Ringstraßenhäusern. Preise: Suiten ab 130 Euro.
Adresse: Lerchenfelder Straße 1-3, U-Bahnhof: Volkstheater, www.designhotels.com/25hours_wie

  Das Tyrol ist ein Haus für Individualreisende mit einer Überraschung im Untergeschoss: der private Wellness-Bereich

Das Tyrol ist ein Haus für Individualreisende mit einer Überraschung im Untergeschoss: der private Wellness-Bereich

Wellness und Kunst: das Tyrol

Gleich am Museumsquartier und der Shopping-Meile Mariahilfer Straße liegt das Tyrol, ein kleines individuell geführtes Haus mit nur 25 Deluxe-Zimmern und fünf Studios, die sich auf fünf Stockwerke verteilen. An allen Wänden hängen moderne Kunstwerke in knalligen Farben, denn Inhaberin Helena Ramsbacher ist passionierte Sammlerin. Liebevolles Frühstück mit Kipferln und lokalen Käsesorten. Besonderheit: der mit goldenen Mosaiksteinchen geflieste Wellnessbereich mit Sauna, den man nach Reservierung für sich alleine nutzen darf. Nicht umsonst gehört das Vier-Sterne-Hotel zu dem Small Luxury Hotels of the World. Preise: EZ ab 109 Euro, DZ ab 149 Euro inkl. Frühstück.
Adresse: Mariahilfer Straße 15, U-Bahnhof: Museumsquartier, www.das-tyrol.at

  Design nur maßvollen Preisen: das Roomz

Design nur maßvollen Preisen: das Roomz

Coole Räume: Roomz

In unmittelbarer Nähe zu den vier alten Gasometern, die in Simmering zu einem Wohnkomplex mit Läden und Kinos umgebaut wurden, hat der Wiener Architekt Gabriel Kacerovsky ein "Budget Design-Hotel" entworfen: Trotz der günstigen Preise hat das Haus Stil. Das Roomz setzt auf eine offene Lobby mit Bar, eine pistaziengrüne Farbwelt, großformatige Schwarzweißfotos von Manfred Baumann an den Wänden und Archimede-Nachttischlampen auf den absolut schnörkellosen 152 Zimmern. Werktags ist das Haus bei Tagungsgästen beliebt, am Wochenende auch bei Familien, da es für sie größere Zimmer gibt. Preise: EZ ab 59 Euro, DZ 69 Euro, Familienzimmer 129 Euro, Frühstück 15 Euro.
Adresse: Paragonstraße 1, U-Bahnhof: Gasometer, www.roomz-vienna.com

  Eines der neuen Zimmer, die der Italiener Matteo Thun gestaltet hat

Eines der neuen Zimmer, die der Italiener Matteo Thun gestaltet hat

Große Räume mit Charakter: Hotel Altstadt

Ein roter Teppich führt in den ersten Stock: Ab dieser Etage der ehemaligen Residenz eines Industriellen beginnt das hochherrschaftliche Reich des Hotels Altstadt mit riesigen Fluren, knarzenden Parkettböden und hohen Zimmern. Im Salon mit in Weinrot und Beige gestreiften Tapeten wird nachmittags Tee gereicht. Es kann passieren, dass sich ein Gast ans Klavier setzt und Sonaten von Beethoven spielt. Dank des Mobiliars und der ungewöhnlichen Lampen hat jedes der 42 Zimmer eine eigene Atmosphäre wie zum Beispiel die Freud Suite mit einem alten Schreibtisch. Tipp: 2006 hat der Architekt Matteo Thun neun Zimmer zu pompösen Räumen mit viel Samt, Kristallleuchtern und transparenten Bädern umgestaltet. Preise: EZ ab 125 Euro, DZ ab 145 Euro inklusive Frühstück.
Adresse: Kirchengasse 41, U-Bahnhof: Volkstheater, www.altstadt.at

  Im Innenhof mit dem alten Schornstein liegt das Hotel Fabrik

Im Innenhof mit dem alten Schornstein liegt das Hotel Fabrik

Schlafen neben dem Schlot: Hotel Fabrik

Im 19. Jahrhundert war es eine Wäschefabrik, heute erinnern nur noch der efeuumrankte Fabrikschlot und die weiß getünchten Ziegelsteinmauern in den Fluren an die industrielle Vergangenheit des Gebäudekomplexes. Trotz der Lage am viel befahrenen Gaudenzdorfer Gürtel schläft man ruhig, denn alle 39 Zimmer haben Fenster zum Innenhof mit seinen roten Ziegelfassaden. Angenehmer Frühstückssaal. Preise: EZ ab 80 Euro, DZ ab 95 Euro mit Frühstück.
Adresse: Gaudenzdorfer Gürtel 73, U-Bahnhof: Margaretengürtel, www.hotel-fabrik.at

  Neue Nutzung für ein altes Gebäude: von der Militärreitschule zum Renaissance Hotel

Neue Nutzung für ein altes Gebäude: von der Militärreitschule zum Renaissance Hotel

Die Ex-Kaserne: Imperial Riding School Renaissance

Das Hotel liegt etwas dezentral in der Nähe des Schlosses Belvedere neben der russisch-orthodoxen Kirche. Hier wurde einst die Kavallerie der k.u.k-Monarchie ausgebildet. Jetzt betreibt die Renaissance-Hotelkette in dem neo-klassizistischen Gebäude eine gastfreundliche Herberge. Bereits vor 20 Jahren wurde die Kaserne umfangreich zum Hotel umgebaut. Ideal für nostalgische Wien-Besucher, die ein großes Haus (369 Zimmer) mit breiten Marmortreppen, Säulen und das besondere Flair mit Pianomusik in der Lobby lieben. Außerdem hat das Hotel mit dem langen englischsprachigen Namen einen Innenpool und den Imperial Club für Gäste der Premium-Zimmer. Preise: DZ ab 110 Euro ohne Frühstück.
Adresse: Ungargasse 60, S-Bahnhof Rennweg, www.marriott.de/renaissance-hotel

Sie suchen ein Hotel in London, Paris, Berlin oder Barcelona?
Die stern.de-Redaktion gibt Übernachtungs-Tipps für Städtereiseziele wie zum Beispiel London, Paris, Berlin oder Barcelona.

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