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Im Ausland surfen - so geht's

Sommerzeit, Urlaubszeit. Dank Smartphone und Co. lassen sich fremde Länder immer leichter auch auf eigene Faust erkunden. Doch Vorsicht: Ohne den passenden Tarif kann Surfen schnell teuer werden.

Von Christoph Fröhlich

  Mit ein paar Handgriffen macht das mobile Surfen im AUsland gleich noch mehr Spaß

Mit ein paar Handgriffen macht das mobile Surfen im AUsland gleich noch mehr Spaß

Mal schnell ein Foto vom Traumstrand auf den Malediven in das Facebook-Profil laden? Oder die nächste U-Bahn-Station in Tokio suchen? Dank Smartphone und Surfstick ist mobiles Surfen im Ausland so einfach wie noch nie. Einfach das Handy zücken, App starten, loslegen. Doch so flink wie die Daten durchs Web wandern, steigt auch die Telefonrechnung. Denn was viele nicht wissen: Die Internetflatrate der meisten Verträge gilt nur in Deutschland. In anderen Ländern bezahlen die Kunden dagegen häufig pro verbrauchtes Megabyte. Ein hochauflösendes Foto kann so je nach Tarif und Urlaubsland schnell 40 Euro kosten.

Versteckte Kostentreiber

Viele Programme auf Smartphones, zum Beispiel Wetterdienste oder Emailfunktionen, aktualisieren sich selbständig. Die Apps nehmen so, vom Nutzer unbemerkt, immer wieder Verbindung zum Internet auf - und verursachen hohe Kosten. Ein Hinweis findet sich häufig nur gut versteckt in der Bedienungsanleitung oder im Kleingedruckten des Vertrags.

Charlotte Geiger vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland kennt das Problem: Die meisten Smartphone-Nutzer sind nur unzureichend darüber informiert, dass die Geräte ständig Datenverbindungen herstellen und so zur tückischen Kostenfalle werden. Bei einigen Handys sind die dementsprechenden Funktionen bereits in den Voreinstellungen aktiviert. "Wenn Sie eh nicht vorhaben, im Ausland mit Ihrem Handy im Internet zu surfen, schalten Sie einfach die Funktion für Datenroaming vor Abreise ab. So sind Sie auf der sicheren Seite und können trotzdem noch Telefonieren und SMS schreiben", rät Geiger. Wie Sie die Funktion deaktivieren, erfahren Sie hier.

Wollen Sie nur gelegentlich ins Internet, aktivieren Sie die Roaming-Dienste jedes Mal manuell. Sollten Sie längere Zeit ins Netz müssen oder planen große Downloads, halten Sie nach öffentlichen Hotspots oder Wlan-Zugängen Ausschau. Doch auch hier gilt Vorsicht: Zwar ist das kostenlose Internet im Café um die Ecke oder am Flughafen verführerisch, schlecht konfiguriert lassen sie sich aber leicht ausspionieren.

Seriös betriebene Hotspots benutzen die derzeit übliche WPA2-Verschlüsselung. Es lohnt sich immer, den Betreiber nach Netzwerknamen und Passwort zu fragen, um das korrekte Funknetz zu erwischen. Betrüger können nämlich eigene Hotspots einrichten, die mit einem ähnlich klingenden Namen und ohne Verschlüsselung zum Einloggen verlocken - und den Datenverkehr ihrer Opfer ausspionieren. Hier gibt es weitere Sicherheitstipps zum Surfen im Ausland.

Erstmals Kostenbremse für Auslandssurfer

Doch nicht immer ist ein Funknetzwerk in der Nähe, sodass es keine Alternativen zum teuren, mobilen Internet gibt. Die gute Nachricht: Seit dem 1. Juli 2012 ist das Telefonieren und Surfen im EU-Ausland etwas billiger: Für ausgehende Anrufe fallen nur noch 29 Cent pro Minute an, vorher waren es 35 Cent. Der Empfang von Nachrichten auf der Mailbox ist - wie auch der Empfang von SMS – nun auch im Ausland kostenlos.

Am meisten hat sich für mobile Internetnutzer geändert: Bislang gab es keine Preis-Obergrenze für Handynutzer, die neue Roaming-Verordnung, die am 10. Mai 2011 vom EU-Parlament beschlossen wurde, legt nun einen Deckel von 70 Cent pro Megabyte fest. "Das ist allerdings immer noch teuer ", sagt Verbraucherschützerin Charlotte Geiger. Ab Juli 2013 fallen die Preise auf 45 Cent pro Megabyte, im darauffolgenden Jahr sind dann nur noch 20 Cent fällig.

Der Versand von SMS aus dem Ausland wurde inzwischen auf 9 Cent gesenkt werden. Das langfristige Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 innerhalb der EU die Tarife für Roaming- und Inlandsdienste anzugleichen. "Der Binnenmarkt für Mobilfunkdienste ist aber noch in weiter Ferne", sagt Geiger stern.de. Achtung: Sämtliche neuen Tarife gelten nur für die EU. Beliebte Reiseziele wie die Schweiz, Türkei, Thailand oder die Karibik sind von diesen Regelungen ausgenommen.

Am Kostendeckel von 50 Euro (in Deutschland mit Mehrwertsteuer 59,50 Euro) ändert sich jedoch nichts: Überschreiten die Kosten durch mobile Internetnutzung diesen Betrag, müssen die Anbieter den Datenzugang automatisch unterbrechen und den Nutzer via SMS informieren. Doch einige Anbieter umgehen diese Hürde: Im Kleingedruckten des Vertrags wird festgelegt, dass der Kunde keine Informationen beim Überschreiten des Kostendeckels wünscht. Mit seiner Unterschrift stimmt er dem - häufig ungelesen - zu.

Tipps fürs Ausland

Sollten Sie längere Zeit im Ausland unterwegs sein, prüfen Sie genau ihre Vertragsbedingungen oder informieren sich beim Kundenservice ihres Anbieters. Dort können Sie auch im Vorhinein eine noch geringere Höchstsumme (aktuell: 50 Euro) mit Ihrem Anbieter vereinbaren, die Sie nicht überschreiten wollen.

Die Anschaffung einer ausländischen Sim-Karte kann ebenfalls lohnenswert sein. Wichtig: Damit die Telefonkarte funktioniert, müssen Sie ein so genanntes "Unlocked"-Gerät haben, es muss also für fremde Netze freigeschaltet sein. Bei Prepaid-Handys ist dies fast immer der Fall, einige Vertragsgeräte sind aber an spezielle Netze gebunden. Allerdings haben Sie mit einer neuen SIM-Karte eine andere Nummer.

Wer nur einen Städtetrip innerhalb der EU plant, kann möglicherweise seine Nummer behalten und trotzdem günstig surfen: Spezielle Auslandsangebote wie die "Travel & Surf"-Pässe der Telekom bieten für wenig Geld ausreichend Datenvolumen, um E-Mails zu checken oder kleine Fotos zu verschicken. Für 1,95 Euro bekommt man 10 Megabyte pro Tag innerhalb der EU und in der Schweiz, für 4,95 Euro sogar 50. Die Datenpakete können vorher beim Kundenservice beantragt oder via Browser oder App gekauft werden.

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