15. April 2012, 08:22 Uhr

Der Zwei-Klassen-Airport

Anfang Juni sollte mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin eine neue Ära beginnen. Jetzt wird es später. Wie es auf der Großbaustelle aussieht und was Passagiere erwartet. Von Till Bartels

Berlins neuer Flughafen entsteht im Südosten der Stadt, südlich des alten DDR-Flughafens Berlin-Schönefeld, auf dem überwiegend noch die Billigflieger landen. Aus dem geplanten Betriebsbeginn am 3. Juni wird erstmal nichts. Kurz vor der offiziellen Eröffnungsparty mit Hunderten geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik wurde die Eröffnung abgesagt. Die Betreibergesellschaft Flughafen Berlin-Brandenburg gibt Mängel beim Brandschutz als Begründung an.

Noch lange wird deshalb weiter gebaut, um den Flughafen zu vollenden. Im Bild genehmigen sich Bauarbeiter eine Zigarettenpause. Unter dem großen Vordach des fast fertigen Terminals sollen schon bald die ersten Taxis und Busse vorfahren. Durch die Drehtür gelangen die Passagiere zu den Abfertigungsschaltern.

Noch werden an der großen Glasfront von BER, wie der neue Flughafen abgekürzt wird, verschiedene Schrifttypen ausprobiert, inklusive der roten Letter für den Beinamen Willy Brandt. Das riesige freistehende Dach garantiert nicht nur, dass die Fluggäste trockenen Fußes das Gebäude erreichen, sondern wirkt architektonisch wie eine Referenz an einen großen Baumeister der Moderne: an Mies van der Rohe und seine 1969 in Berlin eröffnete Neue Nationalgalerie.

Ein Rundgang über die Großbaustelle Mitte April 2012.

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