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Ratgeber Urlaub

Tipps gegen den Stau-Stress

Reise in die Sommerferien

Sie rollt wieder, die Reisewelle: In Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland haben die Sommerferien begonnen. Wer mit dem Auto in die Ferien fährt, muss sich auf lange Staus einstellen. stern.de gibt Tipps gegen den Stau-Infarkt.

Mit Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben in drei weiteren Bundesländern die Sommerferien begonnen. Wer an diesem Wochenende mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss mit Stau rechnen. Denn die gut gepackten Wagen müssen sich durch viele enge Baustellen auf Deutschlands Straßen zwängen. Auch andere europäische Reisewege wie die Taunernautobahn A10 in Österreich, die Gotthardt-Autobahn A2 in der Schweiz sowie die Brennerautobahn zwischen Österreich und Italien werden wieder überfüllt sein.

Am Besten also, wenn man den absehbaren Autobahn-Ärger umgeht. Wer eine kürzere Strecke vor sich hat und früh losfährt, hat gute Chancen anzukommen, bevor der eigentliche Urlaubsverkehr einsetzt.

Wer aber vom Norden in die Alpen möchte, kann fahren wann und wie er will, der Staugefahr entgeht er nicht. Selbst dort, wo nicht Baustellen für einen programmierten Stau sorgen, ist wegen des Verkehrs mit Unfällen und entsprechenden Stauungen zu rechnen.

Frühes Fahren ist dennoch attraktiv, weil die meisten Urlauber erst nach dem Frühstück aufbrechen. Vor sieben Uhr ist zudem der allgemeine Verkehr, der nichts mit einem Urlaub zu tun, deutlich reduziert.

Bei extrem langen Strecken funktioniert das Modell vom frühen Start nicht mehr, irgendwann erwacht der übliche Verkehr. Sind die Strecken nicht allzu lang, sollte man statt auf der Autobahn lieber auf der Landstraße fahren. Besonders schöne Routen können aber zur Falle werden. Die kurvenreichen Alpenpässe etwa werden meist von Wohnmobilen und Motorräder dicht gemacht.

Der Nachtstart

Nie nachts fahren, wenn man nicht wirklich ausgeschlafen ist. Eine längere Nachtfahrt nach dem Arbeitsschluss draufzusatteln ist riskant und gefährlich. Dann sollte man lieber eine Fahrt in den Morgen hinein wagen. Auf keinen Fall sollte man sich abends zum raschen Einschlafen einen Schlummertrunk genehmigen. Nachtreisen sind aber nur dann eine Alternative, wenn man nachts gut fahren kann. Wer in der Dunkelheit Probleme mit den Augen oder der Konzentration hat, sollte lieber tagsüber fahren.

Keine Wachmacher

Nichts spricht gegen frische Luft, Cola oder Kaffee - aber diese Hausmittel verwandeln keinen übermüdeten Fahrer in ein Energiebündel. Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit sinken rapide ab. Solche Tricks führen nur dazu, dass der Fahrer in den berüchtigten Sekundenschlaf versinkt. Bei den ersten Anzeichen von Sekundenschlaf wie etwa das Verlassen der Fahrspur mit ruckartigen Gegenbewegungen, Einnicken des Kopfes oder Zufallen der Augenlider, muss bei der nächsten Gelegenheit angehalten werden. Unbedingt.

Mit Kindern fahren

"Wann sind wir denn da?" - Kaum eine Frage wird an diesem Wochenende so häufig von der Rückbank ertönen. Mit einem Kind sollte man häufig Pausen einlegen und nicht mehr als 500 Kilometer am Tag fahren. Nehmen sie viele kleine, leichte Snacks mit wie Obst, Gemüse, Trockfrüchte und Nüsse oder salzige Kekse. Nicht zu viel Süßes und Klebriges. Das gilt auch für die Getränke: Lieber Tee und Saftschorlen als süße Brausen.

Sorgen Sie für Sonnenschutz an den Fenstern und für genügend Unterhaltungsprogramm. Das muss nicht der mobile DVD-Spieler an der Kopfstütze der Vordersitze sein, sondern können auch Malbücher, Comichefte oder Hörspiele. Dazu die altbewährten Spiele ohne Zubehör wie Kennzeichen raten oder Wagen einer bestimmen Marke oder Farbe zählen.

Essen und Trinken

Auch wenn es ein bisschen nach Großmutter aussieht: eine gut gefüllte Kühltasche kann nicht schaden. Obst und leichte Getreideriegel sind zu empfehlen. Und viel, viel Flüssigkeit. In einem Wagen mit Klimaanlage setzt der Sonnenschein den Insassen nicht so wie in einem ungekühlten Gefährt. Dennoch benötigt der Körper in der Hitze viel Flüssigkeit. Denken Sie lieber in Litern als in Dosen.

Tipp: In vielen modernen Fahrzeugen kann man ein Staufach zum Kühlen benutzen. Die meisten Fahrer wissen von diesem Feature allerdings nichts. Es lohnt sich also, in der Bedienungsanleitung zu blättern.

Straßenkarte und Radio

Trotz Navigation sollte eine aktuelle Straßenkarte mitgeführt werden. Sie ist geeigneter um eine Ausweichrouten zu finden, als der kleine Bildschirm. Wer Radio hört, erfährt unter Umständen rechtzeitig von einem Stau und kann bei der nächsten Ausfahrt die Autobahn verlassen. Die Frequenzen der einzelnen Verkehrssender werden durch entsprechende Schilder entlang der Autobahnen genannt, sie stehen nach jeder Einfahrt.

Raststätten

Die Vorausschau schützt auch bei den meist nächtlichen Staus an Rasthöfen. Bereits zu Beginn der Abbiegespur ist sich auf dem Verzögerungsstreifen einzuordnen, so dass die Situation auf dem Rasthof richtig und rechtzeitig eingeschätzt werden kann. Wie bei einem Stau sollte man sich auch hier langsam, vorsichtig und bremsbereit dem Rasthof nähern und nicht mehr überraschend die Spur zurück auf die Autobahn wählen. Der Wagen sollte auf der Abbiegespur bereits abgebremst sein, denn es ist möglich, dass direkt im Einschwenkbereich der Spur schon unbeleuchtete Fahrzeuge stehen, die nur eine kleine Gasse frei lassen. Obendrein können sich auch noch Personen auf der Strecke befinden. Kurz und gut: den Bereich einer Autobahntankstelle sollte man so befahren wie den einer städtischen Tankstelle.

Weder Pinkeln noch Picknick

Auch wenn die Wartezeit lang ist, verwandelt sich die Autobahn dennoch nicht in eine Loungezone. Bleiben Sie im Auto, auch wenn es schwerfällt. Wenn der Wagen doch verlassen werden muss, ist äußerste Vorsicht angebracht. Einsatzfahrzeuge dürfen am Stau vorbei fahren, andere Fahrer machen es trotz Verbot. Mit spielenden Kindern rechnet dort niemand. Entfernen Sie sich niemals weiter als nötig vom Fahrzeug. Ein Stau kann sich sehr schnell auflösen, wenn dann ein Fahrzeug warten muss, um die Passagiere aufzunehmen, liegen die Nerven aller anderen meist blank. Hupkonzerte und Beschimpfungen sind das Wenigste. Häufig wird versucht, irgendwie an dem Hindernis vorbeizukommen. Für hinzu eilende Kinder kann das schnell zum tödlichen Ausflug werden.

Das Stauende

Während der Ferienzeit und im täglichen Berufsverkehr ist "Stop and Go"gerade bei der Fahrt entlang vielbefahrener Strecken angesagt. Aber auch Pannen, Unfälle und Baustellen sorgen oft für kilometerlange Staus. Am einfachsten ist es daher, entsprechende Streckenabschnitte und Hauptverkehrszeiten zu meiden. Da dies in der Realität leider kaum umsetzbar ist, sollte man stets Vorsicht walten lassen, wenn Verkehrszeichen wie beispielsweise Baustellenschilder auf ein Staurisiko hindeuten. Erhöhte Aufmerksamkeit ist ferner vor Kurven und Hügelkuppen gefragt, da ein Stauende erst spät einsehbar ist. Ebenso reduziert eine regelmäßige Information über den Verkehrsfunk die Gefahr eines Auffahrunfalls.

Angemessen abbremsen

Beim frühzeitigen Erkennen eines Stauendes soll die Geschwindigkeit rechtzeitig und gleichmäßig verringert werden. Bei unübersichtlichen Situationen ist es besser, einmal zuviel abzubremsen, als auf das Glück zu vertrauen und dann von der Vollbremsung des Vordermannes überrascht zu werden. Keinesfalls sollte man forsch an das Ende des Staus heranfahren. Sofortiges, rabiates Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus kann den Hintermann allerdings übel überraschen. Das Einschalten der Warnblinkanlage informiert die folgenden Fahrzeuge über den stehenden Verkehr, denn sie sind die eigentliche Gefahr.

Abstand im Stand

Empfehlenswert ist laut der Zeitschrift "Auto Tests" auch im Stand ein Abstand zum Vordermann von mindestens drei bis vier Wagenlängen. Im Notfall kann so ausgewichen werden, wenn ein zu schnell fahrendes Fahrzeug von hinten heran rauscht. Schnelle Reaktionszeit und Beobachtung des ankommenden Verkehrs ist in den ersten Minuten enorm wichtig. Immer wieder fahren Fahrzeuge in ein Stauende. Besonders gefährlich sind Lkw und Busse. Sie können sogar mehrere Fahrzeuge ineinanderschieben. Abstand ist hier also wichtig. Besondere Vorsicht ist auch angebracht, wenn man hinter einem LKW zum Stehen kommt. Wer von hinten unter den Aufbau vorn gedrückt wird, hat kaum eine Überlebenschance. Hat sich erst ein hundert Meter langer "Schwanz" hinter dem eigenen Wagen aufgebaut, ist die größte Gefahr vorbei. Ist ein Crash jedoch unvermeidlich, sollte man den Körper fest in den Sitz sowie den Kopf gegen die Kopfstützen pressen und sich keinesfalls abschnallen.

Standstreifen und Rettungsgasse sind tabu

Die Sonne scheint, die Zeit verrinnt und nichts passiert. Immer wieder kommen dann Fahrer auf die Idee die Wartezeit abzukürzen, indem sie auf dem Standstreifen oder gar auf einer Rettungsgasse an den anderen vorbeifahren. Ganz Wilde kommen sogar auf die Idee sich hinter ein Einsatzfahrzeug zu hängen und den Blaulichteinsatz als "Eisbrecher" zu nutzen. Das ist nicht nur verboten sondern auch unverantwortlich gefährlich. Das "Eisbrechermodell" hat härteste Konsequenzen zur Folge. So jemand beweist, dass er nicht in der Lage sich in den Verkehr einzuordnen. Beim Befahren von Gassen und Standstreifen warten neben der Strafe zahlreiche Gefahren. Türen können sich öffnen, Wagen ausscheren, andere Fahrzeuge regulär abbiegen. Jedes Mal liegt das Verschulden beim Abkürzer. Man sollte sich auch von anderen Fahrern nicht provozieren lassen, es ihnen gleichzutun, auch wenn es schwer fällt. Insbesondere Motorradfahrer scheinen häufig an ein "Zwei-Rad-Recht" zu glauben, dass ihnen das Warten im Stau erspart. Dieses Recht existiert natürlich nicht.

KOMMENTARE (4 von 4)
 
tannebaum (05.07.2010, 08:32 Uhr)
stau umgehen?
einfach in den urlaub fliegen...

und die wohnwagenbesitzer werde ich eh nie verstehen. da entwocklen sich alle weiter und die machen urlaub freiwillig auf 10qm und das meist mit mehreren personen. jedem gefangenen dieses landes wird aus menschenrechtsgründen mehr raum zugesprochen.
und das olle motiv: nah an der natur, zieht ja auch kaum. von einem hotel kann ich per mietwagen alle natur ergründen die ich will. denn schlafen müssen die ja auch meist "geordnet" auf campingplätzen und nicht in wilder natur...

und über den zustand der plätze, der hygienischen einrichtungen und dergleichen lasse ich mich erst gar nicht aus...

ansonsten gilt:
vor fahrt richtig informieren, packen und alles dabei haben. autos ohne klimaanlage gab es früher auch. daraus bestand meine kindheit und jugend. ohne klima, ohne gurt hinten und liegend auf der rückbank geschlafen in richtung süden. mit hartgekochten eiern,stullen, wasser zum trinken und waschen und kleine spiele und hefte für meine beschäftigung.

was früher ging, ist heute ja wohl auch machbar...
Mindsplitting (05.07.2010, 00:13 Uhr)
@loopa
Folgen Sie ruhig weiterhin der Obrigkeit.

Ich entscheidem ich lieber fürs Mensch sein und zeige auch mal Nachsicht.

Tut mir leid, aber mir ist das "Mensch sein" wichtiger als irgendwelche Paragraphen.


Wenn ein Auto ohne Klimaanlage den Seitenstreifen vorsichtig bis zum Rasplatz nutzt, weil sich ein Kleinkind darin befindet, steh ich auch auf seiten der Eltern und nicht auf der des Gesetzes.

Klarm uss man mit Staus rechnen, aber manchmal soll es ja auch der Fall sein das man um die Nutzung einer Autobahn nicht herum kommt.

P.s. Ich als vielreisender (beruflich) fahre 40000km Autobahn im Jahr. Ich fahre nie ohne Wasser im Auto los.
Loopa (04.07.2010, 12:50 Uhr)
Zwei-Rad-Recht
@Mindsplitting:

Ich finde Ihre Argumentation ehrlich gesagt nicht besonders schlüssig.
Stau ist zum einen für jeden nervig und belastend, sei es PKW-Fahrer, LKW-Fahrer, Busfahrer oder eben Biker, wenn auch aus anderen Gründen.

Aber damit muss man als Teilnehmer des heutigen Straßenverkehrs nun mal rechnen. Und wenn ich als Biker unterwegs bin, weiß ich doch um die Risiken und die Möglichkeit, in einen Stau zu geraten. An die Kulanz der anderen Verkehrsteilnehmer zu appellieren, finde ich ehrlich gesagt etwas unverschämt. Und als Argument "Durst" und "Hitze" anzugeben stößt bei mir auf kein Verständnis, denn auch nicht jeder hat Trinken und Klimaanlage im Auto, außerdem muss ich mir sowas halt dann vorher überlegen, ob ich bei großer Hitze unbedingt mit dem Motorrad unterwegs sein möchte. Das ist, als würde ein LKW-Fahrer damit argumetieren, dass er einen Liefertermin hat, den er einhalten muss.

Nein, ich finde definitif nicht, dass Biker einen Freifahrtschein haben, um auf Standstreifen oder in der Gasse an einem Stau vorbeifahren zu dürfen. Es ist unverschämt, schafft böses Blut, ist gefährlich (für den Biker und andere) und schlicht und einfach verboten.

viele Grüße und gute Fahrt! :-)
Loopa
Mindsplitting (04.07.2010, 10:25 Uhr)
Zwei-Rad-Recht
Insbesondere Motorradfahrer scheinen häufig an ein "Zwei-Rad-Recht" zu glauben, dass ihnen das Warten im Stau erspart.

Diese aussage stimmt natürlich. Viele machen es. Aber sehr häufig erkennt man das es niederländische Biker sind.

Das liegt daran das es in vielen EU-Ländern seit h und jeh erlaubt ist das Biker am Stau vorbei fahren.

Das liegt daran das Motorradfahrer der Sonne schutzlos ausgesetzt sind. Ein Hirnschlag oder Sonnenstich ist da nicht unwarscheinlich.

Auch deutsche Biker machen es daher recht häufig. Es dient allerdings oft nicht dem schnelleren Vorrankommen bis ans ende des Staus, sondern darum möglichst schnell von der Autobahn heruter zu fahren und sich in den Schatten oder an einen Rasthof zu retten wo man die schweren Lederklamotten ablegen kann und Wasser zu sich nehmen kann.

Denn mit dem Helm auf dem Kopf kann man schlecht trinken ;)

Ein Radio zur frühzeitigen Warnung haben Biker auch nicht!!!!

Daher fahre ich als Biker zum Beispiel so gut wie nie auf die Autobahn, weil ich genau weis, komm ich in einen dicken Stau oder gar in eine Vollsperrung riskiere ich meine Gesundheit, gerade bei diesen extremen Temperaturen.


Aber anhand der Risikien die ich aufgezählt habe kann ich nur an das Verständniss der autofahrer apellieren Motorradfahrer Kulanterweise passieren zu lassen und von der Verkehrserziehung abzusehen.

Durch solche Begründungen sind auch schon vielerorts die Verfolgung solcher "Vergehen" bei gefährlicher Witterung die Verfolgungen von Verstößen eingestellt worden. Auch den Standstreifen (Notstreifen) dürfen Motorradfahrer bis zur nächsten Ausfahrt nutzen wenn durch die Witterung das leibliche Wohl gefährdet wird.
 
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