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Gierige Airline: Ryanair schrumpft das Handgepäck

Im Moment darf man bei der Geiz-Airline Ryanair zwei Gepäckstücke mit an Bord nehmen. Ab November wird eins gestrichen – angeblich wurde es zu voll in der Kabine. Wer fünf Euro extra zahlt, darf seine Handtasche mitnehmen.

Viele Gäste werden in Zukunft einen Zuschlag zahlen müssen, damit sie ihr Gepäck mit an Bord nehmen dürfen.

Viele Gäste werden in Zukunft einen Zuschlag zahlen müssen, damit sie ihr Gepäck mit an Bord nehmen dürfen.

Derzeit darf der Fluggast bei zwei Gepäckstücke mit in die Kabine nehmen. Einen kleinen Reisekoffer in den üblichen Bordgepäckmaßen und eine Handtasche. Damit ist am ersten November Schluss – danach ist nur noch ein Gepäckstück erlaubt.  Außer man zahlt extra für ein besonderes Boarding. Die Kosten betragen pro Person und Vorgang etwa fünf Euro.

Aufgegebenes Gepäck bleibt teuer

Gleichzeitig senkt Ryanair allerdings die Gebühr für aufgegebenes Gepäck von 35 Euro auf 25 Euro und erhöht zugleich die Gewichtsgrenze von 15 kg auf 20 kg.  Allerdings gilt die Reduktion nicht während der Hochsaison, dann bleibt es bei 35 Euro. Angeblich wird dieser Schritt nicht unternommen, um zusätzliche Einnahmen zu schaffen, sondern weil die Gäste einfach zu viel Gepäck mit an Bord nehmen wollen.

Kein Wunder: Wer einen Koffer aufgeben will, zahlt bisher häufig mehr für das Gepäck als für sich selbst. Immer mehr Gäste beschränken sich daher auf das Handgepäck. Während die Maße für das größere Stück im Handgepäck genau vorgegeben sind, interpretieren viele die "" großzügig – sie kann sich schon mal als großer Rucksack erweisen. Tatsächlich darf sie nur 35 cm x 20 cm x 20 cm groß sein – das sind immerhin 14 Liter.

Da die Kunden die sündhaft teure Gepäckaufgabe vermeiden, werden regelmäßig mehr Koffer in die Kabine genommen, als untergebracht werden können. Seitdem 2014 die Richtlinien für Handgepäck gelockert wurden und man den Passagieren erlaubte, zwei Taschen mitzunehmen, habe sich der "Ladefaktor" von 82 auf 97 Prozent erhöht, erklärt Ryanair. Eigentlich müssten 25 weitere Handgepäcktaschen in die Kabinen eingebaut werden.

Dazu kommt: Seit einigen Monaten besteht der Verdacht, dass die Airline Paar und Familien gezielt auseinander setzt, um die Gäste so zu zwingen, zusammenhängende Sitze zu reservieren. Bei einer vierköpfigen Familie macht das 20 Euro pro Strecke. Hin und zurück werden 40 Euro zusätzliche Einnahmen erzeugt, für die Ryanair keinerlei extra Leistung erbringen muss.

+++ Unmögliche Sitzplatzvergabe - Wie mir Ryanair den Urlaub versaute +++ 

Überraschung am Gate

Die neue Regelung gilt an dem 1. November und zwar auch dann, wenn der gebucht wurde, als noch die Bestimmung mit zwei Taschen galt. Wer die Änderung nicht mitbekommt, dürfte am Gate kräftig zur Kasse gebeten werden. 

Die zukünftige Regelung sieht so aus:

"Ein Handgepäckstück, maximale Größe 55 cm x 40 cm 20 cm und maximal 10 kg Gewicht, plus ein kleine Tasche, z. B. Handtasche, Laptop-Tasche usw., maximale Größe 35 cm x 20 cm x 20 cm, sind pro Passagier erlaubt, wenn Priority Boarding oder ein Plus/Flex Plus-Ticket gekauft wurde." 

Ohne gebührenflichtigen "Extras" muss man sich entweder für einen kleinen Koffer oder eine Handtasche entscheiden. Beim Konkurrenten Easyjet darf der normale Kunde auch nur ein Handgepäcksstück mit an Bord nehmen. Das ist aber deutlich größer als bei Ryanair – 63 Liter statt 44 Liter. Das ist mehr Volumen als die beiden Gepäckstücke, die Ryanair erlaubt, zusammen haben dürfen. Besondere Kunden bringen es bei Ryanair zusammen nur auf mickrige 58 Liter, Easyjet erlaubt ihnen stattliche 95 Liter Volumen in zwei .

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