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22. Februar 2010, 19:42 Uhr

Lufthansa-Piloten fliegen wieder

Der Streik bei der Lufthansa ist vorerst zu Ende. Darauf einigten sich die Airline und die Pilotenvereinigung Cockpit vor Gericht. Bis der Flugbetrieb wieder normal läuft, wird es dennoch dauern.

Lufthansa, Cockpit, Streik, Arbeitsgericht, Piloten, Pilotenstreik

Ab morgen wieder im Einsatz: Die Piloten bei der Lufthansa© Michael Probst/AP

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa ist vorerst vorbei. Die Fluggesellschaft einigte sich mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Montagabend vor dem Arbeitsgericht Frankfurt nach einem Streiktag auf einen Vergleich. Er sieht vor, dass der Arbeitskampf bis einschließlich 8. März ausgesetzt wird. Lufthansa wendet damit den längsten Pilotenstreik in der Unternehmensgeschichte ab. Am Montag waren wegen des Streiks bei der größten europäischen Fluggesellschaft rund 900 Flüge ausgefallen.

Dennoch werden sich Fluggäste auch am Dienstag auf massive Behinderungen und Flugausfälle einstellen müssen, denn der Notfall-Flugplan soll vorerst weiter gelten. "Klar ist, dass es bei weitem keinen normalen Flugbetrieb geben wird", sagte ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage. Ein durchweg normaler Flugverkehr wird erst am Freitag wieder erwartet.

Sowohl die Gewerkschaft als auch die Lufthansa zeigten sich mit dem Vergleich zufrieden. Die Vereinigung Cockpit sprach von einem "Kompromiss", der es beiden Seiten ermögliche, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Lufthansa sieht den Vergleich als "gute Grundlage für konstruktive Gespräche am Verhandlungstisch", sagte der Sprecher. Dort haben die Parteien nun zwei Wochen Zeit, um an einer Einigung zu arbeiten.

"Sie müssen an den Verhandlungstisch zurück"

In Berlin begrüßte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Entscheidung. Grundsätzlich hätten ihm sowohl die Lufhansa als auch die Vereinigung Cockpit signalisiert, dass sie zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen bereit seien. "Genau das sollte jetzt geschehen", sagte Ramsauer. "Eine Einigung wäre im Interesse der Flugreisenden und der deutschen Volkswirtschaft."

Lufthansa und die VC hatten sich vor Gericht getroffen, weil die Lufthansa eine Einstweilige Verfügung gegen den bis inklusive Donnerstag geplanten Streik beantragt hatte. Dort forderte Richterin Silke Kohlschitter beide Seiten zur Einigung auf: "Es hilft nicht, Sie müssen in irgendeiner Form wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren."

Streitpunkt in den Verhandlungen waren zuletzt insbesondere die Tarifbedingungen bei der Tochter Lufthansa Italia. Die Gewerkschaft erhebt den Anspruch, dass dort auch weiterhin hoch bezahlte Lufthansa-Konzerntarifpiloten im Einsatz sind, was das Unternehmen verhindern will. Sollte Lufthansa der Forderung nicht nachkommen, hatte die Gewerkschaft von Lufthansa Ausgleichszahlungen in einen Bonustopf für die Konzernpiloten verlangt. Diese Forderung ließen die Arbeitnehmervertreter im Zuge des Vergleichs fallen.

Damit ist Lufthansa aber noch nicht alle Sorgen los. Auch die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO drohte mit Warnstreiks in den kommenden Wochen und will das Unternehmen so zu Verhandlungen bringen.

Reise-Chaos blieb aus

Bei der Lufthansa fiel das durch den Ausstand befürchtete Chaos an den deutschen Flughäfen jedoch weitgehend aus. Die Passagiere waren im Großen und Ganzen gut vorbereitet. Viele hatten Flüge rechtzeitig umgebucht oder waren auf die Bahn umgestiegen. Vereinzelt gab es dennoch lange Warteschlagen, weil mehr Flüge gestrichen werden mussten als geplant. Zudem strandeten viele ausländische Passagiere, die nicht vorab über die Medien von dem Streik erfahren hatten.

Von dem Streik betroffen waren die Passagierflüge der Lufthansa und der Billigtochter Germanwings sowie die Frachttochter Cargo. Bei Germanwings hätten rund zwei Drittel aller Flüge stattgefunden, sagte ein Sprecher. Ein Cargo-Sprecher sagte, das Unternehmen konnte die wichtigsten Strecken zwischen großen Wirtschaftsmetropolen aufrecht erhalten und 85 Prozent aller Frachtflüge durchführen.

Reuters/DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
allesklar (23.02.2010, 07:08 Uhr)
einige pilotengehaelter
Check out these commercial and airline pilot salaries *

American Airlines: 1st yr F/O: $31,080 and 10th yr Captain $123,420

Delta Airlines: 1st yr F/O: $50,400 and 10th yr Captain $204,636

UPS: 1st yr F/O: $26,004 and 10th yr Captain $200,508

Southwest: 1st yr F/O: $42,960 and 10th yr Captain $159,000

ATA: 1st yr F/O: $36,000 and 10th yr Captain $136,632

Airborne Express: 1st yr F/O $28,536 and 10th yr Captain $146,184
allesklar (23.02.2010, 06:52 Uhr)
@ stjohnspoint
Vielflieger?? Aha!

Glaube mitreden zu koennen - 3 Tage die Woche jede woche fuer 3 Jahre von Hamburg in Europa rumgeflogen...und ja die Lufthansa ( Kabinenpersonal) war schon damals AUSSERST ARROGANT!

St John - komm mal auf den Teppich - nicht nur D hat Piloten / Flugzeuge UND VIELFLIEGER - LOL
Andreas2010 (23.02.2010, 03:31 Uhr)
Leben diese Piloten in Absurdistan?
Tarifvertrag kündigen, Änderungsvertrag vorlegen.

Friss oder stirb, fertig.
allesklar (23.02.2010, 01:02 Uhr)
Flugbegleiter
werden in den USA per strecke bezahlt - ich glaube pro 500 miles 13.75 US - Daten sind glaube ich auf der seite US Airline. Rechnet selber aus was 3 x Los Angeles und Denver ausmacht - auf jeden fall nicht viel.
=================
Irgendwie sollte die Bezahlung fuer Piloten und Begleiter nach Anzahl der Starts und Landungen und Passagierzahl bezahlt werden. Pasagierzahlen heisst arbeit und Angespanntheit. Vielleicht baut man jetzt noch schwierige Flugstrecken ein und alles zusammen macht sinn.
_____
Ein City Pilot mit mehrfach starts und landung pro tag ist meiner Meinung mehr angespannt als einer der nur 8 H durch die luft braust mit je einer Start/ Landung. Das ist Langweilig!
allesklar (23.02.2010, 00:52 Uhr)
Flieger zur Freiheit zur Sonne
Ich goenne es Ihnen - meine Herren - 16,5 Wochen Arbeit im Jahr ( 660 H) und bis zu 250K euro Verdienstmoeglichkeit sollten bei Ihrer Auslandserfahrung und daher wissen was andere Piloten - die MEHR leisten - verdienen, eigentlich mehr als Fuesrtlich bezahlt sein. Na klar wenn der Kranich gute Manager hat dan wollen Sie als Piloten mitverdienen - aber irgendwo haengt der Hammer. Spaetestens bei der Frage der wirtschaftlichkeit sollte der LH - Konzern die Moeglichkeit haben auch billigere und genauso gute Piloten - der Konkurrenz einzustellen. Den denen gehoert das Flugzeug!!!!! Und Sie fliegen es nur - auf langweiligen Stunden mit Automatik durch die Welt.

PS: Wenn Sie in Buckey AZ - Fliegen lernen fliegen sie in Richtung
LaoLu (23.02.2010, 00:08 Uhr)
Aber die Flugbegleiter
steigen auch schon mal ins UFO

Spartengewerkschaften.

Was war die Tarifwelt schön, als die LH es noch mit der ÖTV und ein wenig DAG zu tun hatte.
Corazito3333 (22.02.2010, 22:31 Uhr)
Die Billigtochter Germanwings übernimmt
oder andere Billigtöchter- söhne???? Aus ade ihr gutbezahlten Piloten, das Kabinenpersonal hat LH schon längst geschafft und Euch auch!!! Aber das Fliegen schadet eh nur der Umwelt, schränken wirs ein.
ganzbaf (22.02.2010, 21:18 Uhr)
Fliegen...

schadet eh nur der Umwelt und vernichtet Arbeitsplätze.
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