Startseite

Was Passagiere jetzt wissen müssen

Gähnende Leere an den Terminals: Durch den Warnstreik fallen heute bei der Lufthansa mehr als 1700 Flüge aus. Wie kommen Reisende dennoch ans Ziel? Und welche Rechte haben Passagiere?

Von Till Bartels

  Anzeigetafel im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens: Fast alle Flüge der Lufthansa falllen heute aus.

Anzeigetafel im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens: Fast alle Flüge der Lufthansa falllen heute aus.

Das befürchtete Chaos ist am Montagmorgen am Frankfurter Flughafen zwar ausgeblieben: Die meisten Passagiere der Lufthansa sind zu Hause geblieben oder per Zug und Auto unterwegs. Doch Reisende müssen den ganzen Tag laut Lufthansa noch mit "erheblichen Einschränkungen" rechnen. Auf den angekündigten Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat die Fluggsellschaft mit radikalen Streichungen im Flugplan reagiert. Was Fluggäste jetzt wissen müssen.

Welche Flüge fallen aus?

Der ganztägige Warnstreik betrifft neben den Lufthansa Drehkreuzen in Frankfurt und München unter anderem auch die Flüge in Hamburg, Stuttgart, Hannover, Düsseldorf, Berlin und Köln. Von den für Montag geplanten 1650 Kurzstreckenverbindungen werden in einem Sonderflugplan nur rund 20 angeboten. Auf einer Sonderseite listet die Airline alle Flüge auf, die storniert worden sind.

Von den 50 geplanten Interkontinentalflügen in

Frankfurt

sollen nur sechs starten, in

München

sind nur drei im Sonderflugplan aufgeführt. Dagegen werden in

Düsseldorf

alle drei Langstreckenflüge wie geplant verkehren. In

Berlin

soll der Warnstreik bereits um 14.30 Uhr enden.

Wo erfahre ich, ob mein Flug ausfällt?

Die Website der Lufthansa informiert über die aktuelle Flugsituation zum Streik. Unter der Rubrik Ankunft & Abflug ist aufgelistet, welche Flüge durch den Streik ausfallen. Teilweise können auch Flüge der Lufthansa-Tochterfirmen Eurowings, Cityline, Swiss und Austrian Airlines sein, wenn sie von Lufthansa Bodenpersonal abgefertigt werden. Flüge von der Billigtochter Germanwings sollen nicht betroffen sein.

Wer streikt?

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Lufthansa am Boden zum Warnstreik aufgerufen. Es ist bereits der zweite Warnstreik in diesem Frühjahr. Am 21. März musste Lufthansa 700 Verbindungen streichen.

Warum wird gestreikt?

Bisher gibt es in den seit Februar laufenden Tarifverhandlungen keine Annäherung. Verdi verlangt 5,2 Prozent für die 33.000 Angestellten mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und fordert eine Beschäftigungssicherung. Laut Verdi hatte Lufthansa ein Angebot vorgelegt, das für die ersten Monate Gehaltserhöhungen zwischen 0,4 und 0,6 Prozent in den ersten zwölf Monaten vorsieht. Die Lufthansa selbst sprach von einem Angebot mit einer zweistufigen Gehaltserhöhung in Höhe von 1,7 Prozent.

Die nächste Runde in den Tarifverhandlung steht am 29./30. April an.

Wie erreiche ich die Lufthansa?

Die Lufthansa bietet einen 24-Stunden-Service unter der Telefonnummer 01805 - 838 426 (0,14 Euro/Min) an. Allerdings müssen Anrufer viel Geduld haben.

Der Flugplanänderungen, Annullierungen und den aktuellen Flugstatus kann man sich per SMS direkt aufs Handy schicken lassen, wenn man die eigene Handynummer bei der Buchung angegeben hat. Eine Registrierung für diesen Service ist auch über das Miles&More-Konto möglich. Über welche Kanäle wie informiert wird, zeigt die Seite Flugunregelmäßigkeiten der Lufthansa.

Über die aktuelle Lage informiert Lufthansa auch über Twitter und Facebook.

Wo kann ich mir die Apps von Lufthansa runterladen?

Die neuen Versionen der App von Lufthansa, mit denen auch Umbuchungen möglich sind, stehen für Smartphones auf folgenden Seiten bereit: iPhone App Store, BlackBerry App World , Android Market und Nokia Ovi Store.

Welche Ausmaße hat der Streik?

Passagiere müssen auch am Dienstag - und damit nach dem offiziellen Ende einer Streikwelle - noch mit Verzögerungen rechnen, da die Flugzeuge in komplizierten Umläufen verplant sind.

Kann ich meinen Flug kostenlos stornieren oder umbuchen?

Ja, ein wegen eines Streiks gestrichener Flug kann storniert werden. Die Kunden erhalten ihr Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Lufthansa bemüht sich meist um einen zeitnahen Ersatz mit einer anderen Verbindung, notfalls mit einer anderen Airline. Wer sich entscheidet, zu einem anderen Zeitpunkt zu fliegen, sollte sein Ticket online, per Smartphone-App oder telefonisch umbuchen.

Habe ich bei Streik Anspruch auf eine Entschädigung?

Nein, das besagt die jüngste Rechtsprechung. Zwar haben Passagiere bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden laut EU-Verordnung Nr. 261/2004 Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro, aber nur, wenn keine "außergewöhnlichen Umstände" vorliegen. Kürzlich hat aber der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden, dass Streiks als außergewöhnlicher Umstand gelten. Daher besteht kein Anspruch auf eine Ausgleichzahlung.

Welche Rechte haben Flugpassagiere noch?

Laut EU-Verordnung haben Fluggäste auch bei Streik Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke unter 1500 Kilometern gibt es Unterstützung ab zwei Stunden, bis 3500 Kilometern nach drei Stunden, bei Langstrecken nach vier Stunden Wartezeit. Ab fünf Stunden Verspätung können Passagiere eine Erstattung des Flugpreises verlangen.

Kann ich mit einem Flugticket auf die Bahn umsteigen?

Im Falle eines Streiks können Flugtickets für innerdeutsche Strecken für Fahrten mit der Bahn nicht automatisch genutzt werden. Aber Passagiere können ihr elektronisches Ticket für die eingetragene Strecke online über die Lufthansa-Internetseite, am Check-In-Automaten oder Lufthansa-Schalter in einen Reisegutschein für die Deutsche Bahn umwandeln lassen.

Die Bahn rechnet mit leicht erhöhtem Passagieraufkommen. Reservezüge seien zwar bereitgestellt, mussten aber noch nicht eingesetzt werden, sagte ein Bahnsprecher am Montagmorgen.

mit Agenturen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools