Piloten bei Air Berlin drohen mit Warnstreik

18. Juni 2013, 07:20 Uhr

Zu Beginn der Sommerferien kündigt das Cockpit-Personal bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft einen Warnstreik an. Auch die Mitarbeiter von Germanwings stimmen über Streiks ab.

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Protest bei der Fluggesellschaft: Piloten von Air Berlin wollen zu Ferienbeginn in einen Warnstreik treten.©

Die monatelangen Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag bei Air Berlin sind festgefahren. Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber seien nicht verhandlungsfähig, erklärte die Vereinigung Cockpit. Deshalb wollen Piloten von Air Berlin in einen Warnstreik treten. Von Mitte der Woche an seien Ausstände bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft zu erwarten, sagte ein Pressesprecher.

Der genaue Termin für den Warnstreik werde rechtzeitig angekündigt, damit sich Passagiere auf Ausfälle einstellen könnten, sagte die Vorsitzende für Tarifpolitik, Ilona Ritter. Das Cockpitpersonal fordert eine "mittelfristige Heranführung an branchenübliche Gehälter". Derzeit verdienen die Piloten Ritter zufolge deutlich weniger als beispielsweise bei Germanwings oder Condor. Eine mittelfristige Anpassung schließe die kommenden drei Jahre ein.

Noch kein neuer Verhandlungstermin in Sicht

Air Berlin teilte am Montagabend mit, alles dafür tun, um Flugunregelmäßigkeiten, die bei einem möglichen Streik entstehen könnten, gering zu halten. Nach derzeitigem Stand sollen alle Flüge wie geplant stattfinden. Sobald weitere Informationen vorliegen, werde Air Berlin die Fluggäste auf der Website www.airberlin.com informieren.

Die Fluggesellschaft hatte nach jahrelangen Verlusten 2011 einen Schrumpfkurs begonnen und Flüge gestrichen. Spürbare Erfolge des Sanierungsprogramms "Turbine" erwartet die Airline aber erst im dritten Quartal. Die Pilotengehälter seien nur ein kleiner Teil der Air-Berlin-Bilanz, betonte Ritter. Eine Erhöhung werde weniger zu Buche schlagen, als die Entwicklung der Treibstoffpreise. Ein neuer Verhandlungstermin ist noch nicht angesetzt.

Bei Germanwings drohen Streiks zur Hauptferienzeit

Auch Lufthansa drohen zur Hauptreisezeit Streiks bei ihrer Billigflieger-Tochter Germanwings. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo rief ab diesem Montag ihre Mitglieder bei Germanwings zu einer Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen auf. Grund seien die sich seit neun Monaten hinziehenden Tarifverhandlungen über Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 700 Kabinenbeschäftigten, teilte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) auf ihrer Internetseite mit.

Stimmen mehr als 70 Prozent zu, kann es zu Streiks kommen. Ein Ausstand des Kabinenpersonals bei Germanwings würde die Lufthansa in ihrem wichtigen Sommergeschäft schwer treffen. Die Urabstimmung soll noch bis zum 5. Juli laufen.

Germanwings soll ab kommendem Monat mit neuen Tarifen und einem veränderten Marktauftritt schrittweise den gesamten Verkehr innerhalb Deutschlands und Europas übernehmen. Ausgenommen sind nur die Verbindungen zu den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München, die die Lufthansa auch künftig selbst durchführt.

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