Startseite

Was Flugbegleiter wirklich verdienen

Die Lufthansa-Stewardessen streiken. Doch ein Vergleich zeigt: Flugbegleiter der Kranich-Airline verdienen nicht schlecht. Billigflieger zahlen ihrem Personal bis zu 50 Prozent weniger Lohn.

Von Till Bartels

  Laut Lufthansa-Chef Christoph Franz sollen rund 1000 Flugbegleiter und 300 Piloten ihre Jobs wechseln, in den meisten Fällen zu Germanwings.

Laut Lufthansa-Chef Christoph Franz sollen rund 1000 Flugbegleiter und 300 Piloten ihre Jobs wechseln, in den meisten Fällen zu Germanwings.

Vor 15 Jahren war alles anders und die Lufthansa noch ein Konzern im Staatsbesitz. Billigflieger gab es allenfalls in den USA. Auch wurden die Airlines aus Asien und den Golfstaaten noch nicht als Konkurrenz empfunden. Erst in den 90er Jahren trennte sich die öffentliche Hand von ihren Lufthansa-Aktien. Seit 1997 ist der ehemalige Flagcarrier der Bundesrepublik Deutschland privatisiert. Inzwischen hat sich das Umfeld extrem gewandelt, ebenso die Lufthansa mit ihren mehr als 110.000 Mitarbeitern.

Doch für die Flugbegleiter gibt es immer noch eine Regelung, die an die Epoche mit Beamtenmentalität erinnert: eine 17-stufige automatische Gehaltssteigerung. Die Höhergruppierung erfolgt nicht nach Leistung, sondern nach dem Senioritätsprinzip: Wer lange genug dabei ist, erhält mehr Gehalt. Aber für die Luftfahrtbranche ist dieser Lohn-Automatismus ein Anachronismus. Längst hat der Lufthansa-Vorstand beim Bodenpersonal diese "alten Besitzstände" abgeschafft und fordert eine "Entschleunigung" der Vergütungserhöhung.

In dem jetzt mit aller Härte ausgetragenen Tarifkonflikt geht es neben diesem Knackpunkt auch um die Themen Gewinnbeteiligung, Leiharbeit, Arbeitszeitverlängerung und höheren Lohn. Die Unabhängige Flugbegleiterorganisation (Ufo) fordert fünf Prozent mehr, Lufthansa bietet dagegen nur 3,5 Prozent mit einer langen Laufzeit von drei Jahren an. Interessant sind die Forderungen, wenn man sie mit den Verdienstmöglichkeiten bei anderen Airlines vergleicht.

Große Abweichungen beim Endgehalt

Ungefähr 17.000 Flugbegleiter arbeiten bei Lufthansa. Sie erhalten als Anfangsgehalt nach einem zwölfwöchigen Ausbildungskurs ein Monatsgehalt von 1553 Euro plus 16 Prozent Schichtzulage und ein "Abwesenheitsgeld" pro Tag von 42 Euro in Europa und 48 Euro bei Langstreckenflügen. Damit liegen die Brutto-Verdienstmöglichkeiten nach Angaben der Lufthansa laut der Nahrichtenagentur DPA zwischen 30.000 und 63.400 Euro im Jahr.

Die Stewardessen und Stewards von Deutschland zweitgrößter Fluggesellschaft laut Air Berlin mit 24.000 Euro ohne Spesen entlohnt. Was auch im Vergleich mit Billigfliegern wie Germanwings, einer 100-prozentigen Tochter der Lufthansa, auffällt: Beim Anfangssalär gibt es keine gravierende Unterschiede, jedoch kommt es beim Endgehalt zu großen Abweichungen. So ist das Maximalgehalt bei Germanwings mit 34.000 Euro und bei Air Berlin mit 35.000 Euro gedeckelt. Beim irischen Billigflieger Ryanair liegt nach Aussage der Pressesprecherin das Durchschnittsgehalt bei mageren 25.000 Euro Jahresgehalt.

Noch krasser werden beim Airline-Vergleich die Tarifunterschiede bei den 3300 Purser und Purserinnen der Lufthansa, die in der Kabine das Sagen haben. Sie koordinieren die Einsätze der Crews, bilden aus und sind für die Sicherheit verantwortlich. Ihr Gehalt beginnt bei 2900 Euro und endet bei 7000 Euro im Monat - macht 84.000 Euro Jahresgehalt bei altgedienten Pursern. Dagegen sind die Verdienstmöglichkeiten bei Germanwings mit 44.800 Euro, bei Air Berlin mit 40.000 und bei Ryanair mit 35.000 Euro wesentlich geringer. Diese Zahlen basieren auf den offiziellen Angaben der Fluggesellschaften. Nach anderen Quellen, die stern.de vorliegen, kommt eine Purserin bei Ryanair auf nur 24.000 Euro Jahresgehalt.

Streitpunkt Leiharbeit

Laut gesetzlichen Anforderungen kommt auf 50 Passagiere mindestens ein Flugbegleiter. Daran müssen sich alle Airlines halten. Allerdings möchte die Lufthansa die monatliche Arbeitszeit ihrer Flugbegleiter um zwei Stunden auf insgesamt 72 Flugstunden erhöhen, um so die "Produktivität" zu steigern, wie es bei der Tochterfirma Germanwings üblich ist.

Größter Streitpunkt in dem seit über einem Jahr andauernden Tarifkonflikt bei der Lufthansa ist allerdings die Verlagerung von Arbeitsplätzen: Am Standort Berlin sind inzwischen 190 Flugbegleiter bei der Firma Avation Power beschäftigt. Die Anzahl dieser Leiharbeiter soll zum Winterflugplan auf 240 erhöht werden. Der Plan des Managements sieht vor, dass sie in Zukunft auf innerdeutschen und europäischen Flügen jenseits der Drehkreuze Frankfurt und München den Service in der Kabine übernehmen - zu deutlich anderen Konditionen. Zwar erhalten sie dasselbe Einstiegsgehalt, aber nicht die automatischen Gehaltssteigerungen. Außerdem müssen sie mehr arbeiten. Die Gewerkschaft Ufo sieht in der Einführung der Leiharbeit eine "tarifliche Erpressung" und fordert deren Abschaffung.

Fazit: Im Branchenvergleich stehen Flugbegleiter der Lufthansa gut da - noch. Insbesondere jene, die seit langem in dem Unternehmen an Bord sind. Doch in diesem Tarifkonflikt geht es nicht nur um das Feilschein von Prozentpunkten vor und nach dem Komma. Die Lufthansa will ihr Sparprogramm durchziehen, ein "Effizienzsteigerungsprogramm". Alte Privilegien sind kein Tabu mehr. Für die Gewerkschaft geht es jedoch ans Eingemachte.

Und noch eine Zahl zum Vergleich, um am Boden zu bleiben: Bei der Bahn, ebenfalls ein Ex-Staatsbetrieb, verdienen die Zugbegleiter noch weniger. Deren Gehalt liegt laut Tarifvertrag zwischen 1880 und 2300 Euro im Monat

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools