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Das sind die Top-Reiseziele der Deutschen - und so sicher sind sie

Brennende Kirchen in Ägypten und Terroranschläge in der Türkei: Die bei Touristen beliebten Länder erklären den Ausnahmezustand. Inzwischen spielt bei der Wahl des Urlaubortes das Thema Sicherheit eine immer größere Rolle. Eine Studie gibt Auskunft über das Sicherheits-Ranking.

Nicht nur die persönlichen Empfehlungen von Freunden, die Lage eines Hotels und das Preis-Leistungs-Verhältnis gehören zu den Entscheidungskriterien, wohin die nächste Urlaubsreise geht. In Zeiten von Terror und politischer Unsicherheit haben Sicherheitsbedenken erhebliche Auswirkungen auf das Reiseverhalten.

Das Weltwirtschaftsforum in der hat unter dem Titel "The Travel & Tourism Competitiveness Report 2017" eine 370 Seiten umfassende Studie vorgelegt, die auch eine Rangfolge der sichersten Reiseländer auflistet. Auf den vorderen Plätzen liegen skandinavische Länder wie Finnland (Platz 1), Island (Platz 3) und Norwegen (Platz 7). Aber auch arabische Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate (Platz 2), der Oman (Platz 4) und Katar (Platz 10) gelten als sicher.

Deutschland: Abwertung um 31 Plätze

Interessant wird die insgesamt 136 Länder umfassende Liste, wenn man sich Lieblingsreiseländer ansieht. Wo verbringen die meisten Deutschen ihre Ferien? In . Im aktuellen Ranking landete Deutschland auf Platz 51 - vor zwei Jahren war es noch Platz 20, verursacht im vergangenen Jahr durch mörderische Angriffe mit islamistischem Hintergrund wie die Attacken im bayerischen Ansbach, in einer Regionalbahn bei Würzburg oder auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin.

Urlaub

In das Ranking fließen auch Faktoren wie Zuverlässigkeit der Polizei und die Mord- und Kriminalitätsrate mit ein. Mit dem Ergebnis rangiert Deutschland am Ende des ersten Drittels, noch vor den populären Reiseländern Griechenland (Platz 53), Frankreich (Platz 67) und Italien (Platz 70) und den USA (Platz 84).

Die Verlierer: Türkei und Ägypten

Am Ende der Sicherheits-Liste liegt das einst für wichtige Reiseziel Türkei (Platz 116). Auch nach dem Referendum vom Wochenende bleibt in allen 81 Provinzen des Landes der Notstand ausgerufen. Tausende von Staatsbediensteten und Richter wurden ausgetauscht, 151 Journalisten sitzen nach Angaben der Reporter ohne Grenzen in türkischen Gefängnissen.

Abstimmung

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"In der Türkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen Anschlägen gekommen", schreibt das in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen und gibt keine optimistische Einschätzung für die Zukunft. "Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, Anschläge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzuführen."

Noch schlechter sieht es in Ägypten (Platz 130) aus. "Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen", informiert das Auswärtige Amt. Nach den Anschlägen am Palmsonntag auf zwei christlich-koptische Kirchen hat Präsident al-Sisi einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt. Laut Human Rights Watch verüben die Behörden routinemäßig Menschenrechtsverletzungen an Häftlingen in Gefängnissen. "In einigen Fällen hat dies möglicherweise zum Tod der Betroffenen beigetragen", behauptet die Menschenrechtsorganisation.

Es gibt allerdings auch drei gute Nachrichten: Das bei Deutschen populäre Fernreiseziel Thailand konnte sich von Rang 132 auf Platz 118 verbessern - noch vor Jamaika, Südafrika und Guatemala. Und die beiden beliebtesten Auslandsreiseziele bei den Deutschen, Österreich und Spanien, die im vergangenen Jahr in der Urlaubergunst zulegen konnten, belegen die sicheren Plätze 14 beziehungsweise 18.

Bestenliste von "Lonely Planet" : Das sind die Top-Reiseländer 2017
Äthiopien

Platz 10: Äthiopien

"Exotischer geht’s nicht: Äthiopien hat einen eigenen Kalender (wo sonst erwarten einen 13 Monate Sonnenschein?), eine eigene Zeitrechnung, Schrift, Sprache, Küche, Kirche und eigenen Kaffee“, heißt es in der Begründung. Doch es gibt eine aktuelle Meldung des Auswärtigen Amtes, die vor Reisen in die Regionen Oromia und Amhara abrät, weil die äthiopische Regierung am 8. Oktober 2016 nach Massendemonstrationen den Ausnahmezustand verhängt hat.



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