Bisher hat noch niemand den Gipfel des sturmumtosten Monte Giordano erklommen, einem eisgepanzerten Berg in der Nähe von Kap Hoorn. Einem deutschen Trio ist dies nun gelungen. Schon die Anreise war ein Abenteuer mit Knochenbrüchen.
Weit weg von jeglicher Zivilisation: Der südlichste Zipfel des südamerikanischen Kontinents ist für seine Wetterlaunen bei Seefahrern berüchtigt. Bergsteiger verirren sich nur selten in diese Region. Die Bergmassive, die hier direkt aus dem Meer bis in eisige Höhen aufsteigen, gehören technisch zu den größten Herausforderungen für Alpinisten.
Neben der Unberechenbarkeit des Wetters sind die Voraussetzungen für Klettertouren denkbar schlecht. In diesem Teil Feuerlands gibt es keinerlei Infrastruktur. Kein Flughafen existiert in den Cordillera Darwin. Bei einem Notfall ist selbst die Rettung durch einen Hubschrauber unmöglich. So bleibt die Kletterei nur ein Teil des Abenteuers.
Die drei deutschen Bergsteiger Jörn Heller, Robert Jasper und Ralf Gantzhorn haben es dennoch gewagt, einen bisher unbezwungen Gipfel zu besteigen - eine äußerst anspruchsvolle kombinierte Gratkletterei, selbst für das Feuerland-erprobte Alpinisten-Trio.