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28. April 2009, 15:02 Uhr

Rekord-April versetzt Experten in Sorge

Das Frühlingswetter bricht alle Rekorde: Mit wochenlangem Sonnenschein war der April wahrscheinlich der wärmste seit 1890. Aber während sich die meisten Menschen über die hohen Temperaturen freuen, schlägt der Deutsche Wetterdienst Alarm.

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Der April hat in diesem Jahr mit seinem sommerlichen Wetter zum Sonnen eingeladen© Jens Meyer/AP Photo

Mit ungewöhnlich warmem Wetter ist der April dabei, einen neuen Rekord aufzustellen. "Der April 2009 war wahrscheinlich der wärmste seit 1890", lautet das Fazit von Wolfgang Kusch, dem Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes am Dienstag. "Wenn die kommenden zwei Tage ausfallen wie erwartet, haben wir einen neuen Rekordmonat."

Anstelle von Freude zeigte Kusch aber seine Besorgnis über das ungewöhnlich schöne Wetter, denn er sieht darin einen Beleg für den immer rascheren Klimawandel. "Der Klimazug rollt nicht nur, er fährt auch immer schneller." Denn auch das Jahr 2008 zählt zu den wärmsten seit 1901.

Kusch zeigte sich tief beunruhigt: Ob die globale Erwärmung tatsächlich wie geplant auf zwei Grad zu begrenzen sei, "ist sehr fraglich", so der Wetterexperte. Dies gilt unter Wissenschaftlern als die Erwärmung, die für die Erde gerade noch erträglich ist. Trotz ehrgeiziger Ziele in Deutschland reichten die internationalen Bemühungen zur Verringerung der Klimagase nicht. Falls nicht schnell gehandelt werde, "wird die Wahrscheinlichkeit immer geringer, dass das Zwei-Grad-Ziel eingehalten wird". Die Verhandlungen über ein neues weltweites Klimaabkommen in Kopenhagen im Dezember stünden damit unter Erfolgsdruck.

Ein weiteres Zeichen für den immer schnelleren Klimawandel ist aus Kuschs Sicht das Ansteigen des Meeresspiegels. Stieg er zwischen 1961 und 2003 um durchschnittlich 1,8 Millimeter pro Jahr, so waren es von 1993 bis 2003 schon 3,3 Millimeter pro Jahr. Dieser Trend setze sich fort. "Das ist das Zehnfache des mittleren Werts der vergangenen 6.000 Jahre."

Bis zum Jahr 2100 werde die Meeresoberfläche wahrscheinlich nicht nur um 60 Zentimeter höher liegen, wie international angenommen, sondern deutlich darüber. Einzelne Studien erwarteten 1,5 Meter Anstieg, sagte Kusch.

Das Jahr 2008 lag nach Daten des Wetterdiensts auf Rang neun der zehn wärmsten Jahre seit 1901. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland erreichte 9,5 Grad. Der Durchschnitt der letzten 120 Jahre betrug aber nur 8,2 Grad. Auch der subjektiv oft als "kühl" empfundene Sommer 2008 lag mit 17,4 Grad um 1,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Europaweit war das vergangene Jahr das zweitwärmste seit Beginn des 20. Jahrhunderts, weltweit lag es ebenfalls in den Top Ten.

Das Jahr 2008 habe "den Erwärmungstrend der vergangenen Jahrzehnte klar bestätigt", resümierte Klimaexperte Gerhard Müller-Westermeier. Hatte der Wetterdienst noch 2007 von einer Zunahme der Durchschnittstemperatur um 0,9 Grad seit 1901 gesprochen, so liegt der Wert nun schon bei 1,0 Grad. Die Zahl der "Sommertage" (25 Grad oder mehr) und der "Heißen Tage" (30 Grad oder mehr) habe sich an einzelnen Messstationen seit 1950 mehr als verdoppelt, sagte Westermeier.

Der Deutsche Wetterdienst will die Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft möglichst lokal erfassen und Anpassungsmaßnahmen vorschlagen. Für Frankfurt am Main ist dazu bereits ein Pilotprojekt gelaufen, wie Wetterdienst-Vorstand Paul Becker sagte. Resultat: Die Zahl von Tagen über 25 Grad wird von derzeit 46 pro Jahr bis 2050 um bis zu 26 steigen. "In diesen Ergebnissen steckt Sprengkraft, sie werden Konsequenzen für die Stadtplanung haben", sagte Becker. So müssten zum Beispiel mehr "grüne Inseln" eingeplant werden, um die Hitze einigermaßen zu regulieren; auch müssten sich die Stadtplaner Gedanken über zusätzliche Schattenspender wie Bäume oder Sonnensegel auf der Frankfurter Fußgängerzone Zeil machen. Auch Grünzüge und Alleen könnten helfen. Für andere deutsche Städte seien ähnliche Berechnungen und Empfehlungen in Vorbereitung, aber noch nicht fertig, sagte Becker.

AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
chatahootchee (29.04.2009, 14:07 Uhr)
VERDAMMT,
Jetzt ist auch der April um drei Tage frueher gekommen.
friedolin (28.04.2009, 18:33 Uhr)
Geiler April
ich wünsche mir wirklich dass wir immer so einen April haben. GEILO !
Schön relativ kühle Luft und dabei ein laues Windchen und geilen Sonnenschein.
Darauf lass ich erstmal ordentlich einen fahren und mach mal ne Spazierfahrt durch die Berge mit meinem 6-Zylinder-Diesel-Cabrio.
400 km werdens wohl nicht aber ich fahr dafür bisschen härter am Gas (Serpentinen).
Ich freu mich auf meinen Badeurlaub an der Nordsee.
bye ihr Heuler!
soondecember (28.04.2009, 18:20 Uhr)
der DWD ist der Oberalarm-schaumschläger
Der DWD schlägt mal wieder Alarm und es wird durch alle Blätter posaunt. Nur der DWD schlägt grundsätzlich jedes Jahr Alarm und die Klimaforschung ist weder sein Gebiet noch sein Auftrag. Wäre wirklich gut, wenn sie das Wetter vorhersagen würden, den nächsten Hagel im Sommer oder den nächsten Sturm. Aber wahrscheinlich sind sie ja beschäftig Klimapressemeldungen zu erzeugen.
Schade dass in den früheren Warmzeiten ein solcher Klimawarner nicht existierte, die Römer hätten auch ihre Bäder sparsamer beheizt.
Wie gesagt mit Klimaforschung hat der deutsche Wetterdienst nichts am Hut und die Presse lässt sich an der Nase rumführen.
Ich gehe davon aus das 95 % der Bevölkerung gar nicht weiss, dass das Klima auf der Erde noch nie stabil war und es schon viele Warm - und Kaltphasen gab, ohne Industrieabgase versteht sich.
Ich persönlich fahr dann mal mit dem Auto nach München (400km) um ein Bier zu trinken und freue mich über die warme Jahreszeit, schönen Feierabend noch...
CeeTo (28.04.2009, 18:05 Uhr)
-.-
So einen April hätte ich gerne immer. Also alles im grünen Bereich.
brainuser (28.04.2009, 16:45 Uhr)
Cool...
...oder auch nicht. Aber dann können wir ja endlich aufhören, sinnlos um dem Block zu fahren, damit es auch mal in Deutschland warmes Wetter gibt.
.
Ziel erreicht. Zukünftig werden Brötchen und Zeitung wieder mit dem Fahrrad geholt ;).
Yslsl (28.04.2009, 16:38 Uhr)
an terrax
Dass die 11-jährigen Sonnenzyklen nichts (wesentliches) mit der Klimaerwärmung zu tun hat und deren Ursache menschliches Tun ist, wird von niemandem Ernst zu nehmenden mehr bestritten.
Allerdings bezweifle ich auch, dass der Blödsinn, den unsere Regierung fördert oder irgend welche anderen Maßnahmen die Niederlande retten werden.
Huxley_82 (28.04.2009, 16:24 Uhr)
Gebrabbel
...genauso Sinnlos wie das Gerede gestern im Radio-Wetterbericht - endlich wieder Landregen für die ausgetrockneten Böden. Im Videotext wurde sogar schon vor Waldbrandgefahr gewarnt.
Außer total lächerlich dazustehen hat so ein blödsinniges Gerede doch keine Wirkung oder? Doch, so kann man nämlich viele tolle Fördergelder abstauben. Na dann Prost, auf eine unabhängige Forschung!
terrax (28.04.2009, 16:17 Uhr)
An die Klimaexperten
Stellt Euch das mal vor.. Ja es wird immer schneller wärmer und zwar noch bis in das Jahr 2012 und danach kühlt es wieder ab. Dies hängt mit normalen Zyklen der Sonne zusammen und hat wirklich nichts mit CO2 zu tun. Aber man kann die Leute natürlich verrückt machen und die Parteien erhoffen sich insgeheim hierdurch Arbeitsplätze... ;-) Tja und auf Dauer gesehen wird es auch immer wärmer werden, da die Sonne sich langsam ausdehnt. Und ob wir hier CO2 einsparen wird wohl kaum das Ausdehnen der Sonne verhindern. (Kann man übrigens auf den Seiten der NASA nachlesen) Tja und alle Vulkane stoßen 3/5 an CO2 auf der Welt aus.... Also ihr CO2-Gegner, ihr könnt das Glauben oder nicht, auch wenn ihr das auf Null reduziert wird es genauso schnell wärmer werden. Achja noch etwas: Was ist ist den Methangasen, welche unaufhaltsam aus der Nordsee strömen? Dagegen unternimmt keine Regierung etwas weil man damit kein Geld verdienen kann, obwohl diese Gase tatsächlich schädlich sind..... So viel zum Thema CO2
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