Bundesamt rät zu Hamsterkäufen

8. Januar 2010, 16:19 Uhr

Schnee, Sturm und Verkehrschaos: Tief "Daisy" bringt den Katatrophenschutz in Alarmstimmung. Die Bürger sollten sich vorsorglich mit Lebensmitteln, Medizin und Kerzen für vier Tage eindecken, rät das zuständige Bundesamt. Auch die Räum- und Rettungsdienste wappnen sich.

Winter, Wetter, Wind, Daisy, Schnee, Schneeverwehungen, Bundesamt,

Schnell noch Einkaufen: Passanten am Alten Strom in Warnemünde©

Angesichts der erwarteten starken Schneefälle und Stürme hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den Bürgern empfohlen, sich vorsorglich mit Lebensmitteln einzudecken. Es werde grundsätzlich geraten, die Vorräte an Lebensmitteln und notwendigen Medikamenten so aufzufüllen, dass eine Versorgung "für drei bis vier Tage" möglich ist, teilte das Bundesamt in Bonn am Freitag auf seiner Internetseite mit. Die Speisen sollten zur Not auch ohne Strom, etwa mit Camping-Gaskochern, erhitzt werden können.

Auch ausreichend Trinkwasser und Kerzen sollten im Haus sein, riet der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unter. Gut wären zudem Taschenlampen und ein Batterie-betriebenes Radio, denn im Fall eines Stromausfalls, wären ja andere Kommunikationsmittel wie Fernsehen oder Computer nicht einsatzfähig, so der BBK-Chef. Auch Mobiltelefone ließen sich dann nicht mehr aufladen. "Die Möglichkeit eines Stromausfalls gibt es immer", sagte Unter.

Ein Sprecher des Bundesamtes betonte, mit der Ankunft von Tief "Daisy" seien die allgemeingültigen Hinweise zur Vorsorge für Notfallsituationen aktualisiert worden. Sollte tatsächlich eine extreme Wetterlage mit starken Schneefällen oder Glatteis eintreten, sollten Bürger, die sich nicht zwingend im Freien aufhalten oder dringend verreisen müssten, "möglichst zu Hause zu bleiben". Wer mit dem Auto unterwegs sei, müsse mit Staus rechnen, mahnte der Sprecher. Die Autofahrer sollten daher warmen Tee und Decken einpacken. Jede unnötige Autofahrt solle vermieden werden.

Räum- und Rettungsdienste wappnen sich

Nach der Prognose der Meteorologen kann Tief "Daisy" bis zum Samstag mancherorts für bis zu 20 Zentimeter Neuschnee sorgen. Hinzu kämen Windböen von 70 Stundenkilometern, die den pulverigen Schnee zu Schneebergen auftürmen können. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit "erheblichen Behinderungen" durch Schneeverwehungen, sowohl auf der Straße als auch im Bahn- und Flugverkehr. Räum- und Rettungsdienste in Deutschland wappneten sich daher am Freitag für chaotische Verkehrsverhältnisse. Das Technische Hilfswerks (THW) stellte sich darauf ein, deutschlandweit Straßen zu räumen, liegengebliebene Lastwagen freizuschleppen und im Stau steckende Autofahrer mit heißen Getränken und Decken zu versorgen.

Auch Flugreisende werden die Schneemassen voraussichtlich zu spüren bekommen. Passagiere müssten sich am Wochenende auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen, teilte der Flughafen Frankfurt am Main mit. In den Terminals seien Vorbereitungen getroffen worden, um Passagiere während Wartezeiten versorgen zu können. Am Airport Düsseldorf wurde der sonst mögliche Check-In am Vorabend gestrichen. Passagieren wird geraten, sich rechtzeitig über Verspätungen zu informieren.

Auch die Bahn bereitete sich auf Behinderungen vor. Bei Schneeverwehungen könnten Weichen zufrieren, sagte ein Sprecher des Konzerns. Man habe aber Vorbereitungen getroffen, um einen möglichst reibungslosen Bahnverkehr zu gewährleisten. So seien bundesweit mehrere hundert Mitarbeiter in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, etwa um Unwetterschäden beseitigen zu können.

Kritik an Streusalz-Herstellern

Der ADAC forderte die Hersteller von Streusalz auf, die Produktion von Auftausalzen sofort deutlich zu verstärken. Zahlreiche deutsche Städte könnten ihre Straßen nicht bedarfsgerecht räumen, da die Salzvorräte zur Neige gegangen seien. Dies liege daran, dass die Lager der Salzhersteller weitgehend leergefegt seien und die Restmengen vorrangig an Autobahnmeistereien ausgeliefert worden seien. Dies sei nicht hinnehmbar.

Der Verband der Kali- und Salzindustrie e.V. erklärte hingegen, derzeit würden in deutschen Bergwerken pro Tag 45.000 Tonnen Auftausalz produziert. "Das ist relativ viel", sagte ein Sprecher. Bei diesem Produktionsvolumen könne nicht von einem Lieferengpass gesprochen werden. Möglich sei nur, dass es bei schlechter Witterung zeitweise mal zu Verzögerungen bei der Auslieferung komme.

Die Bahn rüstet auf

Die Deutsche Bahn rüstet sich mit zusätzlichen Einsatzkräften und technischem Material. Es könnten bei Bedarf mehr Schneeräumkräfte und Instandhaltungstrupps eingesetzt werden, sagte ein Sprecher. Räumfahrzeuge für die Schienen stünden ebenso bereit wie zusätzliche Hilfsloks für den Fall, dass Züge steckenblieben.

Winter überfordert Städte und Gemeinden

Viele Kommunen in Deutschland sorgen sich wegen des Mangels an Streusalz. Die Stadt Wiesbaden rief die Autofahrer auf, ihren Wagen möglichst stehen zu lassen. In der hessischen Landeshauptstadt werde wie in anderen Städten und Regionen das Taumittel knapp. In Bremen kann wegen der hohen Schneeberge am Straßenrand der Müll nicht mehr ordnungsgemäß abgefahren werden.

Gut vorbereitet scheint die Wasserschutzpolizei am Bodensee zu sein. Sie patrouilliert mit Schlittschuhen auf dem zugefrorenen See. Knapp sieben Zentimeter misst die Eisschicht vor der Insel Reichenau auf dem sogenannten Gnadensee. Schlittschuhläufern und Eishockeyspielern sind unter Polizeischutz unterwegs. In Norddeutschland ist das Eis hingegen eine Last, Schifffahrtswege und Küsten frieren zu. In der Nordzufahrt nach Stralsund liege bis zu 15 Zentimeter dickes Festeis, im Hafen Wismar etwa zehn Zentimeter, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogrphie (BSH) mit. Eisbrecher seien im Einsatz. Auf dem Mittellandkanal zwischen Rheine und Magdeburg sind über eine Strecke von 318 Kilometern fünf Eisbrecher im Einsatz. Zudem gab es an der Ostseeküste starke Schneeschauer, weil sich die Luft über dem Meer mit Feuchtigkeit vollsaugte. So liegen auf Rügen mehr als 30 Zentimeter Schnee, während es in Schwerin nur drei Zentimeter sind.

Zum Thema
KOMMENTARE (10 von 35)
 
salz63 (10.01.2010, 11:41 Uhr)
@paladin09
Klar, aber wie sollte der Staat denn all das bezahlen?
HartzIV Empfänger zahlen keine Steuern und alle die etwas mehr verdienen als der kleine Mann, sowie Unternehmen, erst recht nicht.
Die immer kleiner werdende Mittelschicht kann es sich halt nicht mehr leisten, daß vor den Villen der Reichen von städtischen Mitarbeitern die Parkwege freigeschaufelt werden.
paladin09 (10.01.2010, 04:40 Uhr)
Hamsterkäufe
was soll diese ganze Panikmache - Weltuntergangsszenarien? Winter überfordert Städte und Gemeinden? Da rächt sich mal wieder die Arbeitsplatzvernichtung des Staates. Deutschland hat weit kältere, schneereichere, stürmischere Winter als diesen normalen Winter mit Minusgraden und etwas Schneefall überstanden. Wenn Städte und Gemeinden mit diesen bisher völlig normal verlaufenden Winter und den Räumdiensten nicht klar kommen zeigt das nur, wie wenig, schlecht Städte und Gemeinden sich auf den Winter vorbereitet haben und wie welche politisch getroffenen Fehlentscheidungen beim Personalabbau für ein Verkehrschaos verantwortlich sind. Wenn, wo in Deutschland von einem Winterchaos gesprochen wird, dann trägt eindeutig die Politik an diesem Chaos die Schuld und Hauptverantwortung. Chaos hat es in weit schlimmeren Wintern früher nicht gegeben. Auch nicht bei der Bahn. Weichen wurden von Hand aufgetaut. Schneeverwehungen von Schneeräumzügen beseitigt. Gleisläufer sorgten für den einwandfreien Zustand der Gleise. Jede Straße, jeder Gehweg, jede Zufahrt mußten und wurden früher von Kolonnen von Straßenkehrern - Hauseigentümer - Hauswarten - Geschäften vom Schnee geräumt, wie gestreut werden. Heute ist nicht mal mehr genügend Personal vorhanden um die Hauptstraßen bei anhaltendem Schneefall befahrbar zu halten. Nebenstraßen - Gehwege - Zufahrten werden überhaupt nicht mehr geräumt und gestreut. Selbst in Parkanlagen, auf Friedhöfen wurden früher die Hauptwege von Schnee geräumt und gestreut. Heute sieht man dort keinen einzigen Schneeschieber mehr. Der größte Arbeitsplatzvernichter der Staat hat Mill. Arbeitsplätze vernichtet und kann seine Augaben schon lange nicht mehr erfüllen. Für Chaos hat der Staat selber die Basis geschaffen und, wenn das Wetter nur mal minimal von der erwarteten Norm abweicht bricht heute gleich alles zusammen. Armseeliges Deutschland!
Knuffiman (10.01.2010, 03:04 Uhr)
so
jetzt hab ich alle zoohandlungen abgeklappert, und habe 158 hamster ergattert. nachteil: die fessen jetzt mein brot auf. HILFE bundesamt, was soll ich tun ??
soll ich die dann grillen ???
marihuhna (10.01.2010, 02:04 Uhr)
Kostensenkung
Kostensenkungsvorschlag für die neue Koalition. Macht den Laden der Vollpfeifen vom Bundesamt für Katastrophenschutz zu!
salz63 (10.01.2010, 01:58 Uhr)
Lebenstüchtig?
Wenn wir ein Amt brauchen, daß den Menschen erklärt, daß es klug ist Lebensmittel und Medikamente für 3-4 Tage im Haus zu haben, dann stellt sich die Frage, ob die Menschen in diesem Land überhaupt noch lebenstüchtig sind.

Es geht da schließlich um ein paar Dosen, ein Brot und ein paar Flaschen Wasser, nicht um den Bau eines Atombunkers und Vorräte für 4 Monate unter der Erde.
flyingfree (09.01.2010, 18:30 Uhr)
@ teresila und haakma
Danke für euren Eintieg zum Thema :-)
Gut, dass wir unser aller Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) haben, das für uns sorgt.
ramteid (09.01.2010, 16:01 Uhr)
Auch ein Vorteil, der doch normale Winter
Die Klimahysteriker sind mal ein paar Tage ruhig. Hitzetode melden geht nicht. Solch einen Winter, nur noch etwas strenger gab es u.a. 1979. Dafür schickte die Hysteriker schon mal eine Medung raus, dass es 2050 so gut wie keinen Schnee mehr gibt. Also habe ich sofort ein paae Zentner eingeweckt.
schwarzspecht1 (09.01.2010, 12:54 Uhr)
@garnet
Sie sollten froh und glücklich sein, dass Sie sich nicht mehr um eine Lehrstelle bemühen müssen.
Lassen Sie mal den Beitrag von Ihrer Frau gegenlesen.
whismerh2 (09.01.2010, 10:15 Uhr)
@andre1971germany
Wu Du leben , Sei Dir gegönnt.
Zum Thema
Bundesamt rät zu Hamsterkäufen
Da wo es richtig schneit, braucht sehr wahrscheinlich kein Mensch diese ach so schlauen Ratschläge, die wissen schon was zu tun ist,
Ich zitiere die hiesige Presse,(FfmDE) es wird ein Untergangszinario aus der Schublade rausgekramt und was ist?
Winter, mehr nicht, erinnert mich irgendwie an die Panikmache der Schweinegrippe .
Also hier ist alles Normal,
Pulverschnee, Höhe max 15 cm. Mein Auto ist weiss wartet auf Besen, Temperatur wärmer wie vor 5 Tagen.
haakma (09.01.2010, 10:08 Uhr)
@flyingfree Bundesamt rät
Was man mit dem Hamster soll?
Klar doch , raus mit dem und Schnee schippen lassen!!!
Reise
Ratgeber
Ratgeber Hotels: Hotels suchen und finden Ratgeber Hotels Hotels suchen und finden
Ratgeber Urlaub: Planen, buchen, Koffer packen Ratgeber Urlaub Planen, buchen, Koffer packen
Ratgeber Trauminseln: Sonne, Strand und Palmen Ratgeber Trauminseln Sonne, Strand und Palmen