Features19. April 2012 , 02:04 Uhr

Alle Gerüchte zur Xbox 720

Microsoft hat bereits bewiesen, dass der Konzern die Verkäufe der PlayStation 3 übertrumpfen kann. Das neue Metro-Dashboard und zahlreiche Apps haben die Xbox 360 mittlerweile in ein Multimedia-Gerät verwandelt. Die nächste Konsolen-Generation von Microsoft wird jedoch von Grund auf als Home-Entertainment-System ausgerichtet sein.

Xbox Loop?

MSnerd, ein wohlbekannter Verbreiter von Geheimnissen rund um Microsoft hat die nächste Konsolengeneration mit einem internen Projekt namens „Loop“ in Verbindung gebracht. Es ist nicht das erste Mal, dass Arbeitstitel rund um Xbox-Prototypen auftauchen. Schon zuvor war eine Xbox unter dieser Bezeichnung gehandelt, aber nie veröffentlicht worden.

Welche Spezifikationen wird die Xbox 720 bieten?

MSnerd zufolge wird die nächste Xbox ebenso wie der Vorgänger eine Multi-Core-CPU bieten. Allerdings soll bei der Xbox 720 ein Hauptkern, der je nach benötigter Grafikleistung von den anderen unterstützt wird, zum Einsatz kommen.

Die Tech-Seite „semiaccurate.com“ spricht davon, dass die CPU unter dem Arbeitstitel Oban entwickelt wird. Oban könnte bereits fertig sein und die Produktion im Dezember 2012 beginnen.

Bei Oban soll es sich um einen auf PowerPC basierenden Prozessor von IBM (ähnlich jenem der Xbox 360) handeln. Es gibt allerdings auch Hinweise darauf, dass AMD bei der nächsten Xbox involviert sein wird. Was immer sich letztendlich als richtig herausstellt, der Prozessor wird auf jeden Fall von ATI produziert. Probleme mit der Rückwärtskompatibilität auf die Xbox 360 soll es jedenfalls nicht geben.

Man darf Epics Einfluss auf keinen Fall unterschätzen. Der Grafikprozessor der Oban/ATI-CPU sollte leistungsstark genug sein, um das Demo von Epics „Samaritan“, (welches auf der Game Developers Conference vorgestellt wurde) abspielen zu können. Das Spiel basiert auf einer stark modifizierten Version der Unreal Engine 3 und bietet fotorealistische Grafiken, unglaubliche Lichteffekte und eine hervorragend flüssige Wiedergabe.

Als Microsoft seine Xbox 360 entwickelte, war es Epics „Gears of War“-Demo, das Microsoft dazu veranlasste, die RAM-Größe von 256 MB auf 512 MB zu erhöhen. Der EU-Manager von Epic, Mike Gamble, bezeichnete „Samaritan“ als „eine Anfrage an die Hardware-Hersteller, was wir gerne ermöglicht hätten“.

Historisch betrachtet hat Sony immer die leistungsstärksten Konsolen gebaut: Die PS2 war leistungsstärker als Dreamcast, die PSP besser als die DS, die PS3 brachte mehr Leistung als die Xbox 360 und die Vita mehr als die 3DS.

Auch bei der nächsten Konsolengeneration wird sich daran wohl nichts ändern. Sony wird keine teuren Kinect-Sensoren in jede Konsole integrieren müssen, was den Prozessor der PS4 nicht beeinträchtigen wird. Die PS4 wird also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die nächste Xbox in dieser Hinsicht übertrumpfen.

Allerdings gewinnt man den Kampf der Konsolen nicht ausschließlich durch die Leistungsstärke, sondern benötigt auch eine Menge Einfallsreichtum. Die Wii und die DS zeigten, dass die Hersteller nicht nur durch die kräftigsten Maschinen gewinnen können. Trotz Sonys starkem Prozessor hat die Xbox 360 die PS3 und die DS die PSP an Erfolg übertrumpfen können.

Die Grafiken der Xbox 720 und die Kinect 2

Microsofts Stärke ist auf jeden Fall seine Innovationskraft. Der US-Konzern kann fast jede andere Tech-Firma ausstechen, sobald es um Patente geht. Nur Microsoft kann eine Kinect herstellen und das wird von entscheidender Bedeutung sein, wenn diese Technologie ihren weiteren Siegeszug durch diese Welt antritt.

Derzeit benötigt man noch ein Wohnzimmer in der Größe einer Turnhalle, um alles aus der Kinect herausholen zu können. Bei der Kinect 2.0 wird der Gamer allerdings nicht mehr so viel Platz benötigen. Der Beweis dafür wurde von Microsoft bereits erbracht, schließlich kann die PC-Version der Kinect Bewegungen bereits wenige Zentimeter vor der Kamera registrieren.

Die Wahrnehmung einzelner Körperteile (beispielsweise Finger oder Augen) wird bereits mit einer geringfügig veränderten Kinect analysiert. Außerdem tauchte ein Microsoft-Forschungspapier auf, das erklärt, wie die Kinect mittels eines durchsichtigen Displays dazu verwendet werden kann, mit digitalen Objekten direkt zu interagieren. Ein Video zu diesem sogenannten HoloDesk ist auf YouTube unter dem Titel „HoloDesk – Direct 3D Interactions with a Situated See-Through Display“ zu sehen. HoloDesk erinnert stark an Microsoft Omnitouch-System, mit dem Touchscreens auf jede Fläche projiziert werden können.

Neue Technologien gibt es aber auch im Audio-Bereich. 2007 entwickelte eines von Microsofts Forscherteams sogenannte „Sound-Pockets“, um ein „Kopfhörer-Erlebnis ohne Kopfhörer“ zu ermöglichen. Microsoft wollte wissen, ob eine solche Technologie ökonomisch umsetzbar ist. Fünf Jahre später lautet die Antwort „ja“.

Das klingt nach einem Märchen, nicht wahr? Doch, diese Technologien werden bereits in hunderttausend Dollar teuren Prototypen eingesetzt und warten nur darauf, in gewöhnliche Unterhaltungsprodukte integriert zu werden.

Noch zwei Jahre bevor die Kinect auf den Markt kam, hatte der verwendete Sensor Zehntausende Dollar gekostet. Nun kann die Kinect für circa 100 Euro erstanden werden. Der HoloDesk-Prototyp hat momentan die Größe eines Kühlschrankes, in einem Jahr wird er möglicherweise schon auf die Größe eines Helmes geschrumpft und tragbar sein. 2015 könnte dieselbe Technologie bereits in eine 3D-TV-Brille integriert werden.

Sony wird Microsoft zeitlich sicherlich nicht hinterher sein wollen und hat bereits bestätigt, dass die PlayStation 4 im selben Zeitfenster mit der nächsten Xbox auf den Markt kommen soll. Angesicht des Produktzyklus des Oban-Chips rechnen wir damit, dass es im November 2013 soweit sein könnte.

Die Gamer werden wahrscheinlich nicht mehr lange warten müssen, bis sie einen ersten Blick auf die Konsolen der nächsten Generation werfen können. Weder Microsoft noch Sony werden sich auf der E3 im Mai die Show von Nintendos Wii U stehlen lassen wollen.

Launch-Titel für die Xbox 720

Die Xbox-Entwickler scheinen nicht besonders gut darin zu sein, Geheimnisse für sich zu behalten. Zahlreiche Microsoft-Mitarbeiter haben in ihren LinkedIn-Profilen bereits den Begriff „nächste Generation“ fallen lassen.

Dennoch gibt es bereits einige Games, die ganz sicher für die Xbox 720 erwartet werden dürfen. Neben „Halo“ sollen auch die Entwickler von „Bulletstorm“ People Can Fly an einem neuen Game arbeiten. Gerüchten zufolge soll das Studio mit einigen „Gears of War“-Prequels beschäftigt sein.

Abgesehen davon werfen auch andere große Spielestudios ihre Entwicklungsmaschinen wieder an. Square Enix sucht in Japan nach neuen Entwicklern, die „das höchste Talent-Level für die Game-Engine-Entwicklung der nächsten Generation“ mit sich bringen. Auch Microsoft Game Studios Vancouver sucht nach Verstärkung.

Der Online-Lebenslauf von Shawn Woods, Art Director des Studios, lässt darauf schließen, dass bereits an einem „Triple-A-Erlebnis für die Kinect“ gearbeitet wird. Da die Kinect verwendet werden soll, handelt es sich angesichts der entsprechend langen Entwicklungszeit wohl schon um ein Xbox-720-Game.

Erwartet werden können auch alte Xbox-Bekannte wie ein „Forza“-Spiel der Turn 10 Studios. Der potenzielle Unterschied bei der Leistung der unterschiedlichen Konsolen könnte dazu führen, dass die Homogenisierung von Spielen für die Xbox und PS zu einem Ende kommen wird.

Sollte bei der Xbox 720 auf Innovation und Nützlichkeit Wert gelegt und bei der PS4 auf möglichst hohe Leistung fokussiert werden, könnten Entwickler dazu gezwungen sein, zwei unterschiedliche Games zu kreieren. Eine weitere Möglichkeit könnte darin bestehen, dass Spiele an die höhere beziehungsweise geringere Leistung der jeweiligen Konsole angepasst werden.

Inwiefern sich das auf die Spiele auswirken wird, kann momentan nicht gesagt werden. Angesichts der astronomischen Summen, die heutzutage in die Spieleentwicklung fließen, ist es allerdings nur schwer vorstellbar, dass Verleger Geld in zwei verschiedenen Spielevarianten pumpen.

Potenziell wird es mit der Xbox 720 und PS4 zwei Konsolen geben, die unterschiedlich genug sind, damit sich letztendlich ein klarer Gewinner herauskristallisieren kann. Auf diese Konsole werden auch die Studios ihr Hauptaugenmerk legen.

Die nächste Xbox wird eine Radeon-6000-Karte mit “sechs Mal mehr Leistung” als die Xbox 360 bieten

Den neuesten Gerüchten zufolge soll Microsofts Xbox-360-Nachfolger eine Radeon-6000-GPU bieten. „Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind“ sollen gegenüber „IGN“ behauptet haben, dass Microsoft den ein Jahr alten Grafikprozessor gegenüber der neueren 7000er-Serie vorzieht.

Der Prozessor wird anscheinend ähnlich der Radeon HD 6670 sein und soll neben DirectX11-Unterstützung, Multidisplay-Output, 3D und HD-Output in 1080 Pixel bieten.

In dem Medienbericht heißt es außerdem, dass der Grafikprozessor der Xbox 720 „sechs Mal leistungsfähiger“ als jener der Xbox 360 sein und „20 Prozent mehr Leistung“ als die Wii U von Nintendo bieten soll.

Die Xbox 720 könnte zwar Blu-ray, aber keine gebrauchten Spiele unterstützen

Laut der Spiele-Newsseite „Kotaku“ wird die nächste Konsolengeneration von Microsoft mit der PS3 gleichziehen und Blu-ray-Discs unterstützen.

In dem Bericht heißt es auch, dass die Konsole möglicherweise gebrauchte Spiele nicht abspielen wird. Theoretisch könnte ein Spiel künftig mit einem spezifischen Xbox-LIVE-Konto verbunden sein, damit der Weitergabe von gebrauchten Spielen Einhalt geboten werden kann.

Die Xbox 720 und PS4 stellen eine „unglaublich Chance“ für Verleger dar

THQ, Hersteller und Verleger von Videospielen, bezeichnete die kommende Xbox 720 als „unglaubliche Chance“ für die Verleger.

Nach der Ankündigung eines Verlustes von 56 Millionen Dollar sagte THQ-CEO Brian Farrell gegenüber Investoren, dass ein neuer Konsolenzyklus sowohl ein Risiko als auch eine Chance darstelle, um den Spielekonzern zu „transformieren“.

Farrell dazu: „Ich stimme dem zu, dass es auch ein Risikoelement darstellt, wenn ein potenzieller neuer Konsolenzyklus beginnt. Er beinhaltet allerdings auch eine unglaubliche Chance. Die beste Zeit, um neue Ideen zu schaffen, ist zu Beginn eines neuen Zyklus. Wir denken, dass das eine unglaubliche Chance für die Transformation von THQ darstellt.“

Die Xbox 720 soll einen Touchscreen-Controller bieten

Laut „Xbox World“ soll der Controller der Xbox 720 einen Touchscreen ähnlich der Wii U bieten.

„Xbox World“ zufolge soll die nächste Konsolengeneration außerdem „ein matt-schwarzer Media-Hub sein. Ein Hub mit dem Ziel, Spiele im Wohnzimmer durch Augmented Reality, Directional Sound und einer Vier-Player-Kinect samt Fingererkennung, zum Leben zu erwecken.“

Dem Magazin zufolge soll Microsoft mit einem Controller, der einem Tablet gleicht, experimentieren. Das Steuerungsgerät soll eher an die PS Vita als an die Wii U erinnern.

Das Xbox-720-Pad soll „ein HD-Screen, umgeben von traditionellen 360-Tasten und -Sticks“ sein.

Unreal Engine 4 für die Xbox 720?

Epic Games hat seine Unreal Engine 4 für „Konsolen, die wir noch nicht mit Namen nennen dürfen“ vorgestellt.

Gegenüber „G4TV“ sagte Mark Rein, dass die Unreal Engine 4 noch in diesem Jahr veröffentlicht wird.

Rein über die neue Engine: „Die Leute werden in diesem Jahr überrascht sein, wie tief greifend die Effekte von Unreal Engine 4sein werden.“