Features19. April 2012 , 02:04 Uhr

Assassin’s Creed 3: Hervorragender neuer Schauplatz

Der blutige amerikanische Revolutionskrieg erscheint zunächst eine seltsame Wahl für ein Assassin’s-Creed-Spiel zu sein, aber wir denken, dass es sich dabei um einen Geniestreich handelt. Die Zeit der Amerikanischen Revolution war von epischen Kämpfen, politischen Intrigen, legendären Generälen (und unglaublichen, gepuderten Perücken) geprägt.

Mit Ausnahme von ein paar obskuren PC-Strategiespielen, ist das Amerika des 18. Jahrhunderts und die Geburt einer der weltgrößten Supermächte ein recht unbetretenes Land. Man könnte annehmen, dass das einer der Gründe für Ubisoft war, das Spiel in diese Zeit einzubetten. Dass noch kein großes Spiel sich diese Zeit zunutze gemacht hat, könnte zur Entscheidung geführt haben.

Wir denken allerdings, dass es noch weitere Gründe dafür gibt, warum für “Assassin’s Creed 3” die Amerikanische Revolution als Schauplatz gewählt wurde. Hier findet ihr sechs unserer Annahmen.

1. Unglaubliche Kämpfe

“Assassin’ Creed” drehte sich schon immer darum, sich auf flacher Ebene zu verstecken. Man tötet sein Ziel nicht, wenn es alleine ist und versteckt sich dann hinter Schatten. Man macht es vor einer großen Menschengruppe im hellen Tageslicht. So arbeiten Attentäter.

Ubisofts beeindruckend erscheinende AnvilNext-Engine soll das gleichzeitige Auftauchen von Tausenden von Charakteren auf einmal ermöglichen. Das kann nur bedeuten, dass Gamer Kämpfe mit unglaublichem Ausmaß geboten bekommen werden.

Stell dir zum Beispiel vor, dass dein Ziel ein Soldat oder ein Kommandant ist und du musst dir deinen Weg durch eine tobende Schlacht durchschlagen, ihn erwischen und unbemerkt verschwinden. Das würde der Stealth-Mechanik der Spieleserie komplett neue Möglichkeiten bieten und noch dazu unglaublich ausschauen.

Ein berühmter Schauplatz, den die Entwickler nachbilden könnten, ist die Schlacht von Bunker Hill, bei der 5000 Soldaten in der Nähe von Charlestown, Massachusetts, aufeinandertrafen. Ein berühmtes Sprichwort („Feure nicht, bevor du nicht das Weiße in ihren Augen siehst“) stammt aus dieser Schlacht. Auch die Belagerung von Boston, bei dem eine Armee von 16.000 Mann unter der Führung von George Washington die Briten aus der Stadt jagte, würde sich hervorragend eignen.

2. Legendäre historische Persönlichkeiten

George Washington, der bekannteste General der Amerikanischen Revolution und der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, wurde von dem Entwicklerstudio als Teil des Spieles bereits bestätigt. Eines der besten Dinge an der Assassin’s-Creed-Serie ist es, wie die Geschichte in historische Zusammenhänge eingebettet ist und dass der Gamer mit bekannten, historischen Charakteren interagieren kann. Wen werden wir im dritten Teil noch zu sehen bekommen?

Lord Frederick North, der Großbritannien durch einen Großteil des Unabhängigkeitskrieges führte, wird höchstwahrscheinlich ebenso wie Joseph Brant, Anführer der Mohawk-Indianer, auftauchen.

Wir werden wahrscheinlich auch auf Benjamin Franklin, einen der größten Erfinder der Zeit, treffen. In „Assassin’s Creed 2“ stellte Leonardo da Vinci dem Helden Ezio Gegenstände wie die Flugmaschine oder die versteckte Klinge zur Verfügung. Wird Franklin diese Rolle in dem neuen Spiel einnehmen?

3. Flottenkrieg

Wenn du “AC: Revelations” gespielt hast, wirst du dich an die Szene erinnern können, in der Ezio durch die brennenden Schiffe springt. Stell dir diesen Moment noch einmal vor – diesmal allerdings in einem wesentlich größeren Ausmaß. In der Amerikanische Revolution wurden epische Seeschlachten ausgetragen, in denen fast 20.000 britische Seemänner ihr Leben ließen. Wir wären überrascht, wenn „AC3“ diese nicht in irgendeiner Weise integriert hätte. Die Schlacht von Machias (1775) stellt die erste Seeschlacht der Amerikanischen Revolution dar, in der die Einwohner von Machias, Maine den Briten ordentlich einheizten. 1777 gelang es ihnen, eine weitere britische Kriegsflotte abzuwehren. Das könnte den perfekten Hintergrund für ein Attentat darstellen.

Man vergisst einfach, dass der Amerikanische Unabhängigkeitskampf ein globaler Konflikt war und nicht alle Kämpfe auf amerikanischen Boden stattfanden. Es gab auch die Seeschlacht bei Kap St. Vincent, vor der portugiesischen Küste, und die Schlacht bei Sainte in Westindien, die ebenfalls in die Zeitspanne von „Assassin’s Creed 3“ (1753 bis 1783) fallen könnten.

4. Atemberaubende Umgebungen

Bevor Amerika von Einkaufszentren und Apple-Stores übersät war, gab es auf dem Boden der Vereinigten Staaten üppige, unberührte Berge, Wälder, Seen und Wüsten. Aufgrund seiner großen Fläche stellt Amerika eines der abwechslungsreichsten Länder dieses Planeten dar, was sich als perfekter Hintergrund für ein Spiel erweist. Im Trailer war bereits eine verschneite Gegend zu sehen, aber das wird wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der ausgedehnten Fläche sein, die sich zwischen Boston und New York erstreckt.

“Assassin’s Creed 2” bot wunderschöne italienische Landschaften, auf denen man zu jeder größeren Stadt reiten konnte. Eine ähnliche Struktur, jedoch mit wesentlich mehr landschaftlicher Abwechslung, sollte auch vom neuen Spiel erwartet werden. Natürlich wird auch das Wetter nicht außer Acht gelassen. Wir könnten sintflutartigen Regen und Pulverschnee sehen, die die Umgebung noch natürlicher machen, als bei den bisherigen Spielen.

Da der Hauptprotagonist Connor amerikanischer Abstammung ist, wird er sicherlich eine Extraportion Motivation mitbringen, um die natürliche Schönheit seines Heimatlandes vor den eindringenden europäischen Armeen und amerikanischen Kolonialisten zu schützen. Die Amerikanische Revolution ist eine der dunkelsten Kapitel der Geschichte und es wird interessant zu sehen sein, wie Ubisoft mit einem solch heiklen Thema umgeht.

5. Erbitterte Rivalitäten

Der Revolutionskrieg wurde nicht nur zwischen den Briten und den Amerikanern geführt, eine Vielzahl anderer Staaten und Interessensgruppen war ebenfalls involviert. Die USA hatten unter anderem Frankreich, Spanien, Niederlande und einige Stämme amerikanischer Ureinwohner, inklusive der Catawba und der Lenape, auf ihrer Seite.

Die Briten wurden von einigen deutschen Ländern sowie mehreren Stämmen amerikanischer Ureinwohner (Onondaga, Mohawk, Cayuga, Seneca und Cherokee) unterstützt. Es könnten also viele verschiedene Interessensgruppen in „Assassin’s Creed 3“ auftauchen. Wir haben bereits gehört, dass Connors Rüstung individuell gewählt und dadurch entweder kolonial oder den Ureinwohnern angepasst werden kann. Es gibt auf jeden Fall viele Seiten, auf denen man kämpfen kann.

Nicht vergessen werden darf natürlich auch der geheime Krieg zwischen den Assassinen und den Templern, der in keinem Assassin’s-Creed-Spiel fehlen darf. Wie das innerhalb des Revolutionskrieges umgesetzt werden wird, darf mit Spannung erwartet werden. Wir denken, dass die Templer auf der Seite der Briten stehen werden.

6. Geheimbünde

Verschwörungsfans werden die zweifelhaften Geschichten rund um die Freimaurer und deren Verstrickung mit der Amerikanischen Revolution kennen. Viele der Gründervater (unter anderem George Washington, John Hancock, Benjamin Franklin und Thomas Jefferson) waren Mitglieder dieses Geheimbundes. Legenden (und Verschwörungstheorien) zufolge haben die Freimaurer den Revolutionskrieg heimlich manipuliert, um daraus selbst Kapital zu schlagen.

Fakt oder Fiktion? Wir lassen dich entscheiden. Die Assassin’s-Creed-Autoren bauen regelmäßig Verschwörungstheorien in die Spieleserie ein und werden diesen Aspekt wohl auch beim nächsten Spiel nutzen. Werden die Templer und die Freimaurer sogar unter einer Decke stecken?

Man sollte sich aber auch in Erinnerung rufen, dass “Assassin’s Creed“ neben realen Geschehnissen der Vergangenheit auch eine Reihe seltsamer, paranormaler Elemente wie den Apfel von Eden, die erste Zivilisation, den Animus oder Ähnliches bietet. Man sollte sich vom dritten Teil also nicht erwarten, dass es ein akkurates historisches Dokument werden wird. Es wird auch merkwürdige Inhalte geben und möglicherweise werden dem Spieler sogar Aliens geboten werden.