Features14. November 2012 , 12:11 Uhr
Das Ende von “Assassin’s Creed 3” erklärt – Achtung: Spoileralarm!
Das Ende von “Assassin’s Creed 3” ist geschafft. Verwirrt? Voller Fragen? Können wir total verstehen. Wir haben ein bisschen analysiert.
Es ist offensichtlich, dass der dritte Teil von “Assassin’s Creed” das Ende der Trilogie ist. Aber Ubisoft wird deshalb nicht einfach das lukrativste Pferd im Stall aufgeben. Wir sind uns sicher, das „Assassin’s Creed“ zurückkehren wird. Das Ende des aktuellsten Teils gibt uns viele Hinweise darauf, welche Richtung das Spiel nehmen wird.
Aber zuerst ein Rückblick: Nachdem Desmond das Amulett, welches Connor vergraben hat, wieder ausgräbt, öffnet er damit die innere Kammer des Großen Tempels Die Göttin Juno erscheint und eröffnet, dass sie einen Weg kenne, die Erde vor der Sonneneruption zu retten. Das wird jedoch sein Leben kosten und Juno wird in die physikalische Welt wiedergeboren werden. Minerva warnt Desmond, dass die Erdenwiedergeburt von Juno schreckliche Konsequenzen haben wird.
Denn es stellt sich heraus, dass Juno der eigentliche Bösewicht der “Assassin’s Creed”-Serie ist. Sie ist seit Tausenden von Jahren im Großen Tempel gefangen und hat die Menschheit heimlich manipuliert, um Desmond Miles zu ihr zu führen. Junos Rasse hat sich einst mit Menschen vereinigt und Nachkommen hervorgebracht, die die Sonneneruption aufgrund ihrer schieren Anzahl wahrscheinlich überleben könnten. Diese Nachkommen sind jedoch ausgestorben, aber die DNA der ersten Zivilisation hat überlebt. Desmond ist einer von ihnen. Er trägt Junos Gene in sich und ist deshalb der Schlüssel zu ihrer Befreiung.
Desmond hat zwei Möglichkeiten: Er könnte es auf die Sonneneruption ankommen lassen und die Gesellschaft mit den Überlebenden wieder aufbauen oder er könnte Juno befreien mit dem Risiko, dass die Menschheit von ihr versklavt wird. Desmond entscheidet sich nach langem Hin und Her für die zweite Option. Er will die Erde retten und hofft, dass die Assassinen Juno stoppen werden.
Er befreit Juno und stirbt im Verlauf. Juno materialisiert sich neben der Leiche und sagt: “Es ist vollbracht. Die Welt ist gerettet. Du hast deine Rolle gut gespielt, Desmond, aber jetzt ist es an der Zeit, dass ich meine spiele.“ Sie macht einen Schritt auf den Tempeleingang zu und der Abspann beginnt.
Aber was hat all das zu bedeuten?
Dunkle Tage
Die Befreiung von Juno ist nicht unbedingt eine gute Nachricht für die Erde. Wir wissen aus den Spielen, dass die Menschen von der ersten Zivilisation als Sklaven gehalten wurden. Juno könnte deshalb sehr leicht in dieses Verhalten zurückfallen und die menschliche Rasse erneut unterdrücken.
Das nächste “Assassin’s Creed”-Spiel wird deshalb mit großer Sicherheit die Assassinen im Mittelpunkt haben, die versuchen, Juno zu stoppen. Aber werden Vidic und die Templer sich ihnen anschließen oder werden sie sich auf die Seite von Juno schlagen? Und wie wollen sie die mächtige Juno zur Strecke bringen? Ubisoft Montreal ist bekannt für seine Vorliebe des Konzeptes MacGuffin, deshalb könnte es durchaus sein, dass irgendwo eine vorzeitliche Technologie vergraben sein wird, die dabei helfen soll.
Desmond öffnet den Großen Tempel am 21. Dezember nur wenige Momente vor der Sonneneruption und folgt damit genau Junos Plan. Hätte der Assassin den Tempel eher erreicht, hätte man vielleicht einen Weg finden können, den Planeten ohne Junos Befreiung zu retten. Aber mit nur wenigen Minuten Zeit, um eine Entscheidung zu treffen, war es die einzige Möglichkeit, die Menschheit zu retten. Hätte sich Desmond für die erste Option entschieden, wäre die Erde zu Asche geworden und Billionen von Menschen wären gestorben.
Also hat er sich geopfert und das geringere Übel gewählt. Die Ironie der Geschichte ist, dass sich die Assassinen dazu verpflichtet haben, den freien Willen zu schützen und am Ende eine Entscheidung treffen, die auch ein Templer getroffen hätte. Hat Desmond einen Fehler begangen? Alles hängt davon ab, ob die Assassinen Juno besiegen können. Aber Desmond ist tot, deshalb müssen sie einen neuen Anführer finden, dessen Vorfahren den Schlüssel zur Rettung der Menschheit hielten. Eine perfekte Grundlage einen neuen Helden einzuführen.
Ein neuer Held
Aber was sind Junos Motive? Als der junge Connor eine Vision von ihr sieht, sagt sie: „Was einst war, soll wieder sein.“ Das deutet an, dass sie die erste Zivilisation wieder aufleben lassen möchte. Sie könnte einen Weg wissen, ihre Leute wieder zurückzubringen oder als einzige ihrer Rasse über die menschlichen Sklaven herrschen.
Vielleicht ist es auch viel einfacher und sie sinnt einfach nach Rache oder handelt aus Trauer. Ihr Ehemann Aita war Opfer der ersten Rebellion der versklavten Menschen, ausgehend von Adam und Eva, gegen die erste Zivilisation.
Was auch immer ihre Motivation ist, Juno ist nun das große Böse in “Assassin’s Creed 3” und der neue Held wird alle Hände voll zu tun haben, um sie zu besiegen. Aber er könnte Hilfe von Desmond bekommen. Ja, er ist gestorben, aber Subjekt 16 ist auch tot und spielte in „Assassin’s Creed Revelations“ eine bedeutende Rolle. Der Animus, der Juno, Minerva und Jupiter auch nach Tausenden von Jahren am Leben hält, könnte genauso gut Desmonds Gedanken lebendig halten. Vielleicht um seine Erfahrungen und sein Wissen mit dem Neuling zu teilen?
Sollten die Assassinen entscheiden, Juno aufzuhalten, wird das eine Zeitreise in die Vergangenheit bedeuten. Aber wie weit zurück? Eine optionale Unterhaltung mit Shaun im Tempel bringt ans Tageslicht, dass er die Zeituhr des Animus noch weiter als bisher zurückdrehen möchte. Nämlich zur Zeit der ersten Zivilisation. Desmond stimmt zu, aber Shaun ist sich nicht sicher, ob die Erinnerungen stabil genug sind, denn der Animus müsste 80.000 Jahre in die Vergangenheit reisen.
Zurück in die Zukunft
Könnte das nächste Spiel in einer Stadt der ersten Zivilisation stattfinden? Könnten die Erinnerungen, die man erbt, von einer der ersten Revolutionäre sein? Das ist eine coole Idee, aber wäre sie umsetzbar? Ubisoft Montreal ist bekannt dafür Geschichtsbücher zu wälzen, um “Assassin’s Creed” historisch so authentisch wie möglich zu machen. Beim Thema erste Zivilisation müsste das Studio ein eigenständiges Konzept aufstellen und sozusagen Geschichte selbst schreiben. Es wäre machbar, wäre aber nicht in einer Linie mit dem Rest der Serie.
Es ist deshalb wahrscheinlicher, dass sie mit bereits erforschten Zeitperioden arbeiten werden. Uns fallen noch eine Menge Schauplätze wie das feudale Japan, die Sumerer, der erste Weltkrieg, das viktorianische England, das russische Großreich oder das antike Griechenland ein. Es ist jedoch durchaus möglich, dass Assassinen und Templer endlich gemeinsame Sache machen, um Juno aus dem Weg zu räumen. Es wäre jedoch keine komplikationslose Allianz. In einer weiteren optionalen Unterhaltung erzählt William Miles Desmond, dass es bereits Pläne zu einer Vereinigung der Kräfte gab, aber beide Seiten zu skeptisch waren, um den Plan in die Tat umzusetzen.
Was auch immer geschehen wird, “Assassin’s Creed 3” ist nicht das Ende der Serie und wenn Ubisoft seinen jährlichen Zyklus einhält, könnte der neuste Teil sogar sehr bald erscheinen. Connor ist am Ende von „AC3“ noch sehr jung, auch dahingehend wird es noch viel zu erzählen geben.
Klar, es gibt immer noch genügend unbeantwortete Fragen wie zum Beispiel: Wie konnte Juno die Sonneneruption stoppen? Warum hat sie ihre Kräfte nicht genutzt, um ihre eigene Rasse zu retten? Auf welcher Seite steht Minerva? Aber wir sind froh, dass es immer noch Geheimnisse um “Assassin’s Creed” gibt. Wie langweilig wäre es, wenn man alles beantworten könnte? Eins ist jedoch sicher, “Assassin’s Creed 4” wird ein Spiel für die nächsten Konsolengeneration werden.
Quelle: cvg