Features23. Januar 2013 , 11:01 Uhr
Demo – “The Walking Dead: Survival Instinct”
Wir möchten eins zuerst aus dem Weg räumen: Nein, “The Walking Dead” von Terminal Reality ist nicht so schlecht wie das bisher bekannte Gameplaymaterial.
In dem bisher veröffentlichten Material tänzelt der Spieler durch die leeren Straßen von Lemon Hill im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia, ersticht Fußgänger mit fast bemitleidenswerter Leichtigkeit und rennt vor Zombiehorden einfach joggend davon.
Im Video sieht es fast wie bei “Call of Duty” aus, aber “The Walking Dead: Survival Instinct” ist nicht “CoD” und der Chefsystemdesigner von Terminal Reality, Glen Gamble, wollte dies auch sofort klarstellen: „Den Abzug einer Waffe zu drücken, ist in etwa mit dem Läuten einer Essensglocke zu vergleichen. Es gibt Gründe, warum man das möglichst vermeiden sollte.“
“The Walking Dead: Survival Instinct” orientiert sich mehr an der erfolgreichen US-amerikanischen Fernsehserie als an den Comicbüchern von Robert Kirkman. Anschleichen und Vorsicht sind die Schlüsselfähigkeiten in dem Game. Man spielt als hinterwäldlerischer Jäger Daryl Dixon, der mit einem Bogen bewaffnet ist. Gemeinsam mit seinem Bruder Merle und einigen Überlebenden, die stark an die Charaktere der Fernsehserie erinnern, muss man sich durch die Straßen von Georgia kämpfen. Die anderen Überlebenden kann man für seine Jagd rekrutieren, wenn man ihnen einen Gefallen tut. Zeitlich findet das Spiel in der ersten Phase der Seuche statt, als sich Serien- und Comicheld Rick Grimes noch im tiefen Koma befindet. Man muss seinen Grips mehr einsetzen als die Waffe, um die jeweiligen Level in Form von Außenbezirken zu überleben.
Zombies riechen Schweiß
Die Demoversion startet mit einer Szene, in der Daryl hinter einem ausgebrannten Auto hockt und ein Dutzend Zombies ein paar Meter entfernt vor ihm herumlungern. Auf diese zuzurennen, wäre Selbstmord. Deshalb greift sich Daryl eine herumliegende Flasche und schmeißt sie in die Nähe der Zombies. Da diese nun abgelenkt sind, kann er sich an ihnen vorbeischleichen. Das ist in Spielen eines der ältesten Mittel, um sich aus dem Staub zu machen, aber gibt ganz klar den Ton in “Survival Instinct” an.
Da die Zombies nicht ganz so schnell sind wie in “Left 4 Dead”, fragen wir uns, ob man sie nicht einfach joggend abhängen könnte. Wir erhalten unsere Antwort in der nächsten Szene. Als sich Daryl in eine Gasse drückt, wird er von einem Zombie überrascht, der nicht nur kräftig sondern auch anhänglich ist. Wäre er nicht der einzige Zombie in der Gasse, wäre das der Tod von Daryl, da die Zombies nicht geduldig warten, bis sie an der Reihe sind, um anzugreifen.
Wenn man im heißen Georgia voll bewaffnet in der Sonne herumrennt, kommt man bald außer Atem und fängt fürchterlich an zu schwitzen. Der Schweiß läuft einem dann in die Augen und die Sicht verschwimmt. Außerdem verstärkt der Schweiß den Eigengeruch und zieht ganz viele Zombies an, die einen anknabbern möchten. Man sollte sich deshalb auch nicht zu lange an einem Ort aufhalten, da die Zombies einen schneller erschnüffeln können als Snoopy. Darüber hinaus sollte man vermeiden, beispielsweise über zerbrochenes Glas zu treten.
Wir beobachteten außerdem, dass Zombies nicht zweimal am selben Ort spawnen, obwohl sie manchmal ohne Gründe (und obwohl vollständig geköpft) wieder zum Leben erwachen. Aber das könnten Fehler sein, die bei der Endversion noch ausgebessert werden.
Daryls Mission in der Demoversion ist es, fünf Kisten mit Feuerwerk zu sammeln, um eine ganze Horde Zombies mit einem großen Knall auszulöschen. Nach Gegenständen zu suchen, dann die X-Taste zu drücken und die Kiste im magischen Rucksack verschwinden zu sehen, hat etwas von einem MMO und ist vielleicht eine zu einfache Lösung.
“The Walking Dead: Survival Instinct” ist ein völlig anderes Spiel, als es in dem bisher aufgetauchten, lächerlichen Material den Anschein gemacht hat. Im Demo ist das Spiel herausfordernder, vielschichtiger und gefährlicher.
Flora und Fauna von Georgia
Wie jeder Spieler das Game letztendlich spielen wird, ist jedoch eine völlig andere Sache. Nicht jeder wird sich mit der Vorsicht-Methode anfreunden wollen und man wird durch nichts davon abgehalten, durch die Straßen zu laufen und alle Zombies zu köpfen oder, noch schlimmer, mit den Gegnern gar nicht zu interagieren.
Uns wurde erzählt, dass die Entwickler die Flora und Fauna von Georgia für das Spiel studiert haben und angeblich sollen die Temperaturen im Game um die 30 Grad Celsius schwanken. Man sollte verschiedene Waffen ausprobieren, um die richtige für sich zu finden (Magnums haben einen Rückstoß wie Kanonen) und selbst an Statisten wurde nicht gespart. Ein eher unbedeutender Zombie hat doch tatsächlich aus Mangel an Nahrung ein Kissen mit seinen Zähnen zerpflückt. Das nennt man Einsatz.
Die Produzenten versprechen, dass “The Walking Dead: Survival Instinct” keine Zombieversion von „Call of Duty“ ist. Wenn dem tatsächlich so ist, dann könnte das Game ein spannendes und aufregendes First-Person-Überlebenshorrorspiel sein.