Features25. September 2012 , 05:09 Uhr
Die superschlanke PS3 im Test
Vor ein paar Monaten wurde in mein Haus eingebrochen und der Großteil meiner Sachen, einschließlich Xbox 360, Wii, DS und iPad, gestohlen. Die PS3 war noch da.
Sie befand sich jedoch verkehrt herum in ihrem Ständer. Es war also offensichtlich, dass der Dieb sie in die Hand genommen hat und mit dem Gedanken spielte, sie zu stehlen. Wenn die Konsole sogar einem Einbrecher zu schwer ist, kann man definitiv behaupten, dass sie nicht mehr so ganz den heutigen Standards entspricht.
Die PS3 Slim war bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dem dünnsten und leichtesten PS3-Modell geht Sony sogar noch einen Schritt weiter. Das neue Modell wird als „Super Slim” bezeichnet. Trotz der Reduzierung in Gewicht und Größe ist das Ergebnis jedoch ein kleines bisschen weniger beeindruckend, als man erwarten würde.
Wenn man die PS3 Super Slim aus dem Karton nimmt, bemerkt man offensichtlich zunächst die verringerte Größe. Es verhält sich wie bei einem Vorher-Nachher-Vergleich für Diätpillen. Das neue Aussehen ist beeindruckend, besonders beim Vergleich zur „normalen“ PS3. Außerdem wurde das Gewicht auf weniger als die Hälfte reduziert, was man von einer ordentlichen Diät schließlich erwartet.
Als nächstes fällt einem auf, dass die neue PlayStation-Konsole, genau wie die Vorgängermodelle, ohne HDMI-Kabel geliefert wird. Als Zubehör erhält man das Eingabegerät DualShock 3, ein Aufladekabel, ein Standard-AV-Kabel und ein USB-Verbindungskabel.
Nachdem man alles angeschlossen und die neue Konsole eingeschaltet hat, funktioniert sie wie erwartet. Die Daten von der alten Konsole lassen sich relativ einfach auf die PS3 Super Slim übertragen (falls man nicht vergessen hat, diese Option auszuwählen, während die alte Konsole noch angeschlossen war). Wir benötigten nur ein Update, als wir das erste Mal online gingen (auf Version 4.25).
Nach dem Einloggen mit der PSN-ID findet man alles bisher Heruntergeladene im Downloadbereich des Stores. Man kann alles ohne Zusatzkosten erneut herunterladen.
Leiseres Gebläse, lauteres Laufwerk
Die Leistungsunterschiede zwischen PS3 Slim und Super Slim sind (wenn überhaupt) minimal. Das Gebläse des Systems ist zum Glück viel leiser als das der klobigen Original-PS3. Wenn man diese zu lange eingeschaltet ließ, endete das fast in einer Überhitzung und die Kühlvorrichtung arbeitete wie verrückt. Hierdurch klang es in den meisten Wohnzimmern wie am Frankfurter Flughafen und fühlte sich wie in der Sauna an. Unsere Super Slim haben wir das ganze Wochenende – Freitagabend bis Monatmorgen – laufen lassen, um alles Notwendige herunterzuladen, und sie arbeitete durchgehend still und leise vor sich hin.
Auch nach langen, prozessorintensiven Aktivitäten (wie beispielsweise eine sechsstündige Sitzung mit der digitalen „Darksiders”-Version) blieb die schlanke Konsole erfreulich leise.
Da die neue PlayStation 3 jedoch auch physische Discs lesen kann, ist sie nicht komplett lautlos. Der neue Mechanismus ist im Grunde genommen ein Deckel, der sich auf einer lockeren Vorrichtung hin- und herbewegt. Wenn man die Auswerfen-Taste an der Seite der Konsole drückt, schnappt der Deckel oben zur Seite. Das Ganze wird von einem ratternden Geräusch begleitet, welches man wohl als Ausgleich für Größe- und Preisreduzierung in Kauf nehmen muss.
Durch die dünne Abdeckung des Laufwerkes kann man auch alle Geräusche des Leseprozesses während des Spielens deutlich hören. Das wird besonders offensichtlich, wenn man die Lautstärke niedrig stellt und sich in einem ruhigen Zimmer befindet. Insgesamt ist das Super-Slim-Modell nicht annähernd so laut wie das Gebläse der Original-PS3. Für Perfektionisten ist es jedoch ein potenzieller Kritikpunkt.
Für alle, die keine PS3-Erfahrung haben, sind beide Slim-Modelle ein gutes Angebot. Wenn man jedoch schon eine PS3 Slim besitzt, ist die Aufrüstung zur Super Slim das Geld nicht wert. Die 500-GB-Super-Slim kostet (inklusive „FIFA 13“) 299 Euro. Für den Preis der 12-GB-Version des neuen Modells findet man ohne Probleme eine ältere Version mit deutlich mehr Speicherkapazität.
Die neue Konsole ist eindeutig günstiger in der Herstellung. Sony scheint die Einsparung jedoch nicht wirklich an die Gamer weitergeben zu wollen.
Wer noch im Besitz der klobigen Original-PS3 ist, sollte die Anschaffung einer neuen Super Slim in Betracht ziehen. Denn wer weiß, wie lange die Gute noch lange Gamesessions mitmacht, wenn das laute Gebläse sich schon langsam eher nach Weltraumfähre anhört.
Für PlayStation-Plus-Abonnenten lohnt sich die Aufrüstung am meisten, da man mit dem 500-GB-Speicher die gesamte Instant-Game-Collection, die es seit der E3 gibt, downloaden kann. Außerdem gibt es für Mitglieder viele kostenlose Spiele, die man monatlich herunterladen kann.
Da es sich bei diesen um Downloads handelt, bleibt die superschlanke Konsole auch still wie ein Mäuschen. Und noch besser: Einbrecher können dir deine digitale Spielesammlung niemals wegnehmen.