Features25. Januar 2013 , 11:01 Uhr
“Dust 514” – Der bedeutungsvollste Shooter aller Zeiten?
“Dust 514” verbindet Vertrautes mit komplett Neuem. Ein Online-Sci-fi-Shooter klingt nicht besonders originell, aber Entwickler CCP verspricht Großes.
Der führende CCP-Gamedesigner von “Eve Online”, Kristoffer Touborg, hat uns auf unserem Weg in das Hauptquartier des Studios in Reykjavik mehr über „Dust 514“ erzählt.
Anstatt das “Eve”-Franchise auf traditionelle Weise, beispielsweise über eine eigenständige Konsolenversion, zu erweitern, hat CCP eine riskantere Variante ausgewählt. Der Entwickler hat sich dazu entschieden, einen neuen, kostenlosen PS3-Egoshooter mit dem etablierten Abo-MMO in einem einzigen, beständigen Spieluniversum zu verbinden.
Interaktive Sandbox
Der Gamedesigner Kjartan Pierre Emilsson sagte: “Die Prinzipien des Eve-Gamedesigns haben uns dazu gebracht, diese Entscheidung zu treffen.” Ganz oben auf der Liste standen die Wünsche des Studios, eine Sandbox-Welt zu kreieren und die Interaktion zwischen den Gamern zu maximieren.
Emilsson fuhr fort: “In Eve gibt es Spielergruppen, die sich zusammenschließen und um Gebiete und Planeten kämpfen können. Wir vermischen die Spiele so, dass die Gemeinden in Eve und Dust die gleichen sein werden. Man kann Mitglieder in beiden haben oder Allianzen mit der anderen Gemeinschaft schließen. Es wird also soziale Interaktionen geben.”
Wenn die Truppen bestimmte Ziele in den Schlachten erreicht haben, können Teamleiter der planetenbasierten PS3-“Dust”-Spieler die PC-“Eve”-Gamer heranziehen, damit diese durch Beschuss aus dem Orbit beim Kampf helfen. Die Präzision und Durchschlagskraft dieser Angriffe wird durch gewisse Faktoren bestimmt. Hierzu gehören die Fähigkeiten der „Dust“-Spieler und die Geschütztürme der “Eve”-Piloten. Während die Angriffe in der offenen Betaphase von „Dust“ nur lokal stattfinden können, könnten zukünftige viel zerstörender sein und gesamte Gegenden auslöschen. Wenn gegnerische „Dust“-Teams beide von „Eve“-Spielern unterstützt werden, können sich die “Eve”-Gamer auch jeweils untereinander bekämpfen.
Die Verbindung zu “Eve” besteht über alle Modi von “Dust”. PS3-Spieler werden das Game mit einem Standardcontroller oder mit Tastatur und Maus spielen können. Plattform übergreifende Unterhaltungen sind ebenfalls möglich. CCP hat gesagt, dass es gerne einen Weg finden würde, über den PS3-Spieler zurückschlagen können. Ob sie dabei über Orbitaußenposten direkt auf Raumschiffe der PC-Spieler feuern oder ob es einen andere Weg geben wird, ist noch unklar.
Langfristige Verbindung
Emilsson sagte: “Wir sehen die Gameplayverbindungen zwischen PS3 und PC in den nächsten Jahren ständig wachsen. Besonders wenn wir über eine gemeinsame Währung auch eine wirtschaftliche Verbindung hergestellt haben. Für uns ist das eine sehr langfristige Vision.“
Touborg fügte hinzu: “Wir wünschen uns, dass dieses Spiel, genauso wie Eve, für immer weitergeht. Irgendwann wird es auf der PlayStation 7 laufen.” Er erklärte, dass den PS3-Spielern vermittelt werden soll, dass “Dust” in Wochen, Monaten und Jahren ein komplett anderes Erlebnis sein wird.
Touborg hierzu: “Ich denke, das ist besonders wichtig, da unsere Zielgruppe daran nicht gewöhnt ist. Bei Konsolenshootern wechselt man meistens von einem Titel zum nächsten. Wir müssen also die Grundeinstellung unserer Zielgruppe verändern und ihr klarmachen, dass Dust besser und besser werden wird. Das ist eine große Herausforderung. Es stellt sich die Frage, ob man den größten Shooter der Welt für drei Monate spielen will, bis etwas anderes auf den Markt kommt oder ob man wie wir ein gutes Produkt kreieren will, das aber nicht das nächste Battlefield ist? Wenn wir eine ähnliche Entwicklung wie bei Eve Online hinbekommen, welches Jahr für Jahr weiterwächst, dann entscheiden wir uns eindeutig für letzteres.”
Emilsson hofft ebenfalls, dass dieselben Prinzipien, die für das Wachstum der “Eve”-Gemeinschaft verantwortlich sind, auch für “Dust” gelten werden.
Er erklärte: “Sandbox-Welten bedeuten, dass man ein beständiges Universum hat. Man kann es zwar auf gewisse Weise verändern und hat viele Freiheiten, das zu tun, aber dadurch wird auch das Schicksal anderer beeinflusst. Die Veränderung des Universums ist eine Art soziale Interaktion. Der Grundgedanke ist, dass wir den Spielern Werkzeuge in einem Sandkasten geben wollen, sodass sie Sandburgen bauen können. Da sie die Dinge selbst gebaut haben und jetzt besitzen, werden sie sich viel stärker darum kümmern und bereit sein, dafür zu kämpfen.“
Emilsson fuhr fort: “Ein einziger Spieler kann eine gesamte Allianz ausschalten, wenn sie sich in der entsprechenden Position befindet. Dies beeinflusst das Spiel für alle. Wir glauben, durch diese groß angelegte, soziale Dynamik bleiben die Leute interessiert und das Spiel bleibt für immer frisch. Alle Inhalte sind soziale Inhalte der Spieler. Man kann also sagen, dass es sich bei dem Gameplay in unseren Spielen um Werkzeuge handelt, die wir den Spielern anbieten, um die Umgebung zu verändern.“
Keine Geldsorgen
“Dust 514” benutzt das Geschäftsmodell der Mikrotransaktionen und wird einige Vorurteile gegenüber Gratisspielen überwinden müssen. Wir haben Touborg gefragt, welchen Vorteil Spieler haben, die ihre Kreditkarte häufiger zücken. Er antwortete: „Ich würde sagen Talentfortschritt. Wir werden sicher keine Kanonen verkaufen, die dreimal besser sind als alle anderen. Es wird Fortschritt und Erhöhung von Erfahrungspunkten oder Anpassungsoptionen und so weiter geben. Wir werden das Ausmaß der käuflichen Dinge relativ gering halten. Man muss nicht am ersten Tag 100 Dollar ausgeben, um sich behaupten zu können.”
“Dust”-Spieler können außerdem kostenlose Inhaltsupdates erwarten. Das war einer der Gründe, warum CCP das Spiel für PS3 und nicht für Xbox 360 herausgeben wollte. Touborg sagte: „Sony behandelt uns wirklich gut. Wir haben noch nie Geld für Eve-Erweiterungen verlangt und Sony lässt uns das mit Dust genauso machen. Wir können also so viele Updates wie wir wollen herausgeben, was uns sehr wichtig ist. CCP und Sony haben die gleiche Strategie und Kultur, weshalb wir sehr gut als Partner zusammenarbeiten.“
Wir haben gefragt, ob “Dust” in der Zukunft auch auf anderen Plattformen herauskommen könnte. Touborg antwortete: „Im Moment sind wir mit dem exklusiven PlayStation-Modell sehr zufrieden. Aber wer weiß, wie sich das Spiel entwickeln wird.“
CCP hat seine Entscheidung getroffen und das traditionelle Geschäftsmodell der Konsolenshooter herausgefordert. Das ist ein mutiger Schritt, aber in Hinblick auf den Erfolg von “Eve” glaubt das Studio, die Erfahrung und Resssourcen zu besitzen, um erfolgreich zu sein.
Touborg sagte: “Eve wächst jedes Jahr und bringt uns viel Geld ein, sodass wir kein Start-up-Unternehmen sind, dessen Mittel begrenzt sind. Wir wollen ein Spiel, das richtig gut wird und uns wird nicht plötzlich das Geld ausgehen, deshalb wird Dust erst herauskommen, wenn es fertig ist.“
Quelle: cvg