Features10. Dezember 2012 , 04:12 Uhr
“Grand Theft Auto: Vice City” – Willkommen in den 80ern
Mit der iOS-Neuauflage von “Vice City” erhalten alte, graue Erinnerungen an das Game wieder neue Farbe. Man fühlt sich wie im Urlaub.
Bei “Grand Theft Auto: Vice City” geht es um farbenprächtige Sonnenuntergänge und Cabriolets. Die alltäglichen Straßen des Vorgängers „GTA III“ haben sich damals glanzlos angefühlt, nachdem man die luftige Spielwelt von “Vice City” erfahren durfte. Die Farbpalette besteht aus knalligem Pink und Aquamarin, während sein Vorgänger “GTA 3” eher auf graubraun gesetzt hat. Durch den Austausch von Schotter gegen wunderbare Dekadenz hat Rockstar “Vice City” zu einem der meistgeliebten Plätze unter den Videogames gemacht.
Fortschritt eines Jahrzehnts
Es fühlt sich sicherlich nicht an, als wären seit dem Launch von “Vice City” bereits zehn Jahre vergangen. Vor einer Dekade wurden die sonnigen Straßen von „Vice City“ für ihren Detailreichtum und Charakter bewundert. Dieses Gefühl ist nicht verblasst. Das lebendige Aussehen ist auf dem iPad noch durchdringender. Die Fernsehgeräte vor zehn Jahren konnten diese leuchtenden Farben und die klar definierte Perspektive nicht voll wiedergeben.
Durch zehn Jahre technischen Fortschritts werden jedoch auch die Charaktere des Spiels strenger unter die Lupe genommen, die manchmal ziemlich eigenartig aussehen. Manchmal sind auch die Zwischenvideos so verschwommen, dass es heutzutage schon fast wieder lustig ist.
Die beeindruckendste Meisterleistung der “Vice City”-Neuauflage ist unserer Meinung nach die Vertonung. Die Synchronstimmen überspielen so manches Knacken in den Zwischenvideos. Das Beste ist aber der Soundtrack. Die Radiostationen aus “Vice City” machen das Game so authentisch, wie es hochauflösende Grafiken oder supermoderne Bewegungserfassung niemals schaffen werden.
Ungewohnte Freiheit
In modernen Spielen wird der Schwerpunkt zu sehr auf Checkpunkte und vorgeschriebene Missionen gelegt. So etwas gibt es in „Vice City“ nicht, und man wird sich ans Versagen gewöhnen müssen. Man wird sich zweifelsohne darüber ärgern, wenn man eine Mission vermasselt. Dann muss man neu starten, von A nach B fahren und es noch einmal versuchen. Das kann einen ganz schön auf die Palme bringen. Deshalb sollte man „Vice City“ immer in seinem eigenen Tempo spielen und während des Erforschens der Straßen und dem Entdecken der Geheimnisse immer wieder Missionen annehmen. Wenn man wirklich Dampf ablassen muss, kann man jederzeit einer befreienden Jagd durch die Stadt nachgeben, Autos stehlen und sich mit Cops anlegen.
Die hervorgerufene Nostalgie versteckt jedoch nicht die Tatsache, dass die Gefechte unpräzise sind. Das fällt besonders auf, wenn Pistolen involviert sind. Die Steuerung über Touchscreen ist im Fahrzeug völlig in Ordnung. Ist man zu Fuß unterwegs, gibt es jedoch ein paar seltsame Momente. Rockstar schafft anspruchsvolle, detailreiche Spielwelten, aber manchmal müssen die Mechaniken dahinter noch einiges aufholen.
Während die Welt sehnsüchtig auf das nächste “Grand Theft Auto”-Spiel wartet, das 2013 herauskommen soll, ist die Veröffentlichung von “Vice City” für iPad und iPhone eine nette Ablenkung. Die iOS-Version von „Grand Theft Auto: Vice City“ erinnert einen an Rockstars Talent, wahrhaft atmosphärische Charaktere, Orte und Dinge kreieren zu können.
“Grand Theft Auto: Vice City” für iPhone und iPad gibt es auf iTunes für 4,49 Euro zum Herunterladen. Viel Spaß bei der Rückkehr in die 80er!
Quelle: cvg