Features2. Juli 2012 , 04:07 Uhr
Interview FIFA 13 – Das Beste aus allen Spielen
„FIFA” dominiert den Gamingmarkt und hat „PES” mittlerweile hinter sich gelassen. Wir sprachen mit „FIFA“-Produzent David Rutter, warum das auch so bleiben wird.
In letzter Zeit hat man kaum etwas von dem üblichen Konkurrenzkampf zwischen „FIFA” und „PES” gehört. „FIFA“ hat diesen mittlerweile durch die einzigartige Kombination aus topaktueller Technik und unvergleichlichem Gespür für dieses Spiel relativ einfach gewonnen. Nach Jahren der Flaute, könnte „PES“ nun aber zurückkommen. Wir haben uns mit David Rutter von „FIFA“ zusammengesetzt, um herauszufinden, wie EA an der Spitze bleiben möchte.
„FIFA 12“ war möglicherweise die beste Fußballsimulation, die jemals entwickelt wurde. Manche unserer Leser fanden jedoch, dass es nicht so viel Spaß gemacht hat wie vergangene Spiele. Was würdest du darauf antworten?
Ich finde, es ist ein fantastisches Spiel. Ich habe wahrscheinlich mehr Zeit damit verbracht, „FIFA 12“ zu spielen als irgendeines seiner Vorgänger. Einfach weil es mir richtig viel Freude gemacht hat. Der Spaßfaktor ist schon sehr wichtig. Ich glaube, wenn das Spiel irgendwie vorhersehbar wird, wenn man genau wüsste welche Ergebnisse in bestimmten Situationen eintreten, würde man den Spaß verlieren. In „FIFA 13” wird das nicht passieren. Der Kampf um den Ballbesitz kombiniert mit den verschiedenen Angriffsmöglichkeiten, die das Spiel unberechenbar machen und bei denen sich der Spieler kreativ austoben kann, werden den Spaßfaktor hoffentlich zurückbringen.
Was sind die größten Herausforderungen, die Künstliche Intelligenz (KI) der Teams zu generieren? Wie kann man diese realistischer und weniger fehleranfällig machen?
Wir wollten erreichen, dass Momente erzeugt werden, die nicht zufällig sind. Eher Augenblicke, bei denen das Resultat nicht notwendigerweise das ist, was man erwarten würde. Wir wollen versuchen, unsere KI zu vermenschlichen und eine unvorhersehbare Berechenbarkeit zu erschaffen.
Die optimierte Verteidigung und die Fähigkeit, sich an anderen Spielern vorbeidrängen zu können, werden mit der neuen KI der Teammitglieder kombiniert, welche jetzt aufregende, nützliche Ballangriffe machen können. Das neue “Complete Dribbling”, “First Touch Control” und selbst die Verbesserungen, die wir dieses Jahr an den neuen taktischen Freistößen vornehmen, werden die Ergebnisse beeinflussen. Alles spielt zusammen und wird in unvergesslichen, aufregenden Momenten resultieren. Trotzdem wird alles in einer authentischen Art und Weise verpackt, sodass es sich wie richtiger Fußball anfühlt. Diese Grundlage, auf der alles andere aufbaut, ist der Schlüssel zu einer realistischeren Darstellung. Vielleicht wird es diese Saison nicht so spannend. „FIFA 09“ und „10“ waren beispielsweise sehr aufregend, wenn auch manchmal aus den falschen Gründen. Ich glaube, eure Leser hatten Recht mit ihrer Aussage: „FIFA 12“ war die beste Fußballsimulation die wir je kreiert haben. Aber „FIFA 13“ wird das Beste aus allen bisherigen Spielen kombinieren und deren Besonderheiten vereinen.
Das „Tactical Defending” von „FIFA 12” hat im letzten Jahr polarisiert. Wie hast du auf das teilweise negative Feedback reagiert?
Das ist eine interessante Frage. Als wir zum ersten Mal darüber gesprochen hatten, haben die Leute gesagt: „Oh mein Gott, was macht ihr denn da?“. Glücklicherweise waren wir alle begeistert und haben es durchgesetzt. Ich glaube es ist viel fesselnder, wenn man wirklich darüber nachdenken muss, was man in der Verteidigung macht. Genau dies wollten wir damit erreichen.
„FIFA” war schon immer auf den Angriff ausgerichtet. Bisher hat man für die Verteidigung nur eine Taste gedrückt halten müssen. Da war nicht viel Raum für Talent oder Spaß. Deshalb war es die richtige Entscheidung, ein System einzuführen, bei dem man mitdenken muss. Wir haben uns die Messwerte unseres Spiels angesehen und analysiert, wer „Tactical Defending” dem alten System gegenüber bevorzugt. 93 Prozent unserer Spieler benutzen das neue System, nur 7 Prozent hingegen verwenden das alte. Ich denke, das spricht für sich. Wenn alles was wir machen, immer bei 93 Prozent der Leute gut ankommen würde, wäre ich überglücklich. Ich bin ziemlich zufrieden mit „Tactical Defending” und wie es das Spiel verändert hat.
Glaubst du “First Touch Control” hat das Potenzial, eine ebenso große Auswirkung auf die „FIFA”-Reihe zu haben wie „360 Dribbling” in „FIFA 10”?
Ich wurde schon vorher gefragt, ob „FIFA 13” eine Evolution sein wird, da wir im Jahr davor eine Revolution hatten. Wenn wir auf unsere drei Hauptfunktionen der letzten Saison zurückblicken („Precision Dribbling”, „Tactical Defending” und „Player Impact Engine”), lässt sich sagen, dass alle das Spiel grundlegend verändert haben.
Somit wird „First Touch Control” ebenso wie „Tactical Defending” das Game verändern. Man muss jetzt darüber nachdenken, wie man den Ball annehmen möchte. Man muss darüber nachdenken, wie man einen Pass spielt. Es ist eine sehr große Veränderung.