Features20. August 2012 , 03:08 Uhr
Luigi’s Mansion: Dark Moon beeindruckt mit großen Verbesserungen
Auf der E3 2011 wurde eine frühe Version der Fortsetzung vorgeführt, die uns wenig begeisterte. Seitdem wurden offensichtlich deutliche Fortschritte gemacht.
Es war zwar spaßig, Luigi wieder in der Hauptrolle zu sehen, aber diese frühe Version von „Luigi’s Mansion 2“ fühlte sich an, als wollte der Entwickler sagen: „Hey, das ist dieses GameCube-Spiel, das du früher so geliebt hast, nur für 3DS!“ Von einer neuen und verbesserten Version war nicht viel zu erkennen. Man hätte gedacht, dass eine Fortsetzung zehn Jahre später ein ganzes Stück besser aussehen würde, auch wenn sie dieses Mal für ein tragbares Gerät entwickelt wird.
Aus diesem Grund haben wir auf der diesjährigen E3 auch nicht zu viel von „Luigi’s Mansion: Dark Moon“ erwartet, sind dem Ganzen aber aufgeschlossen entgegengetreten. Am Ende unseres Testlaufs war „Dark Moon“ sogar unser neues Lieblingsspiel für den 3DS.
Die in den letzten zwölf Monaten erzielte Verbesserung, besonders die Animation, ist absolut erstaunlich. Während Luigi in der ersten Version eine ständig besorgte Mimik hatte, weist er nun eine ganze Reihe verschiedener Gesichtsausdrücke auf. Sein gesamtes Gesicht dehnt und faltet sich, als er beim Erforschen der drei Villen in der Demoversion die ganze Tonleiter der Gefühle durchläuft: glücklicher Luigi, sprachloser Luigi und ein Luigi, der sich mit dem bitteren Erbe der Rivalität unter Geschwistern plagt. Er sieht einfach absolut unglaublich aus und ist mit Leichtigkeit die bestanimierte Figur, die wir je in einem Nintendo-Spiel, „Mario Galaxy“ und Ähnliches eingeschlossen, gesehen haben.
Auch die Handlung hat eine leichte Wendung erhalten. Das heißt, es gibt diesmal tatsächlich eine! Man wandert nicht wie im Original auf der Suche nach dem vermissten Mario durch ein einziges Haus. Professor E. Gadd sendet Luigi diesmal in eine ganze Reihe Herrenhäuser und in jedem einzelnen muss er verrückte Missionen ausführen. Einige Dinge bleiben jedoch grundsätzlich gleich und somit ist man wieder einmal mit einer Taschenlampe und einem Poltergust-Staubsauger bewaffnet auf Geisterjagd. Diese wurden jedoch mit neuen Fähigkeiten ausgestattet.
Es reicht nun nicht mehr aus, die Taschenlampe auf einen Geist zu richten, um ihn zum Erstarren zu bringen. Stattdessen muss man sie aufladen und dann einen stroboskopischen Schuss abfeuern. Das schockt den Geist und zeigt die zu erbeutende Punktzahl an. Nun kann man das Gespenst mit dem Poltergust schnappen und muss so lange mit ihm ringen, bis die Punktzahl bei null angekommen ist und ihn dann aufsaugen. Es ist nicht ganz so befriedigend wie auf dem GameCube, hauptsächlich weil dieses Rumpelgeräusch fehlt, das einem das Gefühl vermittelt hat, tatsächlich gegen einen übernatürlichen Feind gekämpft zu haben. Dafür kann man jetzt zwei oder gar drei Geister in einem Zug aufsaugen, was die Sache fast wieder wettmacht.
Das Stroboskobzubehör kann auch an anderen Stellen im Spiel genutzt werden, zum Beispiel müssen die Spezialtüren und -armaturen mit einem ordentlichen Lichtstoß aktiviert werden. Später im Spiel bekommt man einen Regenbogenaufsatz für die Taschenlampe, der nicht nur versteckte Gegenstände aufdecken kann, sondern auch die eindrucksvollen visuellen Effekte der Entwickler von Next Level Games vorführt. Die Regenbogentaschenlampe wäre dazu gar nicht nötig gewesen, da die Beleuchtungseffekte auch so unglaublich sind. Blitze baden die Räume regelmäßig in gleißendes Licht und die Taschenlampe sorgt für beeindruckende Effekte, die nicht ein einziges Mal übertrieben wirken.
Der Charakter und die Interaktivität des Games sind immens. Manchmal kann man durch ein Fenster Geister im anderen Zimmer sehen, die lustige Filmsequenzen spielen. Danach muss man dann loslaufen und sich den Geist schnappen. An einem Punkt muss man mit dem Poltergust einen Teppich zurückziehen, um ein darunterliegendes Geheimnis zu enthüllen. Ein anderes Mal muss man einen Balkon finden und dort von einem Leuchter spezielles Zubehör für die Taschenlampe ergattern. Manchmal muss man auch heiße Kohlebriketts aus einem prasselnden Feuer aufsaugen und auf gefrorene Türen feuern, damit diese schmelzen und den Durchgang freigeben.
Wir waren absolute begeistert von diesem Testlauf mit „Luigi’s Mansion: Dark Moon“. Bereits nach wenigen Minuten des Spielens konnten wir erkennen, wie viel zusätzliche Arbeit seit der letzten Version darin steckt. Aus einem Game, das uns nicht wirklich interessierte wurde ein 3DS-Titel, den wir jetzt sehnsüchtig erwarten. Vielleicht freuen wir uns sogar mehr darauf als auf „New Super Mario Bros 2“.
Wir verleihen Next Level Games die Bestnote für drastische Verbesserungen und hoffen, sie beeilen sich mit der Fertigstellung, damit wir das Endprodukt bald in den Händen halten können.