Features7. November 2012 , 04:11 Uhr
“Mass Effect 3: Omega” – Der bisher größte DLC
BioWares neuester Zusatzinhalt für “Mass Effect 3” soll ab 27. November erhältlich und der bisher größte DLC sein. Wir haben ihn vorab ausprobiert.
Mit der Raumstation Omega hat das Entwicklerteam eine gesetzlose Oase erschaffen, in der sich Kriminelle, Schmuggler, Kopfgeldjäger, Söldner, Drogenhändler und Geächtete versteckt halten können. Der Ort erinnert stark an die berüchtigte Mos Eisley Cantina aus “Star Wars” (mit etwas Kabul-Einfluss). An diesem Ort treffen Abschaum, Gemeinheit und Hinterhältigkeit aufeinander. Im DLC wird Shepard dort außerdem mit der Asari Aria T’Loak, der “Piratenkönigin” von Omega, wiedervereint.
Aria verfügt über die größte Armee im „Mass Effect“-Universum („ME“). Sie ist clever und herrschsüchtig, was für ihre Feinde in „Mass Effect 2“ gefährlich wurde, als ihre Rolle als Herrscherin Omegas bedroht wurde. Es handelte sich dabei um eine der denkwürdigsten Nebenhandlungen der Serie. Jetzt hat Aria einen neuen Job für Master Chief. Die Aufgabe ist, ihren Thron zurückzuerobern (beziehungsweise ihren Lieblingsplatz auf der obersten Etage des Nachtclubs Afterlife). Dieses Mal muss aber die paramilitärische Gruppierung der Menschen mit dem Namen Cerberus aus der Stadt gejagt werden, und diese werden es einem nicht so leicht machen wie ein paar Kroganer.
Fünfstündige Mission
Der “Omega”-DLC ist fünf Stunden lang und hat damit die doppelte Spiellänge des vorherigen Add-ons “Leviathan”. Es handelt sich außerdem um Shepards umfangreichste Aufgabe überhaupt. Um sie zu beginnen, muss man Garrus’ Mission beenden und zum Raumschiff Normandy zurückkehren. Dort sollte man eine E-Mail von Aria erhalten haben, die den Commaner in der Citadel treffen möchte. Durch Annahme des Angebotes wird die Mission beginnen.
Der Produzent Fabrice Condominas von BioWare Montreal sagte: “Wir wollten eine komplexe Geschichte erzählen und haben für den größten DLC der Mass-Effect-Geschichte einen Ort kreiert. Während der Entwicklung hat zwar niemand gesagt: Alles klar, lasst uns den größten DLC aller Zeiten machen, sondern es ist einfach passiert.“
Nichts für Anfänger
Es stellt sich heraus, dass er nicht übertrieben hat. Omega ist episch. Der Ort ist so groß, dass wir während unseres ausführlichen Testdurchlaufs kaum an der Oberfläche kratzen konnten. Wir konnten jedoch unter anderem eine herrliche Schlachtszene gegen einen neuen Feindestyp ausprobieren: die Rampart Mechs. Sie wurden von den Cerberus gebaut und sind hauptsächlich dafür verantwortlich, die Bevölkerung zu überwachen und Menschenmengen zu zerschlagen. Die Rampart Mechs sind stark bewaffnet und tragen schwere Rüstung. Sie können sich gefahrlos einen Weg durch Kräfte bahnen, die organische Wesen sofort töten würden.
Das klingt irgendwie nach einem unfairen Gegner, aber „Omega“ ist eben für knallharte „ME“-Veterane gedacht, die schon zahlreiche Gefechte mutig gemeistert haben. Der DLC bietet mit seinen neuen Bedrohungen und Feinden sogar denjenigen eine neue Herausforderung, die schon Hunderte an Spielstunden ins „ME“-Universum investiert haben.
Neue Freunde gegen neue Feinde
Im Add-on “Vergeltung” wurde dem Multiplayermodus mit den Cerberus Dragoniern eine weitere Eliteeinheit hinzugefügt. In “Omega” haben sie ihr Singleplayerdebüt. Die Dragonier sind mit biotischen Doppelpeitschen ausgestattet, mit denen sie Spieler aus der Deckung zwingen können. Zusätzlich verfügen sie über eine M-25-Hornet-Maschinenpistole. Mit Kopfschüssen hat man bei ihnen die besten Chancen.
Interessanterweise darf man seine Teamkollegen nicht zur Verstärkung mitbringen. Hierdurch nimmt sich BioWare die Freiheit, zwei neue Squadmitglieder vorstellen zu können. Zum einen gibt es natürlich Aria, die jetzt beweisen kann, dass sie nicht nur über Köpfchen, sondern auch Muckis verfügt. Hinzu kommt eine mysteriöse, neue Asari, die ebenfall biotisch ist.
Asari-Power
Man könnte denken, dass man mit zwei biotischen Asari an der Seite unbesiegbar ist. Die Kräfte der beiden spielen sich aber auf eine interessante Weise gegeneinander aus. Als wir eine Raffinerie in einem von Omegas industriellen Sektoren erstürmten, hat das neue Mädchen ein Blasenschutzschild heraufbeschworen (ähnlich dem aus dem „Mass Effect 2“-Finale), während Aria eine biotische Granate loslässt, die das Ziel sogar über dessen Deckung hinaus verfolgen kann.
Neben den neuen Kräften gibt es auch neue Waffen. Hierzu zählen beispielsweise die N7 Valkyrie, die es als Vorbestellerbonus gab sowie den Chakram Launcher, den es ebenfalls schon vorab über eine Werbeaktion mit „Kingdoms of Amalur” gab. Letzteres Sturmgewehr verfügt über ein internes Fertigungswerkzeug, das leichte Scheiben mit einer holografischen Hülle als Munition herstellt. Die Scheiben explodieren beim Aufprall und senden unzählige Splitter durch den Feind. Hoffentlich kann BioWare auch ein paar brandneue Waffen enthüllen, anstatt die bereits existierenden einfach für ein größeres Publikum zur Verfügung zu stellen. Beide machen jedoch sehr viel Spaß und sind gut ausgearbeitet.
So wie bei jeder „Mass Effect“-Mission ist neben der Feuerkraft außerdem wichtig, was in den stillen Momenten passiert, wenn man außerhalb der Killzone moralische Entscheidungen treffen muss. Wir haben Fabrice nach seinem Lieblingsmoment gefragt. Er antwortete: „Nach etwa zwei Dritteln des DLCs muss man eine extrem wichtige Entscheidung treffen, die ziemlich stressig ist und bei der man zusätzlich unter Zeitdruck gerät. Man befindet sich als Shepard zwischen den beiden Asari, die verschiedene Meinungen vertreten und muss sich für eine Seite entscheiden. Ich habe mich persönlich für Aria entschieden, was die abtrünnige Wahl war…“
In knapp drei Wochen können alle „Mass Effect 3“-Fans diese Entscheidung selbst treffen.
Quelle: cvg