Features14. August 2012 , 12:08 Uhr

Mass Effect 4: Was wir sehen wollen

Bereits im Herbst 2007 hat Commander Shepards intergalaktischer Kampf gegen die Reaper begonnen und wurde seitdem ständig fortgesetzt.

Der Kampf wurde in zwei Sequels, drei Spin-offs, vier Büchern und sieben Comics fortgeschrieben. Die letzte Episode „Mass Effect 3” brachte das fünf Jahre lange Gefecht zu einem kontroversen und Uneinigkeit stiftenden Ende. Manche sahen darin einen definitiven Abschluss der Reihe ohne Raum für weitere Folgen. Andere betrachteten das Ganze als offenes Ende und rechnen mit mehr.

Spieleentwickler BioWare behauptet zwar, eine Entscheidung über die Zukunft der „Mass Effect”-Reihe sei noch nicht gefallen, es gäbe jedoch noch „Unmengen an Geschichten zu erzählen”. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit und Arbeitsaufwand das Unternehmen in die Kreation eines gesamten Science-Fiction-Universums gesteckt hat, wären wir mehr als verblüfft, wenn es in den nächsten paar Jahren kein neues Spiel geben würde.

Wir haben darüber nachgedacht, wie es mit der Reihe weitergehen könnte und unsere Ideen hier für euch zusammengefasst.

Zeitmaschine

Im Laufe der „Mass Effect”-Folgen haben viele wichtige Ereignisse stattgefunden, die weitreichende Auswirkungen auf das Universum hatten. Leider wurden die meisten in kurzen Stichpunkten oder Kodexeinträgen abgehandelt. „Mass Effect 4“ bietet die perfekte Gelegenheit für die Autoren, diese Geschehnisse näher auszuführen.

Das offensichtlichste Ereignis ist der Aufstieg und Untergang der Protheaner und das erste Zusammentreffen mit den Reapern. Weiterhin könnten die Rachni-Kriege, die Kroganischen Rebellionen, der Geth-Krieg, der Erstkontakt-Krieg oder der Eden-Prime-Krieg ebenfalls als fesselnde Hintergrundgeschichten für ein viertes Spiel dienen.

Teilweise wurde die Handlung zu diesen Ereignissen separat erzählt, beispielsweise in den „Mass Effect”-Romanen oder -Comics. Wir fänden es jedoch spannend, diese als Videospiel aufbereitet zu sehen.

Zweitbesetzung

Commander Shepard wird oft als uninteressantester Charakter des Spieles angesehen. Dies ist keinesfalls negativ gemeint, vielmehr ist das ein Lob an BioWares Fähigkeit, faszinierende Nebencharaktere zu erschaffen.

„Mass Effect 4” könnte sich eingehend mit Figuren wir Garrus befassen, dessen Tage in der C-Sicherheit mehrmals in der Trilogie erwähnt wurden. Auf die Hintergrundgeschichte der Figur wird jedoch nie näher eingegangen.

Urdnot Wrex ist ein leidenschaftlicher kroganischer Kampfmeister und vermutlich der berühmteste Kopfgeldjäger, den diese von Reptilien abstammende Kampfrasse jemals hervorgebracht hat. Wir wurden jedoch nie eingeweiht, welchen großen Taten er den berühmt-berüchtigten Status zu verdanken hat.

Vielleicht könnte Saren Arterius, der vor Commander Shepard als meistgefeierter Spectre aller Zeiten galt, die Hauptrolle einnehmen. Es wäre definitiv interessant, diesen Charakter zu spielen, wohl wissend, dass seine Zukunft von Korruption und Propaganda geprägt sein wird.

Das „Mass Effect”-Universum bietet eine Menge Charaktere, die ein bisschen Zeit im Scheinwerferlicht verdienen.

Perfekte Zukunft?

Achtung, wir werden gleich auf das Ende von „Mass Effect 3” eingehen!

Die vierte Episode der Serie könnte, alternativ zu den bereits genannten Möglichkeiten, in die Zukunft springen und den Spielern die Konsequenzen ihrer Handlungen aus erster Hand zeigen. Mit etwas kreativem Schreiben kombiniert könnte das ein guter Weg sein, alle bisherigen Entscheidungen der Spieler aus den ersten drei Folgen fortzusetzen.

Am Ende von „Mass Effect 3” wird das gesamte Massenportalnetzwerk zerstört. Es wäre durchaus interessant zu beobachten, wie sich die verschiedenen Rassen ohne funktionierende Kommunikationsportale anpassen. Die „Mass Effect“-Experten wissen jedoch, dass die Zerstörung eines Massenportals benachbarte Planeten vernichten und alles Leben auslöschen könnte. BioWare könnte diesen Aspekt in einem Sequel ausbauen.

Das Ende von „Mass Effect 3” lässt eine Reihe Fragen unbeantwortet, die BioWare in der Fortsetzung beantworten könnte: Was geschieht mit der zerstörten Technologie? Was passiert mit den sich einst bekriegenden Rassen, wenn sie zum Zusammenleben gezwungen sind? Wie wird mit der Synthese umgegangen?

Wir wollen Antworten, besonders auf die zweite Frage, da diese womöglich die Kreation neuer Rassen mit sich bringt.

Taktische Spionageaktion

Die Beliebtheit von „Mass Effect“ ist ein Beweis dafür, dass Gamer immer noch auf grundehrliches, brutales und ausrüstungsbasiertes Rollenspiel stehen. „Mass Effect 3“ war hingegen eher ein Actionshooter als ein traditionelles Rollenspiel.

Die Versuchung, die Spielereihe noch schmackhafter für die Massen zu machen, ist ohne Frage groß. Wir wären nicht überrascht, eine „Mass Effect“-Fortsetzung zu sehen, die mit einem Rollenspiel nichts mehr gemein hat. Wenn man den derzeitigen Wandel der Videospielindustrie betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit eines „Mass Effect 4“-First-Person-Shooters relativ groß.

Wir würden jedoch ein Schleichspiel wie „Deus: Ex Human Revolution“ kombiniert mit der Action von „Assassin’s Creed” bevorzugen. Glücklicherweise hat BioWare hierfür den perfekten Ansatzpunkt: den Salarianerorden.

Dieser wurde vor allem mit Spionage und gezieltem Töten beauftragt. Der Überlieferung zufolge bestand der Orden aus maximal zwölf Mitgliedern und deren Identität war nur wenigen hochrangigen Regierungsmitgliedern bekannt.

Zur Zeit der Gründung des Citadel-Rates veröffentlichten die Salarianer alle Dokumente über den geheimen Orden, um das Vertrauen der Asari zu gewinnen. Danach verschwand der Orden. Es wurden verschiedene Versuche gestartet, diese Organisation hochprofessioneller Spione und Killer zu finden. Nach andauernder erfolgloser Suche glaubte man jedoch, der Orden sei endgültig ausgelöscht worden.

Dies wurde jedoch nie nachgewiesen und eine Reihe der veröffentlichten Dokumente wies auf die Existenz eines geheimen 13. Mitglieds hin. Das sind die perfekten Rahmenbedingungen für ein „Mass Effect“-Schleichspiel.