Features17. Januar 2013 , 11:01 Uhr
“Pokémon X & Y” – Was erwartet uns?
Die Ankündigung von “Pokémon X & Y” ist vergleichbar mit der Neuigkeit zu Herzogin Kates Baby: Jeder hat es erwartet und ist trotzdem total aus dem Häuschen.
Das ist verständlich, denn für viele Gamer einer gewissen Generation ist “Pokémon” eine verlässliche Konstante. Die Serie bietet fortlaufend das gleiche süchtig machende, Zwangsstörungen hervorrufende Gameplay, an das sie sich aus ihrer Kindheit erinnern, ohne zu viel modernen Schnickschnack einzubauen.
Man muss sich einfach nur die GameBoy-Spiele “Pokémon – Rote Edition” sowie “Blaue Edition” in Erinnerung rufen und danach einen Blick auf “Pokémon: Schwarze Edition 2” und “Weiße Edition 2” des letzten Jahres werfen. Außer den unterschiedlichen Grafiken teilen die Spiele fast das gleiche Gameplay. Passend zum Thema der Serie ist jedes neue „Pokémon”-Spiel weniger eine Revolution, sondern eher eine Evolution. Obwohl „Pokémon X & Y” den besten, grafischen Fortschritt liefert, den das Franchise je gesehen hat, wird es diese Tradition fortführen.
Dreidimensional
Laut erstem Eindruck des Trailers scheint “Pokémon X & Y” ein kompletter Neustart für die Serie zu sein. Es sieht so aus, als würden die Spiele das komplette 3D-“Pokémon”-Abenteuer liefern, die sich Fans schon seit den Tagen des GameCubes gewünscht haben. Nur wenn man die Szenen des Trailers im Detail betrachtet wird man feststellen, dass es sich im Endeffekt um dasselbe „Pokémon“ handelt, das Fans seit über 15 Jahren kennen und lieben.
Obwohl es wie eine brandneue Herangehensweise aussieht, sind “Pokémon X” und “Y” nur eine weitere Evolution der Serie. Die 3D-Umgebung sieht genauso aus wie in “Schwarz” und “Weiß”, aber die Details wurden (dank der Leistung der 3DS) massiv verbessert. Der Kamerawinkel wurde von einer grundsätzlichen Vogelperspektive in eine dynamischere, aktivere Kameraführung verwandelt. Das Spiel sieht jetzt zwar wie ein „richtiges“ 3D-Abenteuer aus, aber wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass die einzige drastische Veränderung (neben dem neuen Detailreichtum) ein Wechsel vom Sprite- zum Polygonalmodell ist.
Unsere Helden sind jetzt polygonal (vieleckig), wodurch die Kamera frei umherstreifen kann. Auf diese Weise erhält man dramatischere Winkel beim Erforschen der verschiedenen Bereiche in der neuen, bisher namenlosen Region des Spieles. Wird es das attraktivste “Pokémon”-Spiel aller Zeiten sein? Bislang sieht es so aus.
Wenn der Entwickler Game Freak die neue Kamerafreiheit gut einsetzt, könnten die einzelnen Städte eine ihnen eigene Atmosphäre erhalten. “Pokémon”-Spiele hatten in der Vergangenheit Probleme damit, die Städte unterschiedlich erscheinen zu lassen, da die Kamera fixiert war und die verschiedenen Gebäude (die Pokécenter, Fitnessstudios und so weiter) alle gleich aussahen. Mit nur einer Handvoll Ausnahmen haben sich die meisten Städte ziemlich austauschbar angefühlt. Mit der Fähigkeit durch dynamische Kamerawinkel eine bestimmte Stimmung hervorzurufen sowie durch das zusätzliche Detailreichtum, das die 3DS-Konsole liefert, können wir auf abwechslungsreichere Städte hoffen.
Auf in den Kampf
Die Umstellung auf das Polygonalmodell wird nicht nur Einfluss auf die Erforschung im Spiel haben, auch die Kämpfe werden dadurch, erstmals seit dem Start der Serie in den 90ern, einer grafischen Generalüberholung unterzogen. Vorbei sind die Tage, an denen sich zweidimensionale Charaktere, von Animationen eingerahmt, gegenseitig bekämpft haben.
Stattdessen dürfen wir etwas aufwändiger gestaltete “Pokémon”-Kämpfe im Arenastil erwarten, die richtige Angriffsanimationen und beeindruckende Effekte bieten. Hoffentlich wird es eine Möglichkeit geben, die Animationen, so toll sie auch sein mögen, abzustellen. Nichts ist langweiliger, als sich jedes Mal einen Kurzfilm ansehen zu müssen, obwohl man nur schnell eine Kratzattacke auf einen Rattfratz ausüben will.
Das ist sowieso nur dann möglich, wenn man im neuen “Pokémon X & Y” ein Rattfratz findet. Der Trailer zeigt zwar viele uns bekannte Pokémon, aber es ist bislang unklar, ob es im Hauptabenteuer auch Pokémon der vorherigen Generationen geben wird. Es könnte auch wie in „Pokémon Schwarz & Weiß” ablaufen und nur komplett neue Pokémon geben, während man alte Bekannte erst nach Beendigung der Haupthandlung freischalten kann. Es wurde noch nicht bekannt gegeben, wie viele neue Pokémon in „X & Y“ erscheinen werden, aber wir haben mindestens fünf Neulinge im Trailer entdeckt.
Neue Freunde
Bei den drei Starter-Pokémon (erstes, eigenes Pokémon eines Spielers) handelt es sich wie meistens um die Typen Pflanze, Feuer und Wasser. Man könnte jetzt seufzen und Game Freak der Faulheit beschuldigen, weil es (bereits in der sechsten Generation an “Pokémon”-Spielen) die gleichen Starter-Pokémon gibt. Diese drei sind jedoch die logischste Wahl, um auch „Pokémon”-Grünschnäbel an das “Schere, Stein, Papier”-Kampfsystem zu gewöhnen.
Außerdem kursieren zurzeit Gerüchte, dass jeder Starter einem zweiten Typ angehören könnte, der bislang noch unbekannt ist. Im Trailer sieht man, wie die drei Starter Igamaro, Fynx und Froxy jeweils einen zu ihrem Typ passenden sowie einen anderen Move ausführen. Dies hat zu Gerüchten geführt, dass es sich bei den Pokémon um Zweifachtypen handelt.
Bisher konnten wir folgende Informationen über die drei Starter sammeln:
- Igamaro: Der Pflanzen-Typ der sechsten Generation sieht ein wenig aus wie ein Eichhörnchen mit einer Pflanze auf dem Kopf. Es ist das erste Mal, dass ein Pflanzen-Typ kein Reptil ist.
- Fynx: Der Feuer-Typ wird von den Fans bereits als das niedliche Pokémon bezeichnet. Das stammt wohl daher, dass es wie ein kleiner Hund mit riesigen Ohren aussieht. Im Original heißt dieses Pokémon Fennekin, was sich aus dem Fachbegriff Fennek für Wüstenwuchs ableitet.
- Froxy: Der Wasser-Typ ist ein Frosch mit einem eigenartigen Bart um seinen Nacken. Er wird wahrscheinlich das Pokémon sein, das keiner haben will. Komischerweise passiert das meistens beim Wasser-Typ. Falls sich die Gerüchte bestätigen und er einem Zweittyp angehört, könnte er aber eine Chance bei den Fans haben.
Bei den zwei anderen Pokémon im Trailer handelt es sich um legendäre Pokémon (extrem selten und stark), die wir wahrscheinlich auf dem Cover von „Pokémon X & Y” sehen werden. Somit wird die Anzahl legendärer Pokémon über die gesamte Serie auf 50 erhöht. Xerneas ist ein großes Pokémon, das einem Hirsch ähnelt und mit seinem Geweih ein X formt. Yveltal ist ein fliegendes Pokémon, das wie ein Y geformt ist. Es ist noch unklar, ob die beiden Verstärkung von weiteren legendären Pokémon bekommen. In den „Schwarz & Weiß“-Spielen gab es aber insgesamt 13 neue legendäre Pokémon, weshalb wir auch in “X & Y” auf ein paar mehr hoffen.
“Pokémon X” und “Pokémon Y” wurden gerade erst angekündigt und wir erwarten über die nächsten Monate einen stetigen Informationsfluss aus den japanischen TV-Sendungen, Magazinen und Comics. Immerhin wird das Spiel dieses Mal weltweit zeitgleich auf dem Markt kommen, so dass “Pokémon”-Fans in Deutschland nicht weitere zehn Monate warten müssen (wie wir es schon erlebt haben).
Quelle: cvg