Tests6. Dezember 2012 , 12:12 Uhr
“The Elder Scrolls V: Skyrim – Dragonborn” im Test
Der neueste “Skyrim”-DLC “Dragonborn” ist erhältlich und wir haben dokumentiert, wie wir die ersten Spielstunden damit verbracht haben.
Vor ein paar Monaten war ich noch ein Vampirlord in den besten Jahren. Die Steuerung war zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber ich war eine unbestreitbar schreckliche Kreatur, die in der nächtlichen Brise davonflog. Weder Mann, noch Drache noch ahnungslose Haustiere waren vor meinen sensengleichen Klauen und meinem Blutdurst sicher. Aber dann folgten die dunklen Zeiten, die auch als “Hearthfire” bekannt sind. Die bösartige Daedra-Prinzessin Alice Scoble-Rees hat meinen gespeicherten “Skyrim”-Spielstand gestohlen, meine kostbaren Bücher weggeworfen und Häuser gebaut. Diese füllte sie schleunigst mit Gesängen sowie lauten Kindern.
Wer ist das Drachenblut?
Heutzutage ist “Skyrim”-Spielen wie der Star in einer billigen Mittelalterseifenoper zu sein. Jeder will mich drankriegen. Wenn ich mich im Haus aufhalte, verlangt die Brut nach Aufmerksamkeit. Wenn ich nach draußen gehe, erscheint die Dämmerwacht („Dawnguard“) und verfolgt mich mit ihren Äxten. Und plötzlich kommt noch eine Gruppe Leute, in Gewändern bekleidet und mit Schalentieren auf dem Kopf, auf mich zu und beschuldigt mich im Prinzip: „Du bist nicht das Drachenblut. Jemand anderes ist das Drachenblut. Beweise uns das Gegenteil, indem du nicht stirbst, wenn wir dir Feuerbälle ins Gesicht schleudern.“
Ehrlich gesagt, falls es mehr als einen “Dragonborn” gibt, bin ich wahrscheinlich eher am unteren Ende der Rangliste zu finden. Ich tendiere nämlich dazu, vor Drachen davonzulaufen, da sie verflixt schwierig zu bekämpfen sind. Besonders wenn sie rückwärts in die Klippen fliegen, sich dort verschanzen und nach Unterstützung schreien.
Falls ich aber nicht „das“ Drachenblut bin, bin ich ziemlich sicher zumindest ein “normales” Drachenblut. Ein Typ mit Bart hat mir das zu Beginn von „Dragonborn“ erzählt. Ich kann die mächtigen Drachenschreie loslassen mit allem Drum und Dran!
Chaotische Reise nach Solstheim
Ich habe ein paar Anläufe gebraucht, bis ich es nach Solstheim, dem Schauplatz des “Dragonborn”-DLC geschafft habe. Plötzlich ist die Dämmerwacht wieder hinter mir her und jagt mir ein Schwert in die Leber. Ein vereinzelter Pfeil trifft das Pferd eines Banditen, es dreht durch und tritt wie wild um sich, sodass jeder in der Nähe stirbt. Gleichzeitig hält mich ein Fehler im Spiel davon ab, dass ich meinen Vampirbiss einsetzen kann, obwohl ich über eine volle Magicka-Leiste verfüge. Das hat die Reise etwas verzögert.
Nach mehrmaligem Neuladen habe ich einen Hinweis bei einem der Körper gefunden, der mich zu einem Schiff in den Docks von Windhelm schickt. Nach ein paar Momenten voller Action, weil die Einwohner gesehen haben, dass ich ein Vampir bin, geht die Reise nach Solstheim (Schauplatz der „The Elder Scrolls III: Morrowind“-Erweiterung „Bloodmoon“) los. Leider habe ich “Bloodmoon” nie gespielt und kann deshalb keine Vergleiche ziehen, als sich das Schiff Rabenfels nähert. Die neblige Minenstadt liegt an der südwestlichen Küste der Insel.
Auf der Suche nach Miraak
Laut des Hinweises soll ich in Solstheim eine mysteriöse Autoritätsfigur namens Miraak aufsuchen und konfrontieren. Schon 60 Sekunden nachdem ich das Boot verlassen habe, werde ich gefragt, ob ich Kostproben für eine lokale Brauerei verteilen würde. Nett wie ich bin, habe ich natürlich zugestimmt. Verflixtes “Skyrim” und seine zahlreichen Ablenkungen! Nachdem ich ein paar wahllose Kostproben verteilt habe, schaffe ich es jedoch, meinen Weg nach Erdstein (Earth Stone) zu finden, welcher für Miraaks Taten von großer Bedeutung zu sein scheint.
Komischerweise kennt jeder seinen Namen, aber anscheinend kann sich keiner erinnern, wer Miraak ist oder weiß, warum er im Vorort eine Art druidisches Todesgeschütz bauen lässt. Das erscheint mir doch ziemlich verhängnisvoll. Von einem Schaulustigen erhalte ich einen neuen Hinweis. Er sagt, dass es in einem Tempel im Zentrum der Insel einen lebenswichtigen Anhaltspunkt geben könnte. Auf dem Weg dahin treffe ich jedoch ein Gaunertrio, das einen Grabhügel bewacht. Ich sinniere darüber nach, wie sich die Bestattungsrituale der Nord auf den unterschiedlichen Kontinenten wohl voneinander unterscheiden. Außerdem bin ich ziemlich scharf auf neue Beute.
Begraben
Schon relativ am Anfang der Grabstätte habe ich Andeutungen auf eine der Nebenhandlungen entdeckt, die von Bethesda stets sehr gut entwickelt werden. Als ich mich durch einen Haufen brennender Körper arbeite, fängt ein Mann hinter der nächsten Ecke an, über seine Liebe zum Geld zu reden. Er sagt, er würde seine Eckzähne für etwas mehr Geld geben. Plötzlich tauchen jedoch ein paar Orks auf, die ich bekämpfen muss. Nachdem ich alle in den Ork-Himmel befördert habe, stecke ich in einer Ecke fest und kann mich nicht mehr bewegen. Ist es ein Computerproblem oder hat mir Miraak eine magische Falle gestellt?
Ich habe es noch nicht geschafft, „Skyrim – Dragonborn“ zu beenden, aber die bisherige Erfahrung zeigt, dass es sich um ein typisches „The Elder Scrolls“-Erlebnis handelt, in das man im Nu Stunden und Tage seiner wertvollen Lebenszeit investiert. Werden wir Miraak finden? Wer ist das erste Drachenblut? Es gibt unglaublich viele Dinge in dem neuen Add-on zu entdecken. Für „Skyrim“-Fans ist der „Dragonborn“-DLC definitiv ein Muss.
