Features19. Februar 2013 , 02:02 Uhr
Was wird Sony auf dem PlayStation-Meeting enthüllen?
Es ist fast soweit. Es stehen nur noch wenige Stunden zwischen uns und der Enthüllung der neuen PlayStation 4. Was können wir erwarten? Wir haben unsere eigenen Analysen sowie Informationen von Branchenkennern zusammengekratzt, um eine Übersicht zu erstellen, was man von Sonys PlayStation-Veranstaltung in New York am 20. Februar erwarten darf und was eher unwahrscheinlich ist.
Mit absoluter Sicherheit
Wir sind überzeugt davon, dass die Veranstaltung dazu genutzt wird, die PlayStation 4 offiziell anzukündigen. Es gibt zahlreiche vertrauenswürdige Quellen (und es werden täglich mehr), die diese Gerüchte bestätigt haben. Es wird passieren.
Die Flut an online auftauchten Artikeln mit “PS4-Spezifikationen” (von denen einige äußerst detailliert waren) hat uns bereits einen guten Eindruck über die Fähigkeiten der PS4 verschafft. Bereits zwei Monate vor der Veröffentlichung der PS3 Super Slim sind Amateurbilder eines Fabrikmitarbeiters online aufgetaucht. Wir sind uns sicher, dass Sony dieser Fehler nicht nochmal unterlaufen wird. Das Unternehmen wird mit der Produktion nicht beginnen, bis die Veranstaltung am 20. Februar vorüber ist, denn das Unternehmen ist sich der Tatsache bewusst, dass die ersten Fotos der PlayStation 4 um die Welt gehen und in den Massenmedien eine riesige Auswirkung haben werden.
Außerdem werden mit absoluter Sicherheit neue Spiele vorgestellt werden. Wenn man die gewaltige Anzahl von Sonys Entwicklerstudios sowie die zahlreichen Partnerschaften betrachtet sowie die Tatsache, dass PS-Spieleneuerscheinungen zwischen Juli und Dezember bisher ein Mysterium sind, ist es offensichtlich, dass die Konferenz zur Ankündigung einiger neuer Games für die PS4 verwendet wird. Es ist nicht klar, ob das Unternehmen neue PS4-, PS3- oder Vita-Spiele zeigen wird. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass Entwickler Media Molecule erst kürzlich angedeutet hat, dass sein neuestes Projekt schon bald enthüllt wird. Ein Entwickler von Evolution Studios hat auf seinem Twitter-Konto „10 Tage“ geschrieben – und zwar genau zehn Tage vor der PlayStation-Konferenz. Fumito Ueda, der „The Last Guardian“-Regisseur, sagte auf seiner persönlichen Webseite, dass die Leute nach neuen Ankündigungen Ausschau halten sollen. Alles Zufälle?
Ziemlich wahrscheinlich
Wir vermuten, dass die PS3 und PS Vita ebenfalls auf der Bühne erscheinen werden. Auf der Pressekonferenz, die im Endeffekt die Verkaufszahlen der PS3 weiter bergab treiben wird, bekommen wir von Sony wahrscheinlich zu hören: “Die PS3 läuft immer noch gut.” Wir erwarten die Präsentation von PS3-Spielen und eventuell sogar einen Preisnachlass für das System, um ihm einen letzten Schub auf dem Massenmarkt zu geben.
Die tragbare Vita-Konsole ist so wundervoll wie unbeliebt und wir nehmen an, dass Sony die Aufmerksamkeit der gesamten Medienwelt dazu nutzen wird, das hübsche, aber teure Gerät zur Schau zu stellen. Ein neues Vita-Modell ist eher unwahrscheinlich, obwohl sich Sony bei den eher mauen Verkaufszahlen etwas Gutes einfallen lassen sollte. Eine Preisreduzierung ist unserer Meinung nach jedoch unwahrscheinlich, da Sony beim Verkaufspreis der PS4 vermutlich einen Verlust haben wird.
Auf der Tokyo Game Show 1999 hat Sony die Besucher mit einem Echtzeit-Techdemo einer Ente, die in schimmerndem, blauem Wasser herumschwimmt, verwirrt. Auf der E3 2005 wurde das Ganze noch weitergetrieben und Sony zeigte Dutzende dieser Badeenten in einer größeren Wanne. Was könnte Sony dieses Mal vorhaben? Noch mehr Enten in einem Schwimmbecken vielleicht? Egal in welcher Art, wir werden beim Anblick von Quietscheentchen nicht überrascht sein.
Es könnte etwas “Gameplay”-Material enthüllt werden, das entweder computeranimiert wurde oder bei dem es sich um ein komplettes Video handelt. Diese Videos könnten Gameplaykonzepte darstellen, anstelle von den eigentlichen, sich in Entwicklung befindlichen Projekten (Epic Games’ “Samaritan”-Demo ist ein gutes Beispiel dafür).
Kleine Chance
Es gibt nur eine schlauere Sache, als Sonys Entscheidung zur Übernahme des Cloud-Dienstes Gaikai, und das ist die Einstellung des CEOs dieses Unternehmens, damit er bei der Integration der Technologie in das PlayStation-System unterstützt. David Perry ist jetzt ein Angestellter von PlayStation US. Da er mit dem Verkauf von Gaikai aber gerade ein kleines Vermögen verdient hat, war seine Anstellung wahrscheinlich eine von Sonys Kaufbedingungen. Wir wären deshalb nicht überrascht, wenn auf der PlayStation-Konferenz auch die neuesten Cloud-Pläne des Verlegers enthüllt würden.
Während PS4 als Name für die nächste PlayStation-Konsole ganz selbstverständlich klingt, gibt es Gründe, warum das nicht der endgültige Name sein könnte. In Japan bedeutet die Zahl vier Pech. Viele Spieleunternehmen umgehen dieses Problem, indem sie das Wort “vier” und nicht die Ziffer verwenden. Ob Sony diese Methode für eine komplette Konsole übernehmen wird, hängt davon ab, wie tetraphobisch die Führungsetage tatsächlich ist. Vielleicht benötigt Sony noch Zeit, um verschiedene Namen zu testen. Dann könnte es vorerst bei „Orbis“ oder „Konsole der nächsten Generation“ bleiben.
Es gibt einige externe Studios, die seit über einem Jahr an der Konsole der nächsten Generation arbeiten und überraschenderweise keinerlei Infos durchsickern ließen. Werden sie am 20. Februar für ihr Stillschweigen belohnt? Drittanbieter von Engines erhalten im Allgemeinen früheren Zugang zu den neuen Konsolen als normale Spieleentwickler. Es könnte deshalb durchaus sein, dass wir Crytek oder Epic Games auf der Bühne zu sehen bekommen. EA hat ebenfalls eng mit den Plattforminhabern zusammengearbeitet, und Ubisoft unterstützt die Konsolen generell vom frühesten Entwicklungsstadium an. Vielleicht haben Yves Guillemot und John Riccitiello ebenfalls ihre Flüge nach New York gebucht.
Zweifelhaft bis ungewiss
Bei unserem letzten Treffen mit unseren Quellen zum PS4-Controller, haben wir den Eindruck erhalten, dass sich die Verantwortlichen über das endgültige Aussehen noch nicht ganz einig sind. Es wurde von Touchscreens und biometrischen Sensoren gesprochen, während andere von einer „Share“-Taste und einem Touchpad auf der Rückseite redeten. Erst kürzlich ist online zwar ein Foto des Controllers aufgetaucht, aber wir sind nicht davon überzeugt, dass es sich dabei um die Endversion handelt. Es ist weiterhin ungewiss, ob Sony sich für ein endgültiges Design entschieden hat und bereit dazu ist, den Controller der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Es wäre unklug von Sony, das Erscheinungsdatum des Geräts bereits anzukündigen, bevor die Produktion begonnen hat. Genauso unwahrscheinlich ist es, dass der Verleger den Preis enthüllen wird, bevor die endgültigen Herstellungskosten feststehen. Diese wichtigen Details können wir frühestens auf der E3 erwarten. Vielleicht wird es auf der Bühne eine kurze Diskussion über Preis und Datum geben. Sony wird möglicherweise zugeben, dass 599 US-Dollar (Launchpreis der PS3) etwas zu hoch gegriffen waren und dass das neue System kostengünstiger sein muss. Es gibt außerdem Gerüchte, dass die neue PlayStation in Europa verzögert erscheinen wird, deshalb sollte sich Sony auf generelle Pläne zur Marktveröffentlichung beziehen.
Das PlayStation-Meeting findet morgen, den 20. Februar 2013 statt. Auf https://secure.eu.playstation.com/meeting2013 kann man sich registrieren und bekommt so die neuesten Infos direkt per E-Mail zugeschickt.
Quelle: cvg
