Features12. November 2012 , 12:11 Uhr

“ZombiU” – Das beste Launchgame für die Wii U?

In den Tiefen der Katakomben unter dem Tower of London tanzen am Ende eines langen, dunklen Korridors Schatten über die Wände und lassen Schreckliches ahnen.

Unsere Überlebende Maya hält plötzlich an und denkt über den nächsten Schritt nach, als schlurfende Schritte die zukünftigen Opfer ankündigen. Bislang haben sie Maya nicht bemerkt. Nach etwas Überlegung realisiert sie, dass sie die zwei übrigen Kugeln gar nicht erst in Erwägung ziehen sollte. Sie bewegt ihre Fackel etwas nach vorne, um die Feinde ganz ins Blickfeld zu bekommen. Dann schmeißt sie einen Molotowcocktail in ihre Richtung und lächelt vor sich hin, wohl wissend, dass sie ihren Job gut erledigt hat. Jetzt haben wir schon drei der unvorhersehbar gefährlichen Kadaver erledigt. Hinter dem GamePad schmunzeln wir und sind stolz auf unsere Maya.

Gefahr ohne Ende

Plötzlich stolpern zwei der Mistkerle, immer noch brennend, in unsere Richtung. Einen erledigen wir mit Doppeltippen ins Gesicht, nur damit der nächste sorgfältig angepeilte Schuss danebengeht. Ein anderer untoter Fleischfresser, ebenfalls in Flammen, greift uns an. Die Spucke fliegt, aber wir können ihn abwehren und machen uns zum nächsten Schlag bereit.

Wir nehmen den brutalen Kricketschläger zur Hand und verteilen ein paar zerschmetternde Schläge damit, als Mayas röchelnder Atem von Schreien unterbrochen wird und fieberhaft ansteigt. Nach etwa sechs heftigen Schlägen auf den Schädel haben wir den Angreifer endlich erledigt. Maya hat die Tortur unter dem Tower of London knapp überlebt. Leider frisst ihr schon im nächsten Raum einer das Gesicht weg.

Überzombies

Die Zombies in Ubisofts anspruchsvollem Wii-U-Launchtitel sind eine andere Art Ungeheuer, als die typischen Untoten aus Horrorfilmen und Geisterbahnen. Diese können zwar erschreckend sein und sehen so gruselig aus wie sie nur können. Aber die „ZombiU“-Zombies heben sich durch eine schreckliche Gefahr, die von ihnen ausgeht, von der Masse ab.

Nahkampfwaffen sind immer nur gegen eines der Biester wirksam, was ihnen einen realistischen Mangel an Tötungskraft gibt. Pistolenschüsse machen nur Sinn, wenn man den Kopf des Zombies damit trifft. Das ist gar nicht so einfach, wenn der Tod flinker ist als die Fleischfresser selbst. Die Viecher sind einfach zu allem fähig. Wie ein Raptor in einer glänzenden Metallküche (aus „Jurassic Park“) können sie Türen öffnen. Sie können Leitern erklettern und schwimmen. Man wird konstant dazu gezwungen, die Wahrnehmung der eigenen Sicherheit zu überdenken. Manchmal sind die Zombies auch mit Sprengstoff verkabelt und gehen in die Luft, wenn man den Schädel verfehlt.

Willkommen, Tod!

Nicht nur die Zombies machen das Game zu einem spannenden Gruselabenteuer. Die Entwickler haben viele Elemente eingearbeitet, die dem Spiel zusätzliche Dramatik verleihen. Der Akku der wunderbar minderwertigen Taschenlampe ist schon nach kurzer Zeit leer und braucht ein paar kostbare Sekunden zum Wiederaufladen. Die Munition ist so knapp, dass man darüber eine Naturdokumentation drehen könnte. Eines ist sicher: Man wird sterben. Außerdem wird man nicht nur einmal sterben, sondern sehr oft. Und man wird es lieben.

Es gibt einige Parallelen zwischen “ZombiU” und dem RPG “Dark Souls“ von From Software, welches berüchtigt für seinen Schwierigkeitsgrad ist. Neben einem ähnlichen Nachrichtensystem für Onlinespieler, wird der Tod des Gamers auf die gleiche brutale, aber trotzdem belohnende Art und Weise beurteilt.

Jeder Tod, egal wie unfair er sich zunächst anfühlt, lehrt den Spieler eine wertvolle Lektion und gibt ihm das lebensnotwendige Wissen, um das nächste Mal ein bisschen härter zu kämpfen. Wir können nicht mit Sicherheit behaupten, dass „ZombiU“ das beste Launchgame für die Wii U sein wird, aber es ist definitiv ganz vorne mit dabei. Es wird das ansonsten eher flauschig zarte Launchprogramm auf jeden Fall ordentlich aufpeppen.