Tests13. Februar 2013 , 01:02 Uhr

“Aliens: Colonial Marines” – Der Multiplayer im Test

Von den dümmlichen Aliens aus der Singleplayerkampagne waren wir nicht sehr begeistert. Kann der Mehrspielermodus „Aliens: Colonial Marines“ retten?

In der Kampagne sind die Xenomorphen alles andere als angsteinflößend, aber im Multiplayermodus ist das eine ganz andere Geschichte. Da Menschen hier die Kontrolle übernehmen, fühlen sich die Biester endlich so skrupellos, hinterhältig und unvorhersehbar wie ihre Gegenstücke aus den Filmen an. Beim Spielen mit anderen macht „Colonial Marines” gleich viel mehr Spaß.

Aus dem Hinterhalt

Über die zahlreichen Modi hinweg spielt eine Seite als Marinesoldat und die andere als Xenomorph. Dabei kommen amüsante Ergebnisse zustande. Aliens können Marines durch Wände sehen, überall herumklettern und durch Lüftungsschächte kriechen. Zum Angriff müssen sie sich ihrem Feind jedoch nähern. Marines können aus der Entfernung töten, benötigen aber Bewegungsmelder zum Aufspüren ihrer Jäger. Als Marinesoldat bekommt man die Art Angst zu spüren, die in der Kampagne versprochen, aber nicht geliefert wird. Als Xenomorph genießt man das mächtige Gefühl, sich im Schatten anzuschleichen und einen Marine nach dem anderen mit dem dornigen Schweif aufzuspießen.

Der beste Modus ist unserer Meinung nach “Escape”, obwohl er mit nur zwei Karten bedauerlicherweise etwas zu kurz geraten ist (wir erwarten weitere via DLCs). In diesem Modus arbeiten sich die Marines in einem Level im Singleplayerstil voran, erfüllen dabei Aufgaben wie Türen einschlagen oder Aufzüge mit Strom versorgen, während die Xenomorphen versuchen, sie dabei aufzuhalten. Die Marinesoldaten erhalten zusätzliche Gesundheit und Rüstung, aber nur ein Leben. Die Xenos können hingegen respawnen und jeden Marine, den sie ausschalten, wird Teil ihres Teams. Mit den sicheren Zonen zwischen den einzelnen Aufgaben, in denen Marines ihre Vorräte erneuern können, spürt man hier definitiv eine „Left 4 Dead“-Atmosphäre. Der „Escape“-Modus ist zwar nicht annähernd so lupenrein oder dynamisch wie Valves Spiel, er ist aber ein anständiger Versuch, etwas Ähnliches zu schaffen.

Wer kann was?

Marines verfügen über eine benutzerdefinierte Waffenausstattung mit den für Onlineshooter üblichen Optionen: Sucher, größere Magazine, verschiedene Lackierung. Schlauerweise können die in der Singleplayerkampagne verdienten Erfahrungspunkte in den Multiplayermodus mitgenommen werden, sodass individuelle Waffen gegen echte Gegner verwendet werden können. Die Xenos gibt es in verschiedenen Arten (einschließlich Säureball spuckenden Spitter) und man kann sie mit Spezialkräften aufrüsten.

In der Rolle eines Marines ist das Spielen selbsterklärend und benutzt standardisierte Egoshootersteuerungen. Die Kontrolle über einen Xenomorph ist jedoch etwas anspruchsvoller. Es macht besonders auf großen Karten, mit viel Platz zum Nachstellen und Schleichen, Spaß, als Xeno zu spielen. Aber die Kletterfunktionen müssen noch optimiert werden. Der Übergang zwischen verschiedenen Oberflächen (zum Beispiel von einer Mauer zu einem Dach) funktioniert oftmals nicht und wir sind mehrere Male festgeblieben. Wenn man sich gerade unter Beschuss befindet, ist das noch ärgerlicher.

Fazit: Gut, aber nicht gut genug

Der asymmetrische Multiplayermodus ist heutzutage nichts Neues mehr, aber ins „Aliens“-Universum passt er besonders gut. Es gibt einen Koop-Modus mit bis zu vier Spielern, aber selbst das Kämpfen Seite an Seite mit Freunden macht die Kampagne nicht viel besser. Wer „Aliens“ genau wie in den Filmen erleben möchte, sollte sich an die Wettkampfmodi halten. Diese schaffen es viel besser, die spannendsten Momente der Leinwand nachzubilden, und die Xenomorphen scheinen ein wirklich Respekt einflößender Feind zu sein, anstatt eine Gummiente in der Schießbude. Trotz des anständigen Mehrspielermodus ist „Aliens: Colonial Marines“ insgesamt eine große Enttäuschung. Das Spiel bleibt im Schatten von Camerons Filmklassikern verborgen. Game Over!

Quelle: cvg