Tests31. Januar 2013 , 04:01 Uhr
“BioShock: Infinite” – Ein erster Test
Während die erste “BioShock”-Folge in den Tiefen des Meeres spielte, wird der neue Held in “Bioshock: Infinite” in luftige Höhen katapultiert. Beide Spiele beginnen in den tosenden Wellen des Ozeans, wieder führt es den Spieler in einen Leuchtturm. Von dort aus wird der Held Booker DeWitt durch die Wolken ins Sonnenlicht geschossen und erhält einen ersten Blick auf die Wolkenstadt Columbia. Dieser Anblick ist atemberaubend.
Stadt der Lüfte
Nach DeWitts Landung wird die Szenerie sogar noch spektakulärer. Booker nimmt eine kerzenbeleuchtete Kirche voller vermummter Gestalten und mit seltsam hallender Musik unter die Lupe. Es handelt sich dabei um eine der besten Eröffnungsszenen der letzten Jahre.
Die Kirche wurde zur Verehrung des Propheten und Gründers der Stadt, Vater Comstock, erbaut. Seine Präsenz ist während der folgenden Ereignisse ständig spürbar. Nach einer kurzen und erfrischenden Taufe (Columbias Einlasskriterien sind etwas strikter als „keine Mützen oder Turnschuhe“) machen wir uns auf den Weg, Elizabeth zu finden. Denn wir sind nur aus einem Grund in die Wolkenstadt gereist: Das Mädchen zu finden und unsere Schuld zu tilgen.
Der Kreativdirektor von „BioShock: Infinite“, Ken Levine sagte, dass die Handlung wie eine russische Puppe ist: „Es gibt immer neue Lagen und ich glaube, das Spiel ist wie das erste BioShock. Es gibt Dinge und Themen, die man zu Beginn nicht versteht und die ein Teil der Geschehnisse sind. Manche Elemente werden erst später enthüllt und es wird ein paar große Überraschungen geben.“
Die Stadt ist phänomenal. Es gibt Himmelszüge, die man sich wie eine Art Achterbahntransportsystem vorstellen kann. Diese sind eine wundervolle Erfindung, denn durch simples Drücken der X-Taste kann Booker überall in Columbia hingelangen. Wenn man dabei einer anderen Sky Rail entgegenfährt und sich umentscheidet, kann man ebenfalls mit der X-Taste auf den anderen Zug aufspringen. Sieht man einen Feind unter sich, kann man sich von den Himmelszügen herunterstürzen und diesen mit einem Schlag ausschalten. Es ist ein tolles System, das nicht nur die Reise von A nach B vereinfacht, sondern auch Spaß macht. Da fragt man sich, warum unsere Verkehrsminister ein so flüssiges und einfaches Transportmittel noch nicht eingeführt haben.
Großraumkämpfe
Nachdem wir genug Spaß mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hatten, finden wir heraus, dass Elizabeth in einem gigantischen Turm gefangen gehalten wird. In der Stadt selbst findet gerade eine Messe statt. Die größte Attraktion ist eine Tombola, deren Hauptpreis es ist, einen Baseball auf ein ethnisch verfolgtes Paar zu schleudern. Es ist also eine etwas düsterere Veranstaltung als ein Trip in den Vergnügungspark. Plötzlich werden wir als „falscher Behüter“ identifiziert und die Stadtwächter wenden sich uns zu. Endlich kommt es zum Kampf.
Neben dem Schauplatz hebt sich „Infinite“ durch ein anderes Hauptmerkmal vom Rest des Franchise hervor. Kämpfe werden zwar immer noch hauptsächlich mit der linken Schultertaste ausgetragen und Feuerwaffen rechts abgeschossen, aber die Gefechte finden jetzt in viel größeren, offeneren Bereichen statt. Man erlebt also Feuergefechte, die jedes Mal anders vonstatten gehen können und hat viel mehr Möglichkeiten für eine taktische Herangehensweise.
Levine sagte hierzu: „Mir gefällt besonders, dass es durch die Technologie und die von uns geschaffene Welt eine riesige Auswahl an Bereichen gibt, die man in Angriff nehmen kann. Ich wollte mehr Vertikalität und mehr Raum mit mehr Entscheidungsmöglichkeiten, anstelle von einfachen Korridoren.“
Auch für die Gefechte auf großem Raum sind die Himmelszüge von Vorteil. Die Kämpfe in „BioShock: Infinite“ können ziemlich hektisch werden und trotz Waffen und „Vigors“ (Erklärung folgt) benötigt man eine Taktik, um die vielen Feinde ausschalten zu können. Mit Hilfe der Sky Rail kann man schnell einen Feind von hinten überraschen oder bessere Deckung auf höheren Ebenen finden.
Vigors sind verschiedene Kräfte, die einem ebenfalls beim Kampf helfen. Wir schnappen uns in den ersten paar Stunden vier Kräfte: Devil’s Kiss (Feuerbälle), Bucking Bronco (lässt Feinde fliegen), Murder of Crows (man kann einen wütenden Krähenschwarm loslassen) und Possession (Beherrschung). Zusätzlich krallen wir uns ein paar nette Kanonen und sind somit gut gerüstet, um Elizabeth aus ihrem schwebenden Gefängnis zu befreien.
Fazit
Nach ihrer Befreiung ändert sich der Rhythmus des Spiels. Das Tempo wird verlangsamt und man erhält ein paar vereinzelte Erläuterungen zu den Charakteren (beide sind gleichermaßen wütend auf einander). Irgendwann wird enthüllt, wer dieses Mädchen ist und warum sie in der Stadt gefangen gehalten wurde.
Unsere Spielzeit endet genau dann, als einer der schwierigeren Gegner des Games zur Tür hereinstürzt. Er sieht aus wie ein mechanischer George Washington, der mit einer coolen Minipistole bewaffnet ist. Aber auch ohne uns ins Gefecht zu stürzen, ist eines sicher: Die Gerüchte über angebliche Entwicklungsschwierigkeiten sind Nonsens. Ken Levine und sein Team haben es geschafft, den gleichen, magischen Funken wie bei den Vorgängerspielen zu entzünden. „BioShock: Infinite“ wird nur durch den Himmel begrenzt.
