Tests13. November 2012 , 05:11 Uhr
“Call of Duty: Black Ops 2” im Test
In der neunten (!) Hauptfolge von Activisions erfolgreicher Militärshooter-Reihe “Call of Duty” wird ein weiterer atemberaubender Foxtrott um die Welt präsentiert. Jetzt ist “Black Ops 2″ da. Doch was taugt der Zukunfts-Shooter? Wir haben das Spiel getestet.
Pakistan, Panama, Kalifornien, Jemen und sogar die Kaimaninseln: Wenn man einen Ort per Hubschrauber erreichen kann, stehen die Chancen gut, dass Hauptprotagonist David Mason (bekannt aus “Call of Duty: Black Ops”) auch dorthin fliegen wird. Er wird mit seiner Knarre aufspringen und so lange vor sich hin fluchen, bis er heiser ist. Es wurde mal wieder ein unvergessliches, exotisches Egoshootererlebnis kreiert. Grafik und Audio werden sich einem ins Gedächtnis eingraben wie ein Granatensplitter. Die Serie hat eine beeindruckende Verwandlung hingelegt seit sie, gut versteckt in matschigbraunen Schützengräben des Zweiten Weltkriegs, zum Leben erwacht ist.
Zeitmaschine
Die „Call of Duty“-Serie („CoD“) hat uns auch auf eine Reise durch die Zeit mitgenommen. Zwischen dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und den stürmischen Ereignissen von „Black Ops 2“ liegen 86 Jahre, „Black Ops 2“ spielt also in der Zukunft, genaugenommen am 19. Juni 2025.
Die “CoD”-Reihe hat sich schon vorher mit der Kriegsführung der nahen Zukunft beschäftigt, sich dabei aber bis jetzt immer auf die Technologie von heute bezogen. „Black Ops 2“ steuert die Serie weit ins Reich der Science-Fiction-Fantasy und liefert einen erstaunlichen visuellen Unterschied zu den bisherigen Folgen. Dabei ist es egal, ob man „Black Ops 2“ mit „CoD 2“ im Jahr 1939 oder mit „Modern Warfare“ im Jahr 2011 vergleicht.
Die futuristische Technologie verwandelt jeden Quadratzentimeter der “CoD”-Formel. 1939 benutzte man als Nahkampfwaffe den Gewehrkolben. 2025 besitzt man ein paar Elektroschlagringe, die den Empfänger in weniger als einer Sekunde braten. 1939 bedeutete Ausspähen, dass man sich hinter einer Kuh versteckte und die Gegner durch ein paar altmodische Feldstecher beobachtete. 2025 aktiviert man den verhüllenden Tarnanzug und schleicht wie eine Windbrise an den Wächtern vorbei.
Verwöhnte Soldaten
Auch die Fortbewegung wird davon beeinflusst. Wer erinnert sich an die Szene am Anfang von „CoD“, in welcher Sergeant Heath mit seinem Fallschirm in einem tragischen Unglück endet? Das wäre nicht passiert, wäre unser lieber Heath in einem Flugeichhörnchen-Anzug losgesegelt (der dem aus „New Mario Bros. U“ sogar ziemlich ähnelt). Durch diesen kann der Träger in atemberaubendem Tempo über die Dschungellandschaft von Myanmar düsen, bevor er präzise auf einem Fünf-Cent-Stück landet.
Die verwöhnten Truppen im Jahr 2025 müssen nicht einmal mehr ihren Wurfarm ausstrecken: Die Granaten springen vom Handgelenk wie Popcorn aus einer nuklearen Popcornmaschine. Eine holografische Anzeige gibt dem Spieler dabei genaue Kontrolle über die Reichweite und Flugbahn des Geschosses.
Wie man durch all das mittlerweile festgestellt haben wird, sind die Zukunftselemente im „Black Ops 2“-Kampagnenmodus absolut irre. Die Atmosphäre erinnert mehr an „Crysis“ als an „Medal of Honor“. Es handelt sich aber um eine durchdachte, spielerische Irrsinnigkeit, die einen dazu bringt, weiterspielen zu wollen, um zu sehen, was noch alles passieren könnte. Pakistan ist überflutetes Ödland, das von schwebenden Robotern beschützt wird, die Eindringlinge sofort mit ihren Laserstrahlen brutzeln. Egal! Wir wollen dahin und ein paar Kugeln in sie jagen.
Zurück in die Zukunft
Die Handlung spielt zur Hälfte in den 80ern und wird durch die Rückblicke des Erzählers verfolgt. Dieser ist der etwas ältere und verkrüppelte Sergeant Frank Woods aus „Black Ops“.
Es ist ziemlich schwierig, die Plausibilität der Handlung zu durchschauen. In einem der ersten Level galoppiert man auf seinem Pferd durch die Wüste Afghanistans und löscht die gesamte russische Armee mit einem Raketenwerfer aus. Die 80er Sequenzen liefern aber etwas Zusammenhang für die zukünftigen Missionen. Durch den direkten Vergleich erkennt man, dass die Unterschiede in den verschiedenen Zeiten nicht lediglich kosmetischer Natur sind. Die neue Technologie beeinflusst auch die Kämpfe ziemlich stark.
Kampf der Technologie
Einfach gesagt: In “Black Ops 2” sind die Kämpfe tödlicher. Das konnte man schon im ersten Trailer erahnen, in dem Sergeant Woods loswettert: „Maschinen wurden stärker, während wir schwächer wurden“. Das wird auch in der Hauptschlacht bewiesen.
Wir erinnern uns noch gut an die schwerfälligen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Wenn sie einen direkt im Visier hatten, war man so gut wie tot. Man konnte ihnen jedoch ganz einfach zu Fuß ausweichen. Die Panzer des 21. Jahrhunderts sind kleine, kastenförmige Roboter in der Größe eines Papierkorbs, die einen freudig verfolgen, wenn sie einen erblicken. Zum Glück sind ihre Lichter grün und rot kodiert, sodass man weiß, auf wessen Seite sie stehen.
Auch die Waffen wurden ordentlich aufgerüstet. Durch Hologramme kann der Besitzer durch Wände sehen, mit Zielfindern wird automatisches Zielen ermöglicht und mit verbesserten Scharfschützengewehren kann man das Ziel auf fünf verschiedene Arten durchdringen. Die fortgeschrittene Technologie macht es einfacher, Feinde auszulöschen: Es wird dabei aber nicht mit zweierlei Maß gemessen: Man selbst wird auch viel schneller durch ein paar feindliche Schüsse erledigt.
Wenn man das bedenkt, war es vielleicht nicht die beste Idee der Entwickler, einen Schuss durch aufdringlich verschwommene Effekte auf dem Bildschirm darzustellen. Wenn man bei den Einstellungen die schwierigste Stufe wählt, können sich Situationen in Sekundenschnelle ändern. Zunächst ist alles in bester Ordnung, doch in der nächsten Sekunde wird man platt gemacht. Durch die gestörte Sicht ist es manchmal kaum möglich, eine Situation noch zu retten, auch wenn man es eigentlich hätte schaffen können. Kombiniert mit den unregelmäßigen Checkpoints erhält man mit „CoD: Black Ops 2“ ein Game, das einen manchmal ordentlich frustrieren kann.
Neue Rezeptur
Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass “Call of Duty: Black Ops 2” die Formel komplett neu erfindet. Es handelt sich weiterhin um das gleiche clevere Schießspiel, das es schon immer war. Dieses Mal ist es aber voll von gut durchdachten Requisiten und straffen Levelentwürfen, die kaum groß genug sind, um wichtige strategische Entscheidungen treffen zu können. Es liefert aber im Grunde die gleiche Erfahrung, nur mit ein paar neuen Szenarien und Spielzeugen. Die Abwandlung des Ganzen durch etwas Science-Fiction verleiht der Basisformel aber ein neues, frisches Gefühl.
Obwohl “Black Ops 2” in die Zukunft blickt, kann es der “Call of Duty”-Vergangenheit nicht immer entfliehen. Die gesamte erste Hälfte des Games zieht sich mit Geschichtenerzählen ewig hin und wird durch schlecht gemachte Schocker aufgelockert, die das Interesse des Spielers halten sollen. Damit steigt man auch direkt in das Spiel ein. Als erstes sieht man einen Mann, der in einem umgekippten Fahrzeug verbrennt, während man sich vergeblich mit einer Schaufel an der Windschutzscheibe zu schaffen macht. Dann wird man von einer Welle bewaffneter angolanischer Soldaten vertrieben.
Verzweigte Handlung
“Black Ops 2” handelt von Verlust und Schuld. Diese Handlung ist so gut verarbeitet, dass der Spieler sich mit den Themen gut identifizieren kann und alle Elemente Sinn machen. In der ersten Hälfte des Spieles wird die Aufmerksamkeit zwischen drei Handlungssträngen verteilt: Das Schicksal des Original-„Black Ops“-Teams, die quälende Vergangenheit des Antagonisten Raul Menendez und die Geschichte des gegenwärtigen (beziehungsweise futuristischen) SEAL-Commander David Mason, der den Tod seines Vater rächen möchte. Es dauert eine Weile, bis die verschiedenen Stränge aus der Vergangenheit Sinn machen. Danach kann man sich jedoch auf die Zukunft konzentrieren und das Game liefert großartige, gebündelte Action, sowohl in Hinsicht der Handlung als auch der Kriegsführung.
Schon am Anfang wird man feststellen, dass “die Guten” sogar für “Call of Duty”-Standards von Natur aus unsympathisch sind. Man kann sich kaum vorstellen, dass das nicht mit Absicht gemacht wurde. Treyarch hat sich ziemlich angestrengt, den bösen Raul Menendez so menschlich wie möglich darzustellen. Er ist zwar ein Terrorist, aber er hat eine schreckliche Vergangenheit durchlebt. In einem bizarren Level kann man als Menendez spielen und seine Handlungen sind unter den gegebenen Umständen sogar heldenhaft.
Das Drehbuch enthält vielleicht ein paar Fehler und die Logik mancher Ereignisse würde einer genaueren Untersuchung nicht standhalten, aber das Gesamtbild und die Vieldeutigkeit des Krieges wurden gut dargestellt. „Black Ops 2“ schafft es, beim Spieler Zweifel zu erzeugen, was richtig und falsch ist. Trotzdem muss er mehr als nur einmal selbst entscheiden, wie die Geschichte weitergeht.
Schmetterlingseffekt
Jede Mission kann auf mehrere Wege zum Ende kommen. Das Ergebnis, welches man beim ersten Durchlauf erzielt, ist für den Rest der Kampagne in Stein gemeißelt. Egal wie oft man es wieder spielt, der erste Ausgang der Mission kann nicht mehr geändert werden. Wenn man die Geschichte umschreiben möchte, muss man das Game komplett von vorne beginnen.
Egal welche Ergebnisse man erzielt, man wird dieselbe Kernmission mit denselben Charakteren spielen. Die Handlungen innerhalb dieser Missionen entscheiden jedoch, wer überlebt und wer stirbt. Das kann dann wiederum ziemlich dramatische Auswirkungen auf zukünftige Missionen haben. Interessanterweise geht es nicht immer ums Gewinnen. In manchen Fällen hilft Scheitern sogar dabei, ein gutes Ende zu erzielen, denn es wird dadurch bestimmt, wo sich einige der Schlüsselcharaktere gegen Ende des Games befinden.
Manche Handlungszweige sind ziemlich offensichtlich. Man wird praktisch am Kragen gepackt und gefragt, ob man jemandem einen Kopfschuss verpassen will oder nur einen ins Knie. Manchmal geht es aber etwas subtiler vonstatten. Ein schlecht getimter Sprung oder eine kleine Unkonzentriertheit können viel später im Game drastische und weitreichende Nachwirkungen haben.
Einigen könnte nicht gefallen, dass “Black Ops 2” diese Momente nicht klar kennzeichnet. Uns gefällt es. Es sorgt für eine Atmosphäre der Willkürlichkeit in einem Rahmen, der historisch linear ist. Es fühlt sich so an, als hätte man ein Mitspracherecht im Spiel. Das gab es bei den bisherigen „Call of Duty“-Games nicht.
Während unseres Tests haben wir uns mit Kollegen unterhalten und unsere verschiedenen Ausgänge verglichen. Sie hätten nicht unterschiedlicher sein können.
Strikeforce-Missionen
Ein weiterer variabler Faktor sind die optionalen Strikeforce-Missionen, die an verschiedenen Punkten im Game freigeschaltet werden. Das hängt davon ab, welche Ereignisse man bisher in der Kampagne gespeichert hat. Es handelt sich dabei um Zeitmissionen, die in einem abgeschlossenen Bereich stattfinden. Strikeforce-Missionen sind wie eine kleine Multiplayerkarte. Die Ziele verändern sich von Mission zu Mission, drehen sich aber immer darum, die Gegner zu überwältigen. Man kann die Schlachten vom Boden aus kämpfen oder in der Luft als Echtzeitstrategiespiel (RTS). Am besten ist eine Mischung aus beidem.
Die RTS-Strikeforce-Missionen sind nicht perfekt. Sie sind zu grundlegend, um sie mit dem RTS-Genre vergleichen zu können. Das war aber auch nicht die Absicht der Entwickler. Es ist jedoch ein guter Weg, die Strategie- und Chaoselemente eines Mehrspielermodus in eine Singleplayerkampagne zu integrieren.
Wenn eine Strikeforce-Mission scheitert, kann man sie wieder spielen, verliert dadurch aber eine der drei Reservetruppen. Alternativ kann man sein Schicksal akzeptieren und sich die Niederlage eingestehen. Erfolg in einer Strikeforce-Mission erhöht Amerikas Ansehen innerhalb der internationalen Gemeinschaft. Zu einem späteren Zeitpunkt, beim kritischen Fast-Höhepunkt, erweist sich das als sehr nützlich.
Herausforderungen
Wir mögen die subtilen Hinweise generell, aber bei den optionalen Herausforderungen, die auf jedem Level auftauchen, hätten wir uns etwas mehr Offensichtlichkeit gewünscht. Diese Herausforderungen verlangen, dass man das Game auf eine bestimmte Art spielt. Man soll zum Beispiel zehn Feinde im Nahkampf besiegen oder eine Strikeforce-Mission rein im RTS-Modus spielen. Durch Erfüllen dieser Ziele kann man neue Waffen freischalten, die man vor Start der nächsten Mission verwenden kann. Diese Herausforderungen hätten ruhig etwas mehr betont werden können, anstatt sie tief im Menü zu vergraben.
“Black Ops 2” hat keine Mühen gescheut, um den Gamern einen Grund zu geben, die Kampagne nochmal zu spielen. Die Qualität der Missionen ist aber so inkonsistent, dass wahrscheinlich nur die engagiertesten aller Spieler das nochmal durchmachen. Die meisten werden alternative Enden einfach auf YouTube anschauen, besonders da sie allesamt widersinnig sind. Trotzdem sind Treyarchs Anstrengungen bewundernswert. Die verschiedenen Handlungszweige sind zwar nicht mit „Deus Ex” vergleichbar, aber gut ausgeführt.
Mehrspielermodus
Trotz der Bemühungen in der “Black Ops 2”-Einzelspielerkampagne wird der langfristige Wert des Games am Multiplayermodus gemessen werden. Wir konnten den Modus nicht live testen, aber es sieht gut aus für die Onlinezukunft. Der größte Unterschied im Vergleich zu Infinity Wards Mehrspielermodus ist der Wechsel von „Killstreaks“ zu „Scorestreaks“. Das bedeutet, dass alle positiven Handlungen jetzt zusammengezählt werden und nicht nur die Kills zur Belohnung führen. Für Spieler, die lieber Gametypen wie „Domination“ spielen wollen, anstatt herumzurennen und abzuknallen, sind das tolle Nachrichten.
Eine Veränderung gefällt uns nicht: der Gametyp “Multiteam”. In diesem kämpfen bis zu sechs Minifraktionen gegeneinander und man schießt sich praktisch die ganze Zeit gegenseitig von hinten ab. Das Ganze wird durch schlechtes Spawnen noch verschlimmert. Fairerweise muss man aber zugeben, dass es nicht schlechter ist, als jedes andere “Call of Duty”-Game zum Launchzeitpunkt. Anscheinend ist Treyarch schon dabei, diesen Gametyp zu verbessern.
Im neuen Spielmodus “Hardpoint” macht der “Multiteam”-Gametyp jedoch viel mehr Sinn. In diesem gibt es mehrere Hauptquartiere. Durch den fixen Punkt der Basis, um den man seinen Schlachtplan auslegen muss, ist das Abwehren mehrerer Teams eine viel anspruchsvollere Aufgabe und macht mehr Spaß.
Karten und Tempo
Viele der Karten scheinen für “Multiteam” gemacht zu sein, da es unzählige enge Korridore und zerschmetterte Trümmer gibt, sodass man genug Spielraum hat, um dem Feind nahe zu rücken und persönlich zu werden. Obwohl die meisten Karten relativ klein sind, gibt es ein paar Ausnahmen. Besonders die grandiose Turbine-Karte, die der Afghan-Karte aus „Modern Warfare 2“ stark ähnelt, kann mir ihrer Größe glänzen.
Allgemein scheint das Tempo schneller zu sein, als in den bisherigen “Call of Duty”-Games. Vielleicht waren unsere Heckenschützen deshalb während unserer Testsitzung etwas vom Pech verfolgt. Insgesamt würden wir „Black Ops 2“ jederzeit über „Modern Warfare 3“ und sein langweiliges Angebot stellen. Alles scheint nett ausbalanciert zu sein, was teilweise dem „Zehn Gegenstände“-Begrenzungssystem zu verdanken ist. Das System zwingt einen, Zweitwaffen und Granaten im Gegenzug für Perks und Waffenaufsätze aufzugeben. Treyarch hat es mal wieder geschafft die Magie des „Call of Duty“-Multiplayermodus einzufangen, obwohl der Modus selbst nicht bedeutend verbessert wurde.
Zeit für Zombies
Mit den Zombies sticht Treyarch besonders hervor. Es gibt zum Launch zwar nur eine einzige Karte, aber diese ist der Hammer. Sie heißt TranZit und bietet eine Reihe ländlicher Außenposten wie Bauernhof, Kleinstadt oder Busbahnhof. Diese werden durch einen klapprigen Bus verbunden, der fortlaufend in einer Schleife über die Karte fährt.
Rein theoretisch könnte man sich als Gruppe zusammenschließen und die ganze Zeit im Bus bleiben. Jeder der Zombies schon zuvor bekämpft hat, weiß aber, dass sie auf engem Raum nicht leicht abzuwehren sind. Außerdem würde man dann ein paar Upgrades verpassen, die willkürlich in der Umgebung verteilt sind. Durch das Zusammenschweißen von Müll, wie alten Schaufensterpuppen und Autotüren, an bestimmten Stationen, kann man neue Gegenstände wie Schilder oder tragbare Generatoren formen, die die Überlebenschancen erhöhen.
Zusätzlich gibt es auch für den Bus Upgrades. Man kann zum Beispiel eine Klapptür einbauen, durch die man durchs Dach steigen kann oder eine Schneeschaufel anbringen, die einen untoten Freund auf der Fahrbahn ziemlich einfach aus dem Weg räumt.
Es ist sehr gefährlich aus dem Bus zu steigen, denn der verrückte Roboterfahrer schert sich nicht darum, auf einen zu warten. Das führt zu einem lustigen Gedränge, wenn die Spieler das Hupen aus der Ferne hören, denn dann haben sie nur wenig Zeit, einzusteigen. Danach fährt der Bus ab und man ist verlassen, bis er auf der Route wieder vorbeikommt. Ein unorganisiertes Team wird sich sehr einfach verlieren. Es ist aber zu lustig, um sich darüber zu ärgern. TranZit ist eine fantastische Karte.
Vier-gegen-Vier
Der Vier-gegen-Vier-Modus mit dem Titel „Grief“ hat es uns jedoch nicht so angetan. Der Grundgedanke ist, das andere Team zu überleben, indem man seine eigenen Interessen verfolgt und dem anderen Team „Kummer bereitet“, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Das heißt, dass man sich ihnen in den Weg stellt, sie irritiert und ihnen den Spaß am Spielen verdirbt. Wenn ein Spieler stirbt, wird jedoch alles ein bisschen verrückt. Plötzlich kommen alle Spieler hervor, um ihren Kollegen entweder wiederzubeleben oder die anderen am Wiederbeleben zu hindern. Unsere Spiele in diesem Modus endeten meistens mit aufgereihten Leichen, die von einem glücklichen Überlebenden bewacht wurden. Vielleicht wird der Modus besser, wenn man ein organisierteres Team hat, aber wir konnten nur an eines denken: Wo ist der Bus nach TranZit-Stadt?
Fazit
Man kann nicht leugnen, dass die “Call of Duty”-Macher Jahr für Jahr ein perfektes Paket herausbringt. „Black Ops 2“ ist keine Ausnahme. Die Multiplayerkomponenten führen die ausgezeichneten Traditionen der Serie weiter fort und der Zombiemodus ist der absolute Wahnsinn.
Die Kampagne ist zwar bisher eine der schwächeren Einzelspielerleistungen, enthält aber unvergessliche Szenen und Umgebungen. Die verzweigte Handlung ist gut durchdacht und schön ausgeführt. Das Gesamtpaket der Singleplayerkampagne kann man ohne Probleme weiterempfehlen, man bekommt etwas für sein Geld geboten.
Letztendlich müssen wir “Black Ops 2” jedoch auch anhand der acht Vorgängerspiele beurteilen. Verglichen damit muss sich das neueste Game ordentlich abmühen, um mithalten zu können. Trotz all der tollen Momente gibt es einfach keine „Pripyat“- oder „No Russian“-Sequenzen, die als „typisch Black Ops 2“ bezeichnet werden könnten. Auch beim Multiplayermodus bevorzugen wir die Intensität von „Call of Duty 4: Modern Warfare“ gegenüber „Black Ops 2“.
Insgesamt ist “Call of Duty: Black Ops 2” definitiv nicht das beste Game der Serie, aber auch nicht das schlechteste. Individuell betrachtet ist es ein großartiges Spiel, das einem Freude und Spaß bringen wird. „Call of Duty“-Fans werden den Kauf keinesfalls bereuen. Für Nicht-Fans der Reihe ist es aber vielleicht nicht das perfekte Spiel und diese werden ihre Aufmerksamkeit eher anderen Games wie „Spec Ops“ oder „Halo 4“ zuwenden.
86 Jahre technischer Fortschritt und trotzdem ist der Unterschied zwischen dem Zweiten Weltkrieg aus “Call of Duty 2“ und dem Weltkrieg in „Black Ops 2“ so gering. Vielleicht ist das die Nachricht, die das Game der Welt mitteilen will: Egal welchen Fortschritt die Menschheit macht, im Endeffekt ist sie dazu verdammt, denselben Krieg wieder und wieder auszutragen. Wenn das der Fall ist, dann steht Eines fest: Keiner erzählt die Geschichte dieses einen Krieges mit so viel Talent und Elan wie „Call of Duty“.
Quelle: cvg





