Tests22. Februar 2013 , 11:02 Uhr
“Crysis 3” – Der Multiplayer im Test
Nach der Kampagne erwartet einen in “Crysis 3” ein überraschend solider Mehrspielermodus, der von einem ganz anderen Entwicklerteam kreiert wurde.
Wer von der Kampagne noch nicht genug bekommen hat, kann diese mit verschiedenen Anzügen und Taktiken nochmal durchspielen. Aber auch der Multiplayermodus, der von Crytek UK in Nottingham entwickelt wurde, hat einiges zu bieten.
Mörderische Ideen
So wie beim letzten Mal ist er eine Kombination aus “Halo”-ähnlichen, übermenschlichen Kräften (hohes Springen, Geschütztürme schleppen, auf dem Hintern rutschen) sowie „CoD-ähnlichem Tempo, Gesundheitsanzeigen und freischaltbaren Fähigkeitenbäumen. Aber alles ist noch verschärft. Der Zielbereich ist akkurater, die Nahkämpfe konsistenter und das Abschießen der Waffen befriedigender.
Der Mehrspielermodus wurde insgesamt ausbalanciert und optimiert, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Jeder Tod wird von einer sogenannten Kill-Cam begleitet, sodass man vom Blickwinkel des Gegners sieht, wie er gestorben ist. Weniger erschütternd sind die persönlichen Highlights nach den Matches. Hier werden jedem Spieler seine besten fünf Kills gezeigt.
Noch besser als die Optimierungen sind die neuen Elemente. „Jäger“ ist ein superspannender Spielmodus. Zwei Spieler in Nanoanzügen, mit Bögen bewaffnet und unendlicher „Schleichenergie“ löschen weniger machtvolle C.E.L.L.-Agenten wie in einem bewaffneten Versteckspiel aus. In „Exfiltration” müssen die Angreifer verschiedene Daten stehlen und diese zu einem wartenden Helikopter bringen. Danach werden die Rollen getauscht und aus Angreifern werden Verteidiger. In “Speere” muss man drei Alienspeere erobern und die Feinde daran hindern, dasselbe zu tun. Dabei kann man sich entscheiden, ob man sich zu seinem Ziel schleichen oder es mit Rüstung und Waffen erreichen will.
Beliebte Taktiken sind unter anderem, Metallplatten von eroberten Stationen zu reißen und diese für sofortige Tötungen auf die Feinde zu schleudern oder auf die Geschütztürme der neutralen, KI-gesteuerten VTOL (neben der fahrbaren Pinger-Gebietsverteidigungsdrohne das einzige Fahrzeug im Mehrspielermodus) aufzuspringen.
Bunte Welten und unsichtbare Soldaten
Die Angriffe von Gegnern unter dem Deckmantel sind zu Beginn etwas frustrierend. Es gibt aber Wege, wie man sie abwehren kann: Sobald sich jemand in der Nähe befindet, geht ein Alarm los, und Feinde werden in blau hervorgehoben, wenn man durch einen Sucher schaut. Wenn man schießt, während man unsichtbar ist, wird die Anzugsenergie sofort erschöpft, was in diesem Fall von Vorteil ist.
Jede der zwölf Multiplayerkarten sieht anders aus. Man hat überwachsene Flughäfen, Chinatown, emporragende Wasserdruckdämme (Schwimmer riskieren, von der Strömung über die Kante gespült zu werden), eine eingestürzte Brooklyn Bridge und die Rückkehr der beliebtesten “Crysis 2“-Karte Skyline, die jetzt zerfallen und heruntergekommen ist. Die Karten weichen jedoch nur wenig von Arenavorlagen mittlerer Größe ab und führen so immer zu ähnlichen Matches, bei welchen man sich gegenseitig nachjagt. Man sollte keinen epischen Showdown oder irre Fahrzeugwettkämpfe erwarten.
Kills geschehen schnell und man respawnt noch schneller. Dabei gibt es neue Ränge, Herausforderungen, Belohnungen und Waffenzusätze bis Level 50. Insgesamt ist es ein ordentlicher Multiplayer, der im Gegensatz zu den meisten anderen auf Singleplayerspielen aufbaut. Der „Crysis III“-Mehrspielermodus ist die investierte Zeit definitiv wert.
Quelle: cvg