Tests28. Juni 2012 , 04:06 Uhr

Dawnguard

Bethesda hat acht Monate gebraucht, um den ersten DLC für Skyrim zu veröffentlichen. Dafür gibt es zahlreiche Neuheiten wie neue Waffen, Quests und Charaktere.

“Dawnguard” ist eine beeindruckende Sammlung an neuen Inhalten, in der man zwischen zwei Karrieremöglichkeiten wählen kann. Erstens kann man zum Vampir mutieren oder als Vampirjäger dieselben jagen. Jede Fraktion hat ihr eigenes Schloss, spezielle Kräfte und eine einzigartige Ausrüstung, aber teilt einige Missionen sowie Orte, die es zu besuchen gilt. Man folgt mehr oder weniger derselben Handlung, nur in einer anderen Perspektive.

Die Geschichte dreht sich um den uralten und mächtigen Vampirfürst Harkon, der die Sonne verdunkeln und Tamriel in ewige Finsternis stürzen möchte. Als ein Vampir tritt man seinem Zirkel bei und hilft ihm bei seinem Vorhaben, während man als Dawnguard diesen Schurkenplan verhindern muss.

Jede Fraktion hat ihre Vor- und Nachteile, aber die beste Belohnung bietet der Weg als Vampir. Als Blutsauger erhält man unglaublich hohe Boni wie beispielsweise die Immunität vor Gift und Krankheit sowie eine Resistenz gegen Frost und Feuer. Wenn man jedoch als Vampir bei Tageslicht umherwandert, wird die Gesundheit, Kraft und Magiefähigkeit extrem reduziert und nicht wieder regeneriert.

In Dawnguard kann man sich als Vampir außerdem in eine fürchterliche, dämonische Vampirkreatur verwandeln. In dieser Erscheinung verfügt man über einen mächtigen Zauber, mit dem man Feinden das Leben aussaugen und Tote auferstehen lassen kann. Man erhält außerdem einen eigenen Fähigkeiten-Stammbaum, mit dem man elf zusätzliche Kräfte freischalten kann, wenn man sich an seinen Gegnern gütlich tut.

Auch wenn man als Vampir großartige Fähigkeiten erhält, ist dieser Charakter doch schwerer zu kontrollieren. Die forcierte Third-Person-Kamera erweist sich als Alptraum, wenn man sich in engen Räumen befindet und auch wenn man von Gegnern umzingelt ist, erweist sie sich nicht als Hilfe.

Natürlich gibt es auch Vorteile ein Vampirjäger zu werden, diese sind jedoch nicht so dramatisch. Man erhält Zugang zu einer Reihe an besonderen Ausrüstungsgegenständen und Waffen, wie beispielsweise der Armbrust, die gegen Vampire besonders effektiv sind, und kann sich für 500 Gold die Dienste eines riesigen Trolls in Rüstung für die Schlacht sichern. Er ist dumm wie Brot, aber sehr kraftvoll und räumt auf dem Schlachtfeld auf. Sollte der Troll sterben, kann man sich in der Festung Dawnguard Nachschub besorgen. Die Armbrust gehört zwar zu den Dawnguard, kann jedoch auch von Vampiren genutzt werden.

Aber ehrlich gesagt, macht es mehr Spaß, einen Vampir zu spielen. Nicht nur weil man damit mehr Vielfalt im Kampf sondern auch bei den Charakteren hat. Sehr viel schwarzer Humor ist bei der Entwicklung des DLC in die Geschichte geflossen, während die Vampirjäger-Handlung sich etwas zu ernst nimmt. Man muss sich also entscheiden, ob man ein Spielverderber oder ein Partylöwe sein möchte.

“Dawnguard” bietet außerdem weitere Neuheiten wie die neuen legendären Drachen, die diesmal auch schwimmen können. Es ist schon sehr beeindruckend, wenn man einen Feuerspucker abtauchen sieht. Den Drachen, den man in Soul Cairn bekämpft, kann man zu einem späteren Zeitpunkt auch als Gefährten rekrutieren.

Auch neue Feinde sind mit von der Partie. So werden Vampire fast immer von rotäugigen Bluthunden begleitet, die mit ihren messerscharfen Zähnen deine Gesundheit wegbeißen. Große, gothische Gargoyles werden plötzlich lebendig und bearbeiten dich mit ihren Steinfäusten und besonders Soul Cairn ist voller böser, daedrischer Geister. In „Dawnguard“ hat man also genügend Ziele für die Pfeile der mächtigen Armbrust.

Wenn man jedoch von “Skyrim” die Nase bereits voll hat, weil man zu viele Stunden, Tage, Wochen vor dem PC geklebt hat, dann wird einen „Dawnguard“ nicht unbedingt wieder vor den Monitor locken. Diese Gamer verpassen jedoch eine Menge Spielspaß. Das ist eine Tatsache. Dass sich Bethesda die Zeit und Muse genommen hat, macht „Dawnguard“ nicht nur zu einer würdigen Erweiterung, sondern auch zu einem schauerlichen Augenschmaus.