Tests14. Dezember 2012 , 11:12 Uhr

“Dead Space 3” – Ein erster Test

Wir haben das alle schon einmal erlebt: Rücken zur Wand, Munition alle, es gibt keinen Fluchtweg und trotzdem fleht man den Gaming-Gott verzweifelt um Hilfe an.

Es ist einem in dieser Situation sehr wohl bewusst, dass die Gaming-Götter in den letzten Jahren die Hilferufe nie erhört haben. In „Dead Space 3“ ändert sich das. Die Götter könnten einem dort tatsächlich beim Überleben aussichtslos scheinender Situationen helfen.

Hilferuf

In “Dead Space 3” schreit man zum Beispiel “Ich brauche Munition!” und eine Sekunde später erhält man einen Rettungsanker in Form von Sägeblättern oder Kugeln. Alternativ könnte man rufen: ”Ich brauche ein Gesundheitspaket!“, nachdem ein lästiger Necromorph unhöflicherweise den Diskretionsabstand übertreten hat und nun am Schlüsselbein nagt. Plötzlich hält man ein Fläschchen mit lebensbringendem Nektar in den Händen.

Bei dem Lebensretter handelt es sich nicht um einen erfundenen Deus ex Machina, sondern um einen Komplizen. Er ist ein Mann, der genauso verwundbar ist wie man selbst. Er könnte in der gleichen Art und Weise nach der Hilfe des Spielers rufen. Diese Hilfe sollte man ihm dann auch gewährleisten, falls man es sich erlauben kann.

Das System gibt es exklusiv für Kinect und es bündelt viele der Spieloptionen und schafft außerdem die Menüs und Blickfeldanzeigen ab, die Entwickler Visceral nicht leiden kann. Im Koop-Modus kann man Gegenstände austauschen, egal wie weit sich die Charaktere voneinander entfernt befinden. Das macht zwar nicht viel Sinn, aber aus der Perspektive des Gameplays fördert es die konstante Kooperation. Außerdem bedeutet es, dass Visceral den Spieler in ein paar fiese Situationen bringen kann und trotzdem weiß, dass man immer eine Chance auf Überleben hat, solange man mit dem Partner zusammenarbeitet.

Kinect ist aber nicht nur für das Geben und Empfangen von Gegenständen gedacht. Es ist auch für schnelle Heilung, Lokalisierung des Partners und sogar zur Benutzung der Kräfte zuständig. Manche Fähigkeiten sind nützlicher als andere. Mit der B-Taste kann man normalerweise die Gesundheit aufstocken. Aber wenn man sich mitten in einem Kampf befindet und seine Waffe erhoben hat, ist es sicherer, drei Worte zu rufen, als zu riskieren, dass man sein Ziel auch nur für eine Sekunde aus den Augen verliert.

Andererseits ist es weniger nützlich, wenn man “Objekt schnappen” ruft, um Telekinese zu benutzen. Es funktioniert nur, wenn man bereits zielt und es gibt eine kurze Verzögerung bis das Kommando verarbeitet wurde. Deshalb ist man im Endeffekt langsamer, als wenn man einfach die entsprechende Taste drücken würde.

Neben den integrierten Standardkommandos hat Visceral außerdem bei den Testdurchläufen gut aufgepasst und notiert, welche Ausrufe den Testspielern ganz unbewusst während des Gamings rausgerutscht sind. Diese wurden ebenfalls in das Kinect-System integriert. Man könnte vielleicht rufen „Hau ab, du Piepton Piepton Piepton!“, wenn man sich in einem Nahkampf mit Feinden befindet und dadurch eine geheime Hinrichtung auslösen. Es wäre theoretisch möglich. Steve Papoutsis von Visceral hat uns leider nicht verraten, welche geheimen Kommandos es gibt. Außerdem dürften wir diese dann sowieso nicht veröffentlichen, da sie dann nicht mehr geheim wären.

Wahnsinn

Kinect ist aber nicht das einzige, das wir bei unserer Testversion von „Dead Space 3“ ausprobiert haben. Wir haben außerdem entdeckt, dass der Charakter Carver genauso wahnsinnig ist wie Isaac. Die Art, in der dieser Wahnsinn dargestellt wird, ist erste Sahne. Von Zeit zu Zeit wird ein Charakter Dinge sehen, die der andere nicht sehen kann. Manchmal wird er Feinde bekämpfen, die es nur in seinem Kopf gibt.

Falls der Partner sich also plötzlich eigenartig verhält und sich wundert, warum man nicht auf die Monster reagiert, die offensichtlich den Raum überfluten, weiß man, dass einer von beiden verrückt wird. Man weiß nur nicht, wer es ist. Wir haben die Hoffnung auf „Eternal Darkness 2” aufgegeben, aber wir hoffen immer noch, dass der Koop-Modus von „Dead Space 3“ diese Leere füllen kann.

Eine weitere neue Funktion von “Dead Space 3” ist das Abseilen. Es erinnert an das Wände laufen des ersten “Dead Space”-Spiels. Tau Volantis ist ein sehr bergiger Planet. Isaac und Carver müssen deshalb ständig hochklettern und sich abseilen, um die Berge zu überwinden und vorwärts zu kommen. Oftmals müssen sie gleichzeitig Necromorphangriffe aus merkwürdigen Winkeln abwehren. In unserer Demoversion mussten wir einen steilen Hang erklettern und zur selben Zeit Aliengeschossen und Felsen entgehen. Durch dauerhaftes Drücken der Sprinttaste haben wir uns über eine riesige Kluft geschwungen, mussten uns weiterhin vor den Geschossen ducken und dabei gleichzeitig mit dem Analogstick weiter nach oben klettern.

Unsere kurze Testversion von “Dead Space 3” war voller Action. Wer die unheilvollen, quietschenden Korridore des Schiffes USG Ishimura gegenüber der mit Monstern voll gestopften Flure der Titan-Station bevorzugt, dem könnte es hier etwas zu viel Action geben. Die Kämpfe sind aber allesamt großartig, die anpassbaren Waffenkits sind perfekt und das Zusammenspiel der Koop-Partner ist etwas ganz Neues.

Es gibt fast nichts Besseres, als von seinem Kumpel vor einem Necromorph gerettet zu werden, der einem gerade mit seinen Sensenarmen das Gesicht aufschlitzen will. In „Dead Space 3“ kann man das jetzt vollführen, indem man ein paar Flüche ausstößt. Was wünscht man sich als Gamer mehr?

Quelle: cvg