Tests15. November 2012 , 03:11 Uhr
“F1 Race Stars” im Test
Es wäre schön, wenn echte Formel-1-Fahrer genauso fröhlich wären wie in Codemasters’ neuem Spin-off. Das Leben ist so viel einfacher in einem Comic.
In “F1 Race Stars” gibt es kein unfaires Geschubse oder Meckern über den zweiten Platz. Das Spin-off ist purer Formel-1-Spaß. Alle Rennfahrer aus “F1 2012” sind darin enthalten und wurden äußerst realitätsgetreu im Comicstil charakterisiert. Alonsos Augenbrauen sehen aus, als könnten sie einem bei lebendigem Leibe auffressen, und Schumachers Selbstzufriedenheit sieht man schon Kilometer entfernt. Die Flitzer sind genauso akkurat nachgebildet wie die echten Karren und machen das Rennen zu einem wahren Vergnügen.
Finetuning an den Strecken
An den Rennstrecken wurden ein paar Veränderungen vorgenommen. Erkennbare Abschnitte werden durch komplett neue Passagen etwas aufpoliert. Auf der Monte-Carlo-Strecke gibt es den unverwechselbaren Tunnel, der sich danach jedoch in einen Wald hineinschlängelt. In Abu Dhabi wird man auf eine Reise durch die beeindruckende Ferrari World geschickt, aber das Stück mit dem beleuchteten Hotel wurde beibehalten. Jede Strecke ist wiedererkennbar, aber die Entwickler haben genug Kreativität bewiesen, sodass man sich in seinem Gokart austoben kann.
Im riesigen Karrieremodus nimmt man Pokalturniere in Angriff, um Belohnungen und Trophäen abzugreifen. Man hat dabei nur elf Strecken zur Auswahl und ist mit dem Modus ziemlich schnell durch. „F1 Race Stars“ hat aber ein paar weitere Modi parat, sodass es nicht zu schnell langweilig wird. Neben Standard- und Ausscheidungsrennen gibt es interessante Modi wie Refuel oder Sector Snatch. In Refuel muss man während des Rennes seinen Wagen auftanken, aber trotzdem in Führung bleiben. In Sector Snatch muss man in bestimmten Abschnitten der Strecke die Bestzeit erzielen.
Es ist eine Schande, dass “F1 Race Stars” eine Sache über Bord wirft, die Gokart-Games besonders fesselnd macht: das Driften. Ohne Driften erlebt man die Action auf der Strecke genauso wie in jedem anderen Rennspiel. Durch die Power-ups enthält das Spiel zwar immer noch Gokart-Elemente und macht Riesenspaß, aber ohne Driften gibt es einfach keinen Anreiz, die Rennstrecken so oft zu fahren, bis man jeden Zentimeter in- und auswendig kennt. Man wird nicht dazu verleitet, bis spät in der Nacht aufzubleiben, nur um mit Freunden Rekorde brechende Rundenzeiten zu erzielen. Das kommt einer Entweihung von Gokart-Spielen gleich.
Insgesamt fühlt sich “F1 Race Stars” an, als wäre es inmitten einer Identitätskrise und könne sich nicht genug vom Original “F1 2012” lösen. Von einem tollen Gokart-Game wird das aber verlangt. Stattdessen erhalten wir mit „F1 Race Stars“ eine wunderliche Mischung, die Freude bereitet, aber nicht unbedingt gespielt werden muss.

Quelle: oxm


