Tests22. März 2013 , 03:03 Uhr

“Gears of War: Judgment” – Der Multiplayer im Test

Die achtstündige “Gears of War: Judgement”-Kampagne liefert haufenweise Feinde und unterhaltsame Kämpfe. Was hat der Mehrspielermodus zu bieten?

Wer immer noch daran zweifelt, dass dies ein richtiges “Gears”-Spiel ist, das die investierte Kohle wert ist, muss sich einfach nur den Multiplayermodus ansehen. Es werden nicht nur beliebte Spielmodi von vorherigen Titeln wie Execution, Deathmatch und Domination übernommen, es werden sogar drei neue eingeführt: OverRun, Survival und Free-For-All.

Locust sein oder nicht sein

Beginnen wir mit den ersten beiden. Im Prinzip wird der Rush-Modus aus “Battlefield 3” auf die Karten in “Gear”-Größe übertragen und so umgerüstet, dass die Spieler in Fünfergruppen gegeneinander antreten können. Im Survival-Modus ist das Ziel der COG-Soldaten, ein Tor vor den KI-Locust-Soldaten zu beschützen. Wenn sie ihm zu viel Schaden zufügen können, haben sie es in die nächste Runde geschafft und versuchen, ein weiteres Hindernis zu durchbrechen. Nach Zerstörung der fünften und letzten Station gewinnt das Locust-Team. Halten die COG-Spieler aber für zehn Runden durch, haben sie gewonnen.

Der OverRun-Modus ist ähnlich, aber dieses Mal besteht das Locust-Team aus menschlichen Spielern. Wenn beide Locust-Teams durchhalten, wird das schnellere zum Sieger erklärt. Die Locust-Spieler können die durch Kills verdienten Punkte für stärkere und bessere Charaktere ausgeben. Man beginnt mit den schwachen Ticker und Wretch, bis man sich irgendwann zu den mächtigen Rager und Corpser-Monster hochgearbeitet hat.

Wenn der Survival- den Horde-Modus ersetzt, könnte der OverRun- als Ersatz für den Beast-Modus zählen. Der Mangel an Bloodmounts, Berserkern und Kantus, die es in “Gears of War 3” gab, ist jedoch enttäuschend. Der Wegfall der Beast- und Horde-Modi ist jedoch nicht weiter tragisch, da die Schlüsselelemente (Locust im Koop-Modus abzuwehren oder diese selbst zu steuern) übernommen wurden. Da sowohl Survival als auch OverRun klassen- und wellenbasiert sind und sich um die Verteidigung drehen, scheint es fast spitzfindig zu sein, sie als verschiedene Modi zu bezeichnen. Beide besitzen aber ein gut ausgearbeitetes Rahmenkonzept, deshalb wollen wir mal nicht so sein.

Das hat Klasse, aber nur eine Waffe

In beiden Modi können die COG-Spieler zwischen vier Klassen auswählen: Medic (Heiler, der gesund machende und wiederbelebende Granaten werfen kann), Scout (erklimmt Vorsprünge und besitzt Leuchtgranaten, die Gegner durch Wände aufspüren können), Assault (hinterlässt Munitionspakete für Teammitglieder) und Engineer (Mechaniker, der Geschütztürme aufbaut und Sperren repariert). Zwischen diesen vier Klassen besteht ein gutes Wechselspiel. Man könnte eine Absperrung zum Beispiel von einem Mechaniker bewachen lassen und kurz dahinter den Medic zur schnellen Heilung platzieren. Oder man kann als Scout spielen und Locust-Soldaten für die Teamkameraden erspähen. Die Ticker können verschiedene Abkürzungen benutzen, deshalb sollte man vielleicht einen Geschützturm am Ausgang platzieren, um sie abzuschneiden.

Es ist jedoch eine Schande, dass man nicht für jede Klasse eine Waffe oder einen Charakter auswählen kann. Sofia ist die Heilerin, die immer eine abgesägte Flinte besitzt, während Cole Train als Assault immer mit dem Granatwerfer zur Stelle ist. Wer gerne ein Heiler mit einem Scharfschützengewehr wäre, hat Pech gehabt. Außerdem kann man den Schwierigkeitsgrad im Survival-Modus nicht anpassen, sodass die weniger talentierten Spieler schnell ausgeschaltet werden. Die Schranken und Geschütztürme werden dann ruckzuck überwunden und die Verteidigung des Tors verwandelt sich in verzweifeltes Herumstehen und Hoffen.

Im letzten neuen Modus, Free-For-All, kämpft jeder COG-Soldat für sich selbst. Sobald man getroffen wird, ist man raus aus dem Spiel, was nicht in allen Modi der Fall ist. Somit ist es perfekt für einsame Wölfe, die „Gears“ mal eben schnell starten und sofort mit dem Töten loslegen wollen. Es gibt jedoch nur vier Karten für den Free-For-All-Modus und weitere vier für Survival und OverRun, sodass der Multiplayer für manche Spieler ziemlich schnell fad werden könnte.

Fazit: Würdige „Gears of War“-Modi

Trotz einer kleineren Auswahl an Locust im OverRun-Modus und dem Mangel verschiedener Schwierigkeitsgrade in Survival, sind beide Modi der “Gears of War”-Serie würdig. Sie bieten Spaß für Spieler mit allen Fähigkeiten. Ob man lieber ein Team bilden und taktisch vorgehen oder einfach nur im Alleingang kämpfen möchte – es ist für jeden etwas dabei.

Auch die „Gears of War: Judgement“-Kampagne hat uns überzeugt und wir haben festgestellt: „Im Singleplayermodus besteht Gears of War: Judgment aus verschiedenen, voneinander abgetrennten Herausforderungen. Dadurch wirkt das Spiel zwar ein wenig künstlich, aber es ist zweifelsohne der beste Weg, um den Fans genau das zu geben, was sie sich wünschen: Kampfszenarien mit neuen Waffen und neuen Feindesmustern. Gears of War: Judgement ist ein gutes Game, auch wenn einem Vieles davon bekannt vorkommt.“ Weitere Infos dazu findet man in unserem Test (http://www.stern.de/spiele/test/gears-of-war-judgment-im-test-13210.html). Insgesamt ist „Judgement“ also ein gelungenes Spiel, dessen Kauf sich auf alle Fälle lohnt.

Quelle: cvg